Fußball Baustelle HSV - Veh: «Rückfall in alte Zeiten»

Baustelle HSV - Veh: «Rückfall in alte Zeiten» (Foto)
Baustelle HSV - Veh: «Rückfall in alte Zeiten» Bild: dpa

Als sich die siegreichen Nürnberger auf ihrer Platzrunde feiern ließen, schlichen die HSV-Profis wie begossene Pudel in die Kabine. Nach dem peinlichen «Sammer-Theater« und dem Zoff um Ruud van Nistelrooy hat sich beim Hamburger Sorgen-Verein eine neue Baustelle aufgetan.

Nürnberg (dpa) - Als sich die siegreichen Nürnberger auf ihrer Platzrunde feiern ließen, schlichen die HSV-Profis wie begossene Pudel in die Kabine. Nach dem peinlichen «Sammer-Theater« und dem Zoff um Ruud van Nistelrooy hat sich beim Hamburger Sorgen-Verein eine neue Baustelle aufgetan.

«Das war ein Rückfall in alte Zeiten. Kein Esprit, kein Tempo, keine Zweikämpfe», sprach ein besorgter Trainer Armin Veh seinem Starensemble nach der verdienten 0:2 (0:0)-Pleite beim 1. FC Nürnberg jegliche Klasse ab.

Dass nach der Vorstellung seiner uninspirierten und blutleeren Elf gegen charakterstarke und siegeswillige Nürnberger am kommenden Sonntag im Lokalderby gegen den FC St. Pauli alles besser wird, weiß Veh nicht. «Aber wir müssen wieder Gas geben. Wir sind es uns schuldig, gegen St. Pauli zu gewinnen», meinte er und fordert eine ganz andere HSV-Mannschaft, «denn heute hat keiner ansatzweise das gebracht, zu was er fähig ist».

Nicht so sehr die erste Rückrundenniederlage, sondern der «lethargische Auftritt» und der Offensiv-Offenbarungseid bereitet Veh Kopfzerbrechen. Nach Nürnbergs Führung durch den Foulelfmeter von Timmy Simons (59. Minute) war von einem Aufbäumen nichts zu spüren. Ohne Mumm und Gegenwehr ergab sich der HSV nach dem 0:2 durch Almog Cohen (70.) dem kämpferisch vorbildlichen Gegner.

FCN-Coach Dieter Hecking sprach nach Nürnbergs erstem Dreier in der Rückrunde zu Recht von einem «Sieg der Moral und des Charakters» und wurde von seinem enttäuschten Kollegen bestätigt: «Der FCN hat alles richtig gemacht und verdient gewonnen». Seinen Spielern schrieb Veh fürs Sonntagstraining ins Pflichtenbuch, «dass sie lernen müssen, dass wir für jedes Spiel richtig hart arbeiten müssen».

Das interne Durcheinander und die ungeklärte Zukunft von Vereins-Boss Bernd Hoffmann und Sportchef Bastian Reinhardt machen Veh, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, die Arbeit nicht leicht. «Wenn wir unsere Fähigkeiten abrufen, schlägt uns keiner. Wenn nicht, schlägt uns jeder», gab der HSV-Coach zu bedenken. Personell gehen vor allem in der Defensive die Spieler aus. Gojko Kacar fehlt nach seiner Roten Karte, Guy Demel humpelte vorzeitig mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz. «Vorne zu viel, hinten zu wenig», sagte Veh zu seinen personellen Möglichkeiten.

In Nürnberg ist nach dem Pokalschock auf Schalke die Fußball-Welt wieder in Ordnung. Hecking ging sogar so weit, das Thema Abstieg für beendet zu erklären: «Die Mannschaft hat eine Qualität, die ausreicht, um den Klassenerhalt ohne Relegation zu schaffen». Ein Sonderlob spendete er dem erst 18-jährigen Markus Mendler, der bei seinem Startelf-Debüt einen starken Eindruck hinterließ.

«Manchmal hat man im Bett die besten Einfälle», löste Hecking das Rätsel um die überraschende Personalie - nach dem Aufwachen am Samstagmorgen hatte der FCN-Trainer den Jungspund aufgestellt. Im nächsten Spiel gegen Bayer Leverkusen muss Mendler wohl wieder ins zweite Glied. Mehmet Ekici kehrt nach Gelbsperre zurück, dafür wird neben Kapitän Andreas Wolf (5. Gelbe Karte) weiterhin auch Spielmacher Ilkay Gündogan fehlen.

news.de/dpa

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