Leichtathletik Deckname «Asterix»: Eufemiano Fuentes

Deckname «Asterix»: Eufemiano Fuentes (Foto)
Deckname «Asterix»: Eufemiano Fuentes Bild: dpa

Für die Polizei ist er ein alter Bekannter: Der umstrittene Mediziner Eufemiano Fuentes steht im Mittelpunkt eines neuen Dopingskandals in Spanien. Nach Radprofis soll er nun Leichtathleten «behandelt» haben, heißt es.

Madrid (dpa) - Für die Polizei ist er ein alter Bekannter: Der umstrittene Mediziner Eufemiano Fuentes steht im Mittelpunkt eines neuen Dopingskandals in Spanien. Nach Radprofis soll er nun Leichtathleten «behandelt» haben, heißt es.

Rund viereinhalb Jahre sind vergangen, seit Eufemiano Fuentes am 23. Mai 2006 beim Verlassen eines Hotels in Madrid erstmals festgenommen wurde. Die Polizei legte dem spanischen Arzt zur Last, Drahtzieher des bislang größten Dopingskandals in der Geschichte des Radsports zu sein. Unter dem Decknamen «Asterix» soll er Dutzende Profis mit präparierten Blutkonserven versorgt haben. Stars wie Jan Ullrich, Ivan Basso oder Alejandro Valverde gerieten in der «Operación Puerto» (Operation Bergpass) in Dopingverdacht, wiesen aber alle Vorwürfe zurück.

Fuentes verbrachte eine Nacht in Haft und kam nach Zahlung einer Kaution von 120 000 Euro wieder frei. Doping war seinerzeit in Spanien noch nicht strafbar. Nachdem der Prozess 2009 neu aufgerollt wurde, wartet der heute 55 Jahre alte Mediziner aus Las Palmas auf Gran Canaria noch immer auf sein Verfahren. Er muss sich darin lediglich wegen eines Verstoßes gegen die öffentliche Gesundheit verantworten. Das könnte sich ändern, nachdem er nun im Zusammenhang mit dem Dopingskandal der «Operación Galgo» (Operation Windhund) erneut festgenommen wurde.

«Ich wurde damals gelyncht. Der Schaden, der mir zugefügt wurde, ist nicht zu reparieren», sagte der von seiner Unschuld überzeugte Fuentes vor wenigen Monaten der Zeitung «El Mundo». Er habe als Familienarzt in einer staatlichen Klinik in Las Palmas «von Null» anfangen müssen. «Der Sport interessiert mich nicht mehr, ich will nur noch meine Ruhe», versicherte der dreifache Familienvater.

Nach den neuen Vorwürfen der Ermittler sieht die Realität jedoch anders aus. Fuentes und seine Schwester Yolanda - sie ist ebenfalls Ärztin - sollen systematisch Dopingpläne für mehrere Leichtathleten entworfen und dabei EPO, Anabolika, Steroide oder Eigenbluttransfusionen eingesetzt haben - so wie damals, bei der «Operación Puerto».

Fuentes, der eigentlich Frauenarzt ist, war für manche Radprofis eine Art Guru. Die Fahrer sollen für seine «Behandlungen» bis zu 50 000 Euro gezahlt haben. «Keiner meiner Patienten hat sich danach über gesundheitliche Probleme beschwert», sagte er wenige Monate nach seiner ersten Festnahme.

In seiner Jugend war Fuentes selbst Sportler: 1976 wurde er Hochschulmeister im 400-Meter-Hürdenlauf. Sein Trainer war Manuel Pascua Piqueras, der nun auch festgenommen wurde. Nach dem Studium arbeitete er als Arzt für Spaniens Leichtathletikverband (RFEA). Sein Aufgabengebiet: Leistungssteigerung der Athleten. Zu diesen zählte auch seine heutige Frau, Cristina Pérez. Als diese 1988 positiv auf Anabolika getestet wurde, schied Fuentes aus dem Verband aus.

news.de/dpa

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