Geocaching Der Schatz in der Dose

Dose (Foto)
Wer was rausnimmt, muss wieder was reinlegen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Es gibt viele Arten, sich in der Natur zu bewegen. Eine der spannendsten ist sicher Geocaching. Was mit einer Idee von Dave Ulmer in Oregon/USA begann, hat sich innerhalb von zehn Jahren weltweit verbreitet. Jörg Bertram erklärt im Interview mit news.de den Trend.

Was ist Geocaching?

Bertram: Prinzipiell geht es darum, mittels GPS ein Behältnis in der Natur zu suchen. Man könnte auch sagen: Man nutzt milliardenschwere Satellitentechnik, um eine alte Dose im Wald zu finden.

Es ist aber nicht wirklich eine alte Getränkedose, oder?

Bertram: Nein, es handelt sich vielmehr um ein verschließbares, wasserdichtes Behältnis, in dem ein Logbuch oder Gegenstände gelagert sind. Es kann klein oder groß sein. Oft ist es so unscheinbar, dass Sie selbst bestimmt schon einmal an einem vorbei gelaufen sind, ohne es zu bemerken.

Wo liegt der Reiz?

Bertram: Es ist eine Kombination aus Schatzsuche und Schnitzeljagd. Ein Spiel, das Spaß machen und dessen Schwierigkeit gesteigert werden kann. Entweder folgt man den Koordinaten und braucht nur seine Spürnase vor Ort oder man versieht die Zwischenstationen mit Aufgaben und Rätseln. Auch können die Orte, an denen die Dosen angebracht sind, schwierig zu erreichen sein – wie beispielsweise eine Plattform auf einem See. Es gibt zudem unzählige Spielformen.

Wie wird das Spiel organisiert?

Bertram: Es gibt keinen Veranstalter oder Spielleiter. Geocaching ist in der Regel unorganisiert, wie das Wandern auch. Man sucht sich sein Ziel über eine Datenbank im Internet und steuert es an. Der Reiz liegt in der Suche. Gegenwärtig gibt es 150.000 Verstecke in Deutschland und über eine Million weltweit – sogar im Himalaya und am Südpol.

Was passiert, wenn ich das Versteck gefunden habe?

Bertram: Üblicherweise trägt man sich in das Logbuch ein, oder tauscht einen Gegenstand als Nachweis, dass man den Cach gefunden hat. Eine Regel lautet «nimm eine Kleinigkeit, gib eine Kleinigkeit». Die Tauschobjekte sollten etwa den selben Wert haben.

Wer legt die Verstecke an?

Bertram: Menschen wie Sie und ich: Sie legen die Dosen und tragen die Koordinaten in die Internetdatenbank ein. Allerdings sollte man etwas Erfahrung haben, bevor man eine Dose auslegt. Sie sollte mit nichts gefüllt sein, was Tiere anlocken könnte. Auch muss man sich über die Bestimmungen am Ort informieren – ob es sich beispielsweise um ein Naturschutzgebiet handelt.

Warum unterstützt die Deutsche Wanderjugend diese Bewegung?

Bertram: Weil Geocaching hilft, die Menschen in die Natur zu locken. Speziell für Kinder muss man sich schließlich etwas ausdenken, um sie von der Spielkonsole wegzubekommen.


Zur Person: Jörg Bertram ist Geschäftsführer der deutschen Wanderjugend und selbst begeisterter Geocacher.

 

phs/ivb/news.de

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