Motorsport Deutsche Lotsenkünste bei Dakar hoch im Kurs

Auf dem Weg durch die Anden und die Atacama-Wüste sind bei der 33. Rallye Dakar deutsche Lotsenkünste gefragter denn je. Gleich drei Top-Piloten setzen beim Motorsport-Klassiker auf deutsche Beifahrer - und die sind wegen der verschärften Navigationsregeln noch mehr gefordert.

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Deutsche Lotsenkünste bei Dakar hoch im Kurs Bild: dpa

Buenos Aires (dpa) - Auf dem Weg durch die Anden und die Atacama-Wüste sind bei der 33. Rallye Dakar deutsche Lotsenkünste gefragter denn je. Gleich drei Top-Piloten setzen beim Motorsport-Klassiker auf deutsche Beifahrer - und die sind wegen der verschärften Navigationsregeln noch mehr gefordert.

«Es wird schwieriger, aber auch interessanter», beschrieb der Karlshofer Dirk von Zitzewitz seine Rolle als Co-Pilot des Südafrikaners Giniel de Villiers, mit dem er vor zwei Jahren den ersten Dakar-Triumph für Volkswagen einfuhr.

«Es kommt in diesem Jahr mehr denn je auf die Beifahrer an», urteilte auch der Berliner Timo Gottschalk. An der Seite von Nasser Al-Attiyah aus Katar hatte er im Vorjahr mit dem knappsten Rückstand der Dakar-Geschichte den Gesamtsieg verpasst. VW-Kollege Carlos Sainz steuerte 2010 seinen Race Touareg mit 2:12 Minuten Vorsprung auf Platz eins und erwischte auch in diesem Jahr mit dem Sieg bei der ersten Etappe einen perfekten Start. Gottschalk und Al-Attiyah aber wollen kontern und Sainz nun die Dakar-Krone abjagen.

Erfahrung von zwei Siegen bei der Wüstenhatz bringt der Münchner Andreas Schulz mit, der diesmal als Navigator im BMW X3 des Russen Leonid Nowizky sitzt und dafür extra Russisch gelernt hat. 2001 lotste Schulz Jutta Kleinschmidt im Mitsubishi Pajero zum bislang einzigen Dakar-Sieg einer Frau. 2003 führte er den japanischen Mitsubishi-Piloten Hiroshi Masuoka auf die oberste Podeststufe. Damit ist Schulz der erfolgreichste Deutsche bei der Traditionsrallye.

Durch das neue Regelwerk steht aber auch der alte Fuchs Schulz vor einer größeren Herausforderung. Auf jeder der 13 Etappen müssen die Teams im Gelände verschiedene Wegpunkte anfahren, die das System registriert ­ andernfalls drohen Sportstrafen. Die so genannten versteckten Wegpunkte waren bislang ab einem Radius von drei Kilometern vor Erreichen sichtbar geworden. Nun ist dieser Radius auf 800 Meter verringert worden. «Wir werden langsamer an die Wegpunkte heranfahren müssen», meinte von Zitzewitz. «Damit steigt auch die Bedeutung der Navigation im Verhältnis zum Fahren.»

Schon auf der ersten Etappe bekam das Duo de Villiers/von Zitzewitz die raue Seite des Abenteuers Dakar zu spüren. «Gleich dreimal sind wir heute in ein Gewitter geraten. Und das war nicht einfach nur Regen, sondern richtige Weltuntergangsstimmung», schrieb der Deutsche in seinem Blog. «Wie Schmierseife» sei die Strecke gewesen, befand der 42-Jährige. Aber aus Erfahrung weiß er ohnehin: «Bei der Rallye Dakar kann immer alles passieren.»

Mit der gleichen Einstellung nahm Landsmann Gottschalk die Marathon-Tour durch Argentinien und Chile in Angriff. «Es wird eine anstrengende Dakar ­ aber sicher auch eine schöne», sagte der 36- Jährige. Sein Partner Al-Attiyah vertraut fest auf ihn und meinte vor dem Start: «Ich habe ein gutes Gefühl.»

news.de/dpa

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