Fifa-Exekutivkomitee Zwanziger will Beckenbauer beerben

Theo Zwanziger hat sich einen Ruck gegeben. Der DFB-Präsident strebt die Nachfolge von Franz Beckenbauer im Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes Fifa an. «Zwanziger ist die beste Lösung für den deutschen Fußball», freut sich der Kaiser.

Zwanziger kandidiert für Fifa (Foto)
DFB-Präsident Theo Zwanziger soll 2011 in die Fußstapfen des «Kaisers» treten. Bild: dpa

«Erklärtes Ziel für den DFB muss es sein, unsere Interessen auch weiterhin in den entscheidenden Gremien des Weltfußballs zu vertreten. Daher stelle ich mich der Wahl», sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt am Main.

Für seinen nächsten Karriereschritt muss Zwanziger am 22. März in Paris von den Delegierten des Kongresses der Europäischen Fußball-Union (Uefa) gewählt werden. Der Fifa-Kongress ist dann im Mai in Zürich. «Ich bin froh, dass er sich trotz der zusätzlichen Strapazen, die das Amt mit sich bringt, zu einer Kandidatur entschlossen hat», sagte Beckenbauer in einer Pressemitteilung des DFB. «Theo Zwanziger ist die beste Lösung für den deutschen Fußball.»

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Keine Alternativen in Sicht

Der «Kaiser» hatte seinen Rückzug aus privaten Gründen angekündigt. Zwanziger, der bereits in der Exekutive der Uefa sitzt, hatte es nicht zu einer Nachfolge-Kandidatur gedrängt. Alternativen taten sich jedoch nicht auf, vor allem, nachdem Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge («Ich bin kein Verbandsmensch») abgewunken hatte und ebenfalls Zwanziger empfahl.

«Franz Beckenbauer ist ein weltweit hoch geachteter Repräsentant des deutschen Fußballs, der diese Aufgabe in den vergangenen Jahren hervorragend ausgefüllt hat. Ich bedauere seine Entscheidung, kann sie aber nachvollziehen», sagte der 65 Jahre alte DFB-Präsident. Der Jurist aus Altendiez hatte bereits vor der Sitzung Uefa-Präsident Michel Platini und Fifa-Chef Joseph Blatter über seine Entscheidung informiert. Ligapräsident Reinhard Rauball sowie das gesamte DFB-Präsidium haben nach DFB-Angaben Zwanziger ihre Unterstützung zugesagt.

Neue Bundesliga-Saison startet am 5. August

Bei der Präsidiumssitzung wurde auch der Rahmenterminkalender für die Saison 2011/2012 verabschiedet. Die Bundesliga startet am 5. August 2011 in die neue Saison, die 2. Liga bereits am 15. Juli. Am 5. Mai endet die Runde für die Erstligisten, einen Tag später für die Zweitligisten. Danach finden noch die Relegationsspiele statt. Das Endspiel um den DFB-Pokal wird am 12. Mai 2012 im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Die Winterpause dauert vom 20. Dezember bis zum 19. Januar (Bundesliga) beziehungsweise 2. Februar (2. Liga).

Der frühe Saisonstart im Fußball-Unterhaus war schon vor dem Beschluss auf zwiespältige Reaktionen gestoßen. Trainer Claus-Dieter Wollitz von Energie Cottbus findet ihn mit Blick auf die kurze Vorbereitung «unverantwortlich». Viele Vereinsverantwortliche sehen in der Regelung aber auch einen Vorteil. «Wir haben die Fußballbühne für uns allein», sagte Augsburgs Geschäftsführer Andreas Rettig.

Drei Tage vor der Gruppenauslosung der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland hat der DFB Steffi Jones einen Job nach der WM garantiert: Die derzeitige Präsidentin des Organisationskomitees bekommt den neu geschaffenen Posten als Direktorin für Frauen- und Mädchenfußball. Die frühere Nationalspielerin aus Frankfurt am Main ist durch ihre Werbetätigkeit zu einem bekannten «Gesicht» ihrer Sportart geworden.

phs/reu/news.de/dpa

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