Wer Geld sät, erntet Hass
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Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer
Artikel vom 09.09.2010
Hassgesänge und Handgreiflichkeiten: Der Konflikt zwischen Emporkömmlingen und Traditionsvereinen spaltet die Fußballwelt. Ein schwieriger Spagat für den Sport zwischen Kulturgut und Kommerzobjekt.
Am vergangenen Wochenende platzte Tomas Oral der Kragen. «Ich lasse mich nicht 90 Minuten lang dumm anmachen», sagte der Trainer des Viertligisten Red Bull (offiziell: Rasen-Ballsport) Leipzig der Süddeutschen Zeitung. Nach dem Auswärtserfolg in Kiel - dem ersten Sieg der Saison - war Oral mit dem Co-Trainer des Gegners aneinandergeraten - nicht nur verbal, sondern auch handgreiflich. Offenbar hatte es nicht nur von den Rängen Pöbeleien gegen den Emporkömmling aus Leipzig gegeben, sondern auch von der Bank der Kieler, die als Traditionsverein in der vierten Liga herumdümpeln. Da sei es auch «legitim, wenn wir uns wehren. Und wir wehren uns», sagte Oral wütend.
Denn egal, wo der Brausedosen-Klub derzeit auch hinkommt - überall wird er mit Anfeindungen, Spott und Hass empfangen. Beim Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig II etwa besprühten selbsternannte Hüter des Traditionsfußballs den Mannschaftsbus und zerstachen die Reifen. Einige Anhänger des Halleschen FC riefen zum «Bullenjagen» auf, kündigten in diversen Internetforen Gewalttaten gegen Spieler, Fans und Funktionäre von RB an. Über normale Rivalität zwischen zwei konkurrierenden Fanszenen geht das weit hinaus.
Und so spaltet dieser Konflikt zwischen Traditionsvereinen und Retortenklubs aktuell den Fußball. Nicht nur Fans reden sich bei dem Thema heiß, sondern auch die Entscheidungsträger in den Klubs. Hans-Joachim Watzke, Boss des traditionsreichen Bundesligisten Borussia Dortmund, polterte im vergangenen Jahr in einem Interview mit dem Internetportal fussball.de: «Wollen wir wirklich auf einer Meisterfeier Red Bull Soundso feiern? Ich glaube nicht, dass der deutsche Fußball schon dermaßen amerikanisiert ist.» Und weiter: «Wie lange werden sich Klubs wie Dortmund oder Frankfurt wehren können, wenn Konzerne plötzlich 300 Millionen Euro irgendwo reinpumpen, weil es sich aus Marketinggesichtspunkten rechnet?»
BVB-Boss Watzke: «Wir sind nur für die Folklore zuständig»
Watzke forderte damals die Verteilung der Fernsehgelder nach dem Prinzip der «Verursachungsgerechtigkeit». So sollten laut Watzke diejenigen Klubs mit den meisten Fans auch das meiste TV-Geld bekommen. «Wir sorgen mit unserem Umfeld dafür, dass die Liga boomt. Und das muss uns in irgendeiner Weise vergütet werden», sagte Watzke bei derwesten.de. «Wenn es nur nach Erfolg geht, dann ist es so: VW schießt (bei Wolfsburg, Anm. d. Red.) das Geld rein, kassiert am Ende, und wir sind für die Folklore zuständig.» Während die Dortmunder Fans zu Tausenden zu den Auswärtsspielen reisen, hielten sich die Zuschauer von Wolfsburg, Hoffenheim & Co. vornehm zurück.
Spielen sich Watzke und die Fans nur als Ewiggestrige auf, weil sie ihre Felle davonschwimmen sehen? Verstecken sie sich hinter einer Tradition, die im durch und durch kommerzialisierten Fußball eh nur noch Fassade ist? Oder schützen sie den Fußball als Kulturgut vor der feindliche Übernahme durch die Wirtschaftsbosse?
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Retorte hin oder her. Die meisten Vereine sind irgendwann künstlich geschaffen worden. So ist Dynamo Dresden ein Polizeiverein. Also mal Bälle flach halten.
jetzt antwortenKommentar meldenklar wurde jeder Verein irgendwann mal gegründet, bei Rasen-Ballsport Leipzig war das am 19. Mai 2009. Mit gekaufter Spielberechtigung ging es dann auch gleich in der Oberliga - die fünft höchste Spielklasse in Deutschland - los.
jetzt antwortenKommentar meldenIch finde es unfair und unsportlich, wenn man gegen RB-Leipzig vorgeht. Gegen RB-Formel1 sagt doch auch keiner etwas, oder? Jeder Verein wurde doch einmal gegründet! Wie reich ist denn Bayern München?? Da wird auch nicht mit unsportlichen Mitteln angegangen!
jetzt antwortenKommentar meldenVölliger Humbug, Anonymus aka Dieter Fink leider wohl unter Paranoia.
jetzt antwortenKommentar meldenda komm ich nit ganz mit, mit deiner logik.wenn du mailst, steht höchstens deine mailadresse zu verfügung. es sei denn, du schreibst auch deine anschrift, deine bank, deine kontonummer mit dazu. aber, wer macht das schon. könnte hier statt einer ursächlichen beziehung nur ein zeitlicher bezug bestehen?
jetzt antwortenKommentar meldenIch warne hiernit eindeutig, Kommentare unter Angabe des Namens und echter Mail- Adresse abzugeben. Hatte letzte Woche dies getan und am nächten Tag versuchte so ein Schwein auf mein Konto zuzugreifen. Zum Glück ist dies nicht über Namen zu offnen.
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