Bundesliga BVB dreht Partie, Raúl schießt Werder ab

Lange Zeit sah es in Freiburg nach der zweiten Niederlage für Dortmund aus. Doch der Tabellenführer drehte das Spiel in Meistermanier. Ein überragender Raúl schoss Werder Bremen tiefer in die Krise. Mainz kam gegen Gladbach zweimal zurück und siegte am Ende noch.

Nach dem 2:1 (0:1)-Siegtreffer im Spitzenspiel beim SC Freiburg hielt es keinen Trainer oder Ersatzspieler von Borussia Dortmund mehr auf der Bank. Alle stürmten jubelnd und teils meterweit auf den Platz. Durch den späten Doppelschlag von Robert Lewandowski in der 75. Minute und ein Eigentor von Mensur Mujdza (78.) drehte der Tabellenführer die Klassepartie noch und setzte seinen Superlauf in der Fußball-Bundesliga fort. Der BVB ist jetzt seit zwölf Spielen ungeschlagen und stellte dazu einen Ligarekord auf: Sieben Auswärtssiege nacheinander hatte zuvor noch kein Team geholt. «Wir haben schon verdienter gewonnen. Aber wir nehmen das natürlich gerne mit», sagte Trainer Jürgen Klopp.


Kurioses Eigentor von Hummels

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Der 13. Spieltag in Bildern

Die Freiburger waren vor 24.000 Zuschauern in Führung gegangen. Mats Hummels traf in der 26. Minute mit einem kuriosen Eigentor, als er von seinem eigenen Kollegen Neven Subotic angeschossen wurde. Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller beklagte später ein «klares Foul» an ihm in dieser Szene, während SC-Trainer Robin Dutt ganz generell mit dem Spielverlauf haderte: «Wir haben so ziemlich die beste Halbzeit der Saison gespielt. So sind wir natürlich enttäuscht, dass wir jetzt mit leeren Händen nach Hause gehen», sagte er.

Der Überraschungsklub aus dem Breisgau spielte lange Zeit noch besser als in den ohnehin schon starken Wochen zuvor. Vor allem setzte er dem Spitzenreiter mit dessen eigenen Mitteln zu: nimmermüde Laufbereitschaft, hohes Tempo und frühes Stören jedes Gegenspielers. Die erste Halbzeit war «sensationell von uns», meinte Felix Bastians, sie hatte aus Freiburger Sicht nur einen Makel: Nach guten Möglichkeiten durch Jan Rosenthal (38.) und Papiss Demba Cissé (43.) hätten die Gastgeber zur Pause noch höher führen können.

Dortmund nach der Pause wie verwandelt

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild: Nun spielte Dortmund wesentlich dominanter. In der 48. Minute vergab zunächst Shinji Kagawa eine dicke Chance, dann wurde ein Treffer von Barrios wegen eines Foulspiels des Torjägers nicht anerkannt. Noch einmal Kagawa zwang Freiburgs Torwart Oliver Baumann zu einer Glanztat (52.), Nuri Sahin scheiterte eine Minute später bei der nächsten Möglichkeit.

Gerade, als sich der SC mit etwas Glück und großem Einsatz wieder befreit zu haben schien, traf der eingewechselte Lewandowski per Kopf zum 1:1 (75.). Nur eine Minute später wurde ein Schuss des Polen nur um Zentimeter am Tor vorbei abgefälscht. Am Ende hatte dieses dramatischen Spiel gleich zwei Schlusspunkte: Jakub Blaszczykowski schoss in der 86. Minute aus elf Metern über das leere SC-Tor. Auf der anderen Seite köpfte Julian Schuster nur an die Latte (90.)

Lesen Sie auf Seite zwei, wie Raúl die Bremer abschoss

Raúl mit Dreierpack gegen Bremen

Der im bisherigen Saisonverlauf lange Zeit wankende FC Schalke 04 hat sich den Frust von der Seele geschossen und dank Superstar Raul einen weiteren Schritt aus der Krise getan. Mit dem 4:0 (2:0) im Krisen-Gipfel über Werder Bremen setzte das Team von Trainer Felix Magath den Aufwärtstrend mit nunmehr sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien fort.

Vor 61.673 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena sorgten Christoph Metzelder (22.) und der überragende Raúl (45+2./56./71.) für den verdienten Erfolg. Dagegen setzten die seit mittlerweile vier Spielen sieglosen Gäste, für die der avisierte Europapokal-Platz in immer weitere Ferne rückt, ihre Talfahrt fort. Sie verloren nicht nur die Punkte, sondern auch Philipp Bargfrede, der in der 85. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte sah.

Mainz gewinnt kuriose Partie in Gladbach

Der FSV Mainz 05 hat seinen Abwärtstrend gestoppt und Borussia Mönchengladbach wieder in große Abstiegssorgen gestürzt. Die Rheinhessen gewannen nach zuvor drei Niederlagen in Serie im Borussia-Park mit 3:2 (0:0) und festigten damit ihre Position in der Spitzengruppe. Die zu Haue weiter sieglosen Gladbacher hingegen verpassten eine Woche nach dem souveränen Sieg im rheinischen Derby einen Schritt nach vorn. Vor 45.472 Zuschauern erzielten Marco Reuss (53./69.) die Tore für Mönchengladbach, Andre Schürrle (64.) und Sami Allagui (76./88.) trafen für Mainz.

In der Mainzer Startformation fehlte zunächst Lewis Holtby, der am Mittwoch sein Debüt in der Nationalmannschaft gefeiert hatte, aber noch in der ersten Halbzeit eingewechselt wurde. Sein Kollege Schürrle, ebenfalls in Göteborg gegen Schweden dabei, stand von Beginn im auf sechs Positionen veränderten Team und hatte gleich in der 2. Minute die erste große Chance für die Gäste. Doch der Stürmer scheiterte am guten Borussen-Torhüter Christofer Heimeroth, der auch kurz vor der Paue gegen Marcel Risse retten konnte.

Hamburg vergeigt Remis gegen Hannover

Hannover 96 bleibt die norddeutsche Nummer eins. Die Niedersachsen gewannen dank eines späten Tores von Mike Hanke (90.+1) gegen den Hamburger SV mit 3:2 (1:1) und bauten so den Vorsprung auf die Hamburger aus. Die in dieser Saison überraschend starken Hannoveraner kamen vor 49.000 Zuschauern in der AWD-Arena zu den ersten beiden Toren durch Lars Stindl (31.) und Christian Schulz mit einem Fallrückzieher (59.), ehe Hanke für überschäumenden Jubel sorgte. 96 bleibt damit dicht hinter der Spitzengruppe der Liga, während die Hanseaten, für die nur Heung Min Son (40., 54.) zweimal traf, weiter ihren eigenen Ansprüchen hinterherhinken.

Die beiden Klubs zeigten im Nordderby engagierte Leistungen mit viel Laufbereitschaft und Mut zu offensivem Spiel. Beide Mannschaften zeigten zwar auch einige Schwächen im Spielaufbau und in der Defensive, spielten jedoch bis zum Schluss auf Sieg.

Hoffenheim zeigt Frankfurt Grenzen auf

Böses Erwachen für Eintracht Frankfurt: Die zuvor in sieben Spielen ungeschlagenen Hessen kassierten eine 0:4 (0:1)-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim. Dabei meldete sich der zuletzt verschmähte und formschwache Stürmer Vedad Ibisevic mit einem Doppelschlag in der 69. und 70. Minute zurück. Zudem trafen vor 44.300 Zuschauern in der Commerzbank-Arena Flügelflitzer Boris Vukcevic (31.) und der eingewechselte Peniel Mlapa (90.).

Die Eintracht konnte damit auch im fünften Anlauf nicht gegen den Emporkömmling aus Nordbaden gewinnen. Hoffenheim jubelte nach dem ersten Erfolgserlebnis auf fremdem Platz nach fünf vergeblichen Anläufen und überholte mit 21 Punkten die Frankfurter. Dabei musste das 1899-Team ohne die verletzten Stammspieler Tom Starke, Chinedu Obasi und Josip Simunic antreten, zeigte sich aber als die reifere und cleverere Mannschaft.

Lauterns Kroaten schlagen Nürnberg

Ein Totalausfall der umformierten Abwehr hat den 1. FC Nürnberg in eine bittere Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern gestürzt. Nach zuletzt vier Heimsiegen in Serie unterlagen die Franken gegen den in der Offensive abgebrüht auftretenden Aufsteiger mit 1:3 (0:3). Stiven Rivic (4. Minute), Ivo Ilicevic (12.) und Srdjan Lakic (33.) mit seinem Saisontreffer Nummer sieben trafen vor 40.711 Zuschauern für die Gäste, die nach einer Roten Karte für Thanos Petsos (78.) in der Schlussphase in Unterzahl agieren mussten.

Nürnbergs Aufbäumen kam zu spät und war am Ende nicht mehr von Erfolg gekrönt: Der eingewechselte Robert Mak konnte zwar auf 1:3 verkürzen (67.), aber Kapitän Andreas Wolf drosch anschließend einen Foulelfmeter an die Latte (83.). Während die zweite Heimniederlage beim Club für Ernüchterung sorgte, konnten die Pfälzer erstmals seit dem ersten Spieltag wieder einen Auswärtssieg bejubeln.

Alle Spiele, alle Tore und die aktuelle Tabelle

 

phs/cvd/news.de/dpa

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