So., 12.02.12

Özil und Khedira Taubstumm bei Real

Artikel vom 02.09.2010

Sie wirken zufrieden. Doch das kann auch daran liegen, dass Sami Khedira und Mesut Özil nicht verstehen, was um sie herum bei Real Madrid passiert. José Mourinho sagt, «Hola» und «Buenos Dias» sei alles, was sie verstünden. Den kostenlosen Spanisch-Grundkurs für beide gibt es bei news.de.

Wer ins Ausland geht und die Sprache nicht spricht, hat es nicht leicht. Im Restaurant bekommt man nicht das, was man vermeintlich bestellt hat, und am Ende reißen andere noch Witze über einen, die man nicht versteht. So stehen Mesut Özil und Sami Khedira in Madrid vor allen sportlichen Dingen zunächst vor der Herausforderung, die Landessprache zu erlernen.

«Man kann von niemandem erwarten, dass man in drei, vier Wochen die Sprache spricht», nahm Jogi Löw die beiden gegen die Mourinho-Kritik in Schutz: «Beide Spieler machen mir einen ausgesprochen zufriedenen, ich will fast schon sagen glücklichen Eindruck.» Özil und Khedira hätten dem Bundestrainer bestätigt, dass sie hervorragend aufgenommen worden seien. Zwischen ihnen und Mourinho finde eine hervorragende Kommunikation statt.

Mourinho hatte dagegen erklärt, es sei schwierig, dem Ex-Bremer und dem Ex-Stuttgarter Anweisungen verständlich zu machen. «Sie beherrschen nicht einmal das Englische. Sie sprechen Englisch ein bisschen besser als Spanisch, aber es ist schwer, sich mit ihnen zu verständigen», sagte Mourinho, der damit auch die Integration seiner deutschen Jungstars in die Mannschaft erschwert sieht. «Ihre Teilhabe am sozialen Leben des Kaders ist gleich null», stellte der Portugiese fest.

Khedira vor doppelter Herausforderung

Während Özil als Wunschspieler von Mourinho einen Stammplatz fast sicher hat, muss sich Khedira durchbeißen. Im Hinblick auf eine Rückkehr von Michael Ballack zur Nationalelf steht er sogar vor einer doppelten Herausforderung. Das Privatduell mit dem Alphatier hat er längst angenommen, und auch die kritischen Töne von Real-Coach José Mourinho können den 23-Jährigen nicht schocken. «Man muss sich im Fußball immer neu beweisen. Egal, in welchen Situationen man ist», verkündete Khedira.

Für Bundestrainer Joachim Löw wäre ein Dauerplatz Khediras im «weißen Ballett» von Real nur gut. Denn zu wenig Einsätze in Madrid könnten auf Dauer auch die Position der WM-Entdeckung im Nationalteam schwächen. Doch solche Gedanken schiebt Khedira zur Seite. Nach dem Punktspielstart, den er nur als Einwechsler erleben durfte, sagt er: «Es ist für mich ein komplett neuer Fußball, der bei Real gespielt wird, eine ganz andere Philosophie. Ich kann nicht mein Spiel, das ich fast 20 Jahre lang gespielt habe, innerhalb von drei Wochen umstellen. Aber ich weiß, dass ich da auf einem guten Weg bin.»

Löw bekräftigte, es laufe für das Duo alles planmäßig. Sie hätten eine Wohnung gefunden und sich eingelebt. «Es ist für beide eine große Herausforderung in einem königlichen Klub. Ich denke, dass sie davon profitieren werden. Wenn ich ihr Selbstbewusstsein sehe und ihre Fähigkeiten, bin ich sicher, dass sie das schaffen», sagte der Bundestrainer. Und mit dem Spanisch-Grundkurs vor news.de kann eigentlich wirlich nichts mehr schief gehen.

hem/kru/news.de/dpa
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