Fußball Chelsea hat den Blues - Tottenham dreht Derby

Chelsea hat den Blues - Tottenham dreht Derby (Foto)
Chelsea hat den Blues - Tottenham dreht Derby Bild: dpa

Tabellenführer FC Chelsea hat der November-Blues erfasst, Verfolger Manchester United siegt mit Rückkehrer Wayne Rooney mühsam und der FC Arsenal verliert erstmals in 17 Jahren zu Hause gegen den Erzrivalen Tottenham Hotspur:

London (dpa) - Tabellenführer FC Chelsea hat der November-Blues erfasst, Verfolger Manchester United siegt mit Rückkehrer Wayne Rooney mühsam und der FC Arsenal verliert erstmals in 17 Jahren zu Hause gegen den Erzrivalen Tottenham Hotspur:

Englands Premier League zeigt sich im Moment so unberechenbar wie lang nicht. «Will überhaupt jemand Meister werden?», fragte die «Sunday Times», während Spurs- Trainer Harry Redknapp für Werder Bremens Champions-League-Gegner Ambitionen anmeldete. «Die Meisterschaft ist offen. Chelsea ist nicht mehr so gut wie früher, Manchester United ebenso - Tottenham kommt näher. Warum sollten wir nicht Meister werden?»

Eigene Ansprüche unterstrich auch Manchester City. Nach zuletzt trostlosen Auftritten überrannte die Elf des deutschen Nationalverteidigers Jerome Boateng - der frühere Hamburger gehörte aber nicht zum Aufgebot - den FC Fulham mit 4:1 (3:0). Carlos Tevez (6./56.), Pablo Zabaleta (32.) und Yaya Touré (35.) ließen den «Cottagers» unter dem vor knapp einem Jahr bei City entlassenen Mark Hughes keine Chance und untermauerten ihre Position unter den Top Vier.

Während Boatengs «Citizens» nach zuvor zwei Nullnummern wieder Tritt fassten, hängt bei Chelsea nach dem frustrierenden 0:1 bei Birmingham City durch Lee Bowyer (17. Minute) und der dritten Pleite im vierten Spiel der Haussegen schief. Zwei Schlappen in Serie kassierten die «Blues» zuletzt 2006, das Boulevardblatt «Mail on Sunday» rief schon den Anfang vom Ende der Ära von Trainer Carlo Ancelotti aus. «Carlo am Boden», titelte auch die auflagenstarke «News of the World». Laut «Sunday Mirror» legte der Verein gar Vertragsverhandlungen mit dem Italiener auf Eis. Dabei blieb Chelsea dank der besseren Tordifferenz Erster vor ManU, das ein am Ende zu neunt spielendes Wigan Athletic mit 2:0 schlug.

«Die Premier League ist diese Saison seltsam», meinte Ancelotti nachdenklich. «Wir verpassen Chancen, aber andere Mannschaften auch.» In Birmingham konnte Chelsea Ausfälle wie den von Kapitän und Abwehrchef John Terry nicht kompensieren. Einmal mehr machte sich die dünne Personaldecke des früheren Clubs von Michael Ballack bemerkbar, die dem Sparkurs des russischen Eigners Roman Abramowitsch geschuldet ist. Die fristlose Entlassung von Co-Trainer Ray Wilkins, offenbar auf Abramowitschs Geheiß, sorgte zuletzt für zusätzliche Unruhe.

Freuen konnte sich Manchester United, allerdings eher über die Schwäche des Gegners als über die eigene Leistung. Patrice Evra (45.+1) und Javier Hernandez (77.) trafen für den Liga-Zweiten, Rückkehrer Rooney ging abermals leer aus. «Es war ein guter Tag für uns, keine Frage», erklärte Trainer Sir Alex Ferguson. Die Leistung seiner Elf nannte er «kompetent, aber nicht mehr» und versprach: «In der zweiten Saisonhälfte werden wir besser.» Die «Sunday Times» hielt mit Blick auf Rooney fest: «Die hässliche Statistik - seit März kein Tor für Englands Top-Stürmer aus dem Spiel heraus - bleibt intakt.»

Obenauf war Tottenham Hotspur, das in einem berauschenden Tempo- Match gegen Arsenal ein erstaunliches Comeback gelang. Samir Nasri (9.) und Marouane Chamakh (27.) hatten das Spiel praktisch schon für die «Gunners» entschieden, doch Gareth Bale (50.), der Ex-Hamburger Rafael van der Vaart (67./Handelfmeter) und Younes Kaboul (85.) drehten das Spiel. Arsenal-Trainer Arsène Wenger warf seiner Elf danach «mangelnde Professionalität» vor: «So etwas ist inakzeptabel, wenn man Titel gewinnen will.»

news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig