Fußball Hängepartie Ballack - Völler: Nati erst im März

Die Rückkehr von Michael Ballack auf die große internationale Fußballbühne bleibt noch länger eine Hängepartie mit ungewissem Ausgang. Der ehemalige DFB-Teamchef Rudi Völler rechnet mit einem Nationalmannschafts-Comeback von Ballack frühestens Ende März.

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Hängepartie Ballack - Völler: Nati erst im März Bild: dpa

Berlin (dpa) - Die Rückkehr von Michael Ballack auf die große internationale Fußballbühne bleibt noch länger eine Hängepartie mit ungewissem Ausgang. Der ehemalige DFB-Teamchef Rudi Völler rechnet mit einem Nationalmannschafts-Comeback von Ballack frühestens Ende März.

Für das EM-Qualifikationsspiel am 26. März gegen Kasachstan und für den Test drei Tage später gegen Australien könnte Ballack «so weit sein», sagte Völler. Das erste Länderspiel des Jahres am 9. Februar in Dortmund gegen Italien dagegen komme für den 34-jährigen «Capitano» noch «zu früh», betonte Leverkusens Sportdirektor in der «Sport Bild».

Joachim Löw wird sein Aufgebot für diese Neuauflage des Klassikers am Freitag bekanntgeben - und sich dabei auch wieder zum Thema Ballack äußern müssen. Immerhin hatte der Bundestrainer nach einigen Wirbel um das Kapitänsamt Ballack weiter als seinen Spielführer definiert. Dem Münchner Philipp Lahm bleibt auch nach der WM diese begehrte Rolle nur bei einer Abwesenheit von Ballack. Völler weiß aus eigener Erfahrung aus vier Jahren Amtszeit als Chef der DFB-Auswahl um die Brisanz: «Das Thema polarisiert - das ist klar.»

Ballack ist nach langer Verletzungspause bei Bayer zwar wieder im Spielbetrieb, stand beim 2:0-Sieg in der Bundesliga gegen Hannover auch wieder in der Startelf. Doch Deutschlands Star der vergangenen Jahre gestand: «Das noch einiges fehlt, ist völlig normal.» Die behutsame Rückkehr des Bundesliga-Rückkehrers Ballack nach dem zweiten Verletzungsschock innerhalb eines halben Jahres «war genau der richtige Weg», betonte Völler und strich dabei die Rolle von Leverkusens Coach heraus: «Jupp Heynckes ist mit der Personalie überragend umgegangen.»

Eine Rückkehr in den auserlesenen Kreis von Deutschlands Elite-Kickern aber ist für Ballack noch weitaus schwieriger. War der WM-Ausfall des «Capitano» vor der WM im vergangenen Sommer noch als nationale Katastrophe eingestuft worden, so hat sich die Situation für Ballack in einem zuvor schier unvorstellbaren Tempo verändert. Nicht nur die Ausnahmestellung des 98-maligen Nationalspielers in der Hierarchie des DFB-Teams - für einige Kollegen schon lange ein Dorn im Auge - ist weg. Auch sportlich sind die Karten neu verteilt.

Bayern-Star Bastian Schweinsteiger und der Madrilene Sami Khedira sind nach dem südafrikanischen Wintermärchen inzwischen auf Ballacks Position im zentralen Mittelfeld die Platzhirsche. Dazu hat der derzeit verletzte Münchner Toni Kroos seine Befähigung für diese Rolle mehrfach nachgewiesen. Auch Bayer-Kollege Simon Rolfes drängt auf eine DFB-Rückkehr. Und der junge, physisch starke Sven Bender (21) hat sich mit Dortmunds Höhenrausch längst als neuer Kandidat für die defensive Mittelfeldzentrale in Löws Notizbuch gespielt.

Löws Credo ist klar: Nur wenn der Bundestrainer überzeugt davon ist, dass Ballack dem Team bei der EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine noch als Chef Impulse geben kann, wird er ihn zurückholen. Ein Ballack, der nach seinen unbestrittenen Verdiensten für die Nationalmannschaft sein 100. Länderspiel sicher verdient hätte, nur als Ergänzung zu holen, scheint undenkbar. Der gebürtige Sachse steht damit in seiner sich dem Ende neigenden Laufbahn noch einmal vor einer der größten Herausforderungen. Er werde jetzt bei Bayer alles tun, um zu alter Form und Physis zu finden, betonte Ballack: «Alles andere, so war es immer im Fußball, kommt von allein oder nicht.»

news.de/dpa

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