Motorsport Heidfelds Chance: Testen für Kubica-Team

Nick Heidfeld darf für den verunglückten Robert Kubica bei den Formel-1-Testfahrten im spanischen Jerez de la Frontera Gas geben.

Heidfelds Chance: Testen für Kubica-Team (Foto)
Heidfelds Chance: Testen für Kubica-Team Bild: dpa

Jerez (dpa) - Nick Heidfeld darf für den verunglückten Robert Kubica bei den Formel-1-Testfahrten im spanischen Jerez de la Frontera Gas geben.

Das Lotus-Renault-Team teilte mit, dass der 33 Jahre alte Mönchengladbacher am Samstag und Sonntag an der Seite des eigentlichen Reservepiloten Bruno Senna am Steuer des neuen R31 sitzen wird. Damit verdichten sich die Anzeichen, dass der bislang rennstalllose Heidfeld doch noch ein Cockpit in der kommenden Saison bekommt und das halbe Dutzend deutscher Fahrer voll macht.

Heidfeld sei ein möglicher Ersatz für Kubica, erklärte das Team nun auch schriftlich und ohne Umschweife, nachdem der Name des 173-maligen Grand-Prix-Starters bereits von Teamchef Eric Boullier und auch Besitzer Gerard Lopez genannt worden war. Für den Deutschen spricht neben einer langjährigen Erfahrung vor allem auch, dass er sich mit den neuen Pirelli-Reifen bestens auskennt. In der vergangenen Saison war er nach seinem Weggang als Ersatzmann von MercedesGP als Testfahrer für den italienischen Hersteller tätig und an der Entwicklung der Pneus beteiligt.

Auch wenn das Team offiziell zuvor erklärt hatte, dass man bis zu einer Entscheidung Zeit habe, stehen nicht mehr viele Gelegenheiten zum Casting für einen Kubica-Ersatz zur Verfügung. In der nächsten Woche wird noch in Barcelona getestet, zum Abschluss in Bahrain. Dort findet am 13. März auch das Auftaktrennen der Saison 2011 statt, in der in Heidfeld sowie Weltmeister Sebastian Vettel, Rekordweltmeister Michael Schumacher, Nico Rosberg, Adrian Sutil und Timo Glock sechs deutsche Piloten an den Start gehen könnten. Als weiterer Kandidat hatten die Renault-Verantwortlichen bis dato den bei Force India ausgemusterten Vitantonio Liuzzi genannt.

Nun fiel die Wahl für eine erste Einschätzung aber auf Heidfeld, der zusammen mit Kubica beim damaligen BMW-Sauber-Team das Fahrerduo bildete, allerdings immer noch auf seinen ersten Sieg in der «Königsklasse» des Motorsports wartet. Der Unfall, bei dem sich der Pole am 6. Februar in einem Rallye-Wagen mehrere Frakturen zuzog und vor allem schwere Verletzungen am rechten Unterarm und der rechten Hand erlitt, könnte also zu Heidfelds Chance werden.

Kubicas Genesung macht derweil weiter große Fortschritte. «Die Situation ist optimal», sagte Mediziner Giorgio Barabino. Am Freitag sollen noch einmal chirurgische Eingriffe vorgenommen werden, weitere Operationen an der schwer verletzten rechten Hand sind aber nach Aussage des Arztes nicht mehr vorgesehen. «Heute beginnt die Rückkehr Roberts zur Gesundheit», sagte Kubicas Manager Davide Morelli.

Für Heidfeld könnte am Wochenende die Rückkehr in die Formel 1 beginnen. Nach seinem Intermezzo bei Sauber am Ende der vergangenen Saison hat er kein neues Team gefunden. Am Samstag und Sonntag wird er auf der Strecke auch wieder auf Champion Vettel treffen. Der Heppenheimer übernimmt den neuen Red Bull dann von Teamkollege Mark Webber. Neben den ersten Runden des auffallend anders designten McLaren mit den beiden Ex-Weltmeistern Jenson Button und Lewis Hamilton dürfte auch das Potenzial des neuen Mercedes im Blickpunkt stehen.

news.de/dpa

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