Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
In Dortmund, München und Kaiserslautern rollt der Ball gepflegt über den Rasen. Anderswo liegen die Nerven blank. Eigentlich hätte auch Lukas Podolski eher vom Platz gemusst. News.de hat die Gewinner und Verlierer des 14. Spieltags zusammengestellt.
Tops
Anatoli Timoschtschuk traf nicht nur doppelt, sondern machte auch sein bestes Spiel im Bayern- Trikot. Während Mark van Bommel schon auf der Bank sitzt und auf seinen Stammplatz schielt, sichert sich Timoschtschuk eben diesen. «Zwei Tore zu schießen war schön, aber wichtig ist, dass die Mannschaft gewinnt», sagte der Ukrainer, der auch aufgrund dieser Bescheidenheit in der Mannschaft und beim Trainer beliebt ist. Abzuwarten bleibt, ob er mit diesen Eigenschaften mit dem bissigen van Bommel eine «Doppelsechs» bilden kann.
Kevin Großkreutz ist mit Borussia Dortmund weiter auf der Erfolgsspur und auch privat im Glück. Beim 4:1-Sieg des BVB gegen Borussia Mönchengladbach steuerte der 22-Jährige einen sehenswerten Treffer bei. Nach Hackentrick von Lucas Barrios spitzelte Großkreutz den Ball ins Tor. «Das war meisterlich», befand er selbst. Schon vor dem Spiel verlängerte er seinen Vertrag beim BVB bis 2014 – ein klares Bekenntnis zum Verein, dass er sich mit einer Gehaltsverdopplung belohnen lässt.
Der 1. FC Kaiserslautern sprüht vor Spielwitz. Mit seinen drei Kroaten Ivo Ilicevic, Steven Rivic und Srdjan Lakic demontierten die Pfälzer Schalke 04. Das 5:0 gibt Mut im Abstiegskampf birgt aber auch die Gefahr, die eigene Stärke zu überschätzen. Lakic als Wortführer dürfte aber seine Kollegen auf dem Teppich halten. Seine Mitspieler verliert er nie aus dem Blick. Beim Stande von 3:0 überließ Lakic seinem Landsmann Ilicevic die Ausführung eines Elfmeters.
Jan Schlaudraff, der bei Hannover 96 monatelang auf dem Abstellgleis stand und lediglich trainieren durfte, ist wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Vor drei Wochen erhielt er bedingt durch die Verletzung seines Teamkollegen Mohammed Abdellaoue eine unerwartete Chance in der 96-Startelf. Hannover gewann alle drei Partien und Schlaudraff erzielte schließlich am Wochenende seinen ersten Treffer. «Ich bin glücklich über meine Leistung», jubelte er.
Der 1. FSV Mainz hat seine Mini-Krise endgültig überwunden. Nach dem 3:0 ist die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel wieder bestens dabei, Tabellenzweiter hinter den enteilten Dortmundern – ein Champions-League-Platz. Allein das wäre schon der Wahnsinn. «Wir haben nur ein paar Spiele knapp verloren. Das kann Mainz passieren. Es macht riesigen Spaß. Wir wollen noch ein bisschen da oben bleiben», frohlockte Manager Christian Heidel.
Flops
Lukas Podolski hatte Glück, dass er beim 1:1 des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg bis zum Ende auf dem Platz stehen durfte. Eigentlich hätte der Nationalspieler schon in der 23. Minute vom Platz gehört, nachdem er Edin Dzeko in den Unterleib getreten hatte. Wenigstens zeigte der Sünder zeitnah Reue. In der Halbzeit entschuldigte er sich bei Dzeko und gab zu: «Wenn man die Bilder so sieht, hätte man Rot geben müssen.»
Bei Schalke 05 ist nach der Demütigung auf dem Betzenberg das Maß voll. Trainer Felix Magath selbst räumte ein: «Das schreit nach Konsequenzen». Am Sonntagmorgen faltete er seine Star-Versager zusammen, strich den Weihnachtsurlaub bis auf sechs Tage zusammen und sprach vor dem Spiel am kommenden Samstag gegen den FC Bayern München von einem Charaktertest. Nur einige wenige wie Manuel Neuer zeigten den beim 0:5 in Kaiserslautern.
Daniel van Buyten ist nicht länger Abwehrchef des FC Bayern München. Der 32-Jährige verschuldete nicht nur den Gegentreffer von Theofanis Gekas durch einen Stellungsfehler, auch davor und danach zeigte der Belgier klare Schwächen. Trainer Louis van Gaal ließ ihn in der Pause in der Kabine. Für das Spiel gegen Schalke dürfte ihm nur noch die Bank bleiben. Martin Demichelis und Breno scheinen erste Wahl.
Hugo Almeida war zugegeben der Mann des Tages beim 3:0-Sieg von Werder Bremen gegen den FC St. Pauli. Der Portugiese erzielte alle drei Tore und flog in der 80. Minute vom Platz. Applaus gab´s für den vorzeitigen Abgang keinen: Almeida hatte Carlos Zambrano mit einem Ellenbogenschlag niedergestreckt und muss nun mit einer Sperre von mehreren Spielen rechnen. Als ob Bremen nicht schon genug Probleme hätte.
Stuttgarts Ciprian Marica muss seine Zunge besser im Zaum halten. Der Rumäne flog wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz und ebnete damit dem Hamburger SV den Weg zum Sieg. VfB-Manager Fredi Bobic brachte Maricas Hinausstellung in Rage: «Es ist klar, dass der Spieler keine schönen Wochen vor sich hat, dass er dafür auch büßen muss.» 50.000 Euro Geldstrafe erwarten Marica, dazu ein, zwei Spiele Sperre.
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Ausraster und Schönspieler Sie haben sicherlich recht, wenn sie sagen, das Podolski vom Platz hätte fliegen müssen. Das sage ich als eingefleischter FC-Fan.Ist es aber nicht so, das Marc van Bommel Woche für Woche solche Fouls begeht und keiner regt sich mehr auf, weil er ja bei Bayern München spielt. Also wenn schon, dann gleiches Recht für alle.
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