Bundesliga Volker Finke und die alte Liebe

Volker Finke (Foto)
Eins seiner Markenzeichen in Freiburg: Der Strandkorb von Volker Finke Bild: dpa

Alte Liebe rostet nicht, heißt es so schön. Auch auf Kölns neuen Sportdirektor Volker Finke trifft das zu. 16 Jahre stand er in Freiburg als Trainer an der Seitenauslinie und ist nach wie vor SC-Fan. Nun tritt er mit dem FC erstmals gegen seinen Ex-Klub an.

In Volker Finkes Brust werden zwei Herzen schlagen: 1378 Tage nach seinem letzten Spiel als Trainer des SC Freiburg trifft der Fußball-Lehrer erstmals wieder auf seine alte, große Liebe - in anderer Funktion. Seit dem 1. Februar ist der 62-Jährige Sportdirektor des Freiburger Bundesliga-Konkurrenten 1. FC Köln. 16 lange Jahre als Chefcoach im Breisgau sind vergangen, aber keineswegs vergessen.

«Wunderbare Jahre» in Freiburg

Es waren «wunderbare Jahre» - daraus macht Finke keinen Hehl, wenngleich der Abschied aus Freiburg nicht einfach für ihn war. Freiwillig ging die Ära Finke am 20. Mai 2007 mit der Zweitliga-Partie gegen die TuS Koblenz (2:0) nicht zuende: Die Trennung zwischen dem SC und seinem «ewigen» Chef-Übungsleiter war seit Dezember 2006 beschlossen.

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Du oder Sie, Herr Trainer?

Trotzdem schied Finke nicht unbedingt im Frieden. Irgendwie hatten sich die Partner entzweit, ein Teil der Fans wollte unbedingt an ihm festhalten, andere wiederum beurteilten das Auseinandergehen positiv: Ein kompletter Neuanfang sollte her. Robin Dutt wurde Finke-Nachfolger, sein Vorgänger nahm sich eine Auszeit und heuerte später bei den Urawa Red Diamonds in Japan an, ehe ihn der Ruf aus Köln ereilte.

Köln seit Finkes Amtsantritt ungeschlagen

Finke wechselte von der Bank auf die Tribüne. Gleichwohl ist er «ganz direkt bei der Mannschaft», die seit seinem Amtsantritt ungeschlagen ist (3:2 gegen Bayern München, 4:2 gegen Mainz 05, 1:1 in Hoffenheim). «Ich will fühlen, was mit den Spielern los ist» - ganz loslassen kann Finke nicht, will sich aber in Aufstellungsfragen nicht einmischen. Das sei ganz allein die Sache von FC-Chefcoach Frank Schaefer, betont er.

Am Geißbockheim will Finke das tun, was er schon in Freiburg tat: Konzepte entwickeln, Längerfristiges aufbauen, Bleibendes schaffen. Wie im Breisgau: Die dortige Fußballschule ist sein «Kind», die intensive Nachwuchsförderung trägt Finkes Handschrift, sein Erbe ist gegenwärtig.

«Kein normales Spiel»

Und jetzt das Wiedersehen - es wird etwas Emotionales werden und «natürlich kein normales Spiel für mich». Zu intensiv war die Liaison mit den Badenern, deren Fan er nach wie vor ist. Und denen er nach der Begegnung in Müngersdorf «so viele Siege wünscht, dass sie in den internationalen Wettbewerb kommen».

Aber «natürlich» wünscht sich Finke, der sich in seiner neuen Sportdirektoren-Funktion als «Azubi» bezeichnet, zunächst einmal einen Erfolg des FC gegen den SC. Klar: Die Profis seines neuen Arbeitgebers schweben in Gefahr, benötigen jeden Punkt, um das erste Finke-Ziel der Saison 2010/2011 zu erreichen: den Klassenverbleib.

Erst danach will Finke das Umsetzen jener Visionen angehen, die er für Köln im Kopf hat: dauerhafte Qualität zu schaffen, nicht mehr gegen den Abstieg zu kämpfen und ein Niveau zu erreichen, das längerfristige Perspektiven bietet.

phs/hem/news.de/dpa

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