Das Millionen-Finale
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Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Artikel vom 31.08.2010
Um 18 Uhr schließt der Transfermarkt seine Tore und bleibt dicht bis zum Winter. Wer jetzt nicht vorsorgt, steht vielleicht lange im Regen. Das gilt für die Klubs genauso wie für die Spieler. Einige interessante Personalien sind noch offen.
Schalke hat in den vergangenen 24 Stunden noch einmal mächtig Gas gegeben. In Klaas-Jan Huntelaar (von AC Mailand für 14 Millionen) findet Raúl endlich einen angemessenen Sturmpartner. Das Grundproblem jedoch, dass nämlich zu wenige Bälle aus dem Mittelfeld kommen, hat Trainer Felix Magath damit noch nicht gelöst. Im Gegenteil. Huntelaar ist wie Raúl und Edu ein Stürmer, der gern zentral vor dem Tor spielt. Auf dieser Position hat Schalke jetzt ein Überangebot.
Mit dem Spanier Jose Manuel Jurade ist sich Schalke ebenfalls einig. Der Wechsel wurde vor wenigen Stunden bekanntgegeben. Nach einem Bericht der spanischen Zeitung El Mundo muss Schalke für den 24-Jährigen rund 13 Millionen Euro zahlen. Jurade ist ein vielseitig verwendbarer Offensivspieler, aber nicht erste Wahl als Spielmacher. Rafael van der Vaart ist nach wie vor eine Option. Spekuliert wird außerdem noch über Nicolas Plestan (Lille) als Innenverteidiger.
Magaths Wunschspieler Zvjezdan Misimovic ist indes wieder unerreichbar geworden. Nachdem Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß erklärte, den Bosnier nicht zu einem Konkurrenten gehen zu lassen, war noch einmal Hoffnung aufgekeimt, ein Tausch mit Jermaine Jones plus drei Millionen Euro im Gespräch. Das hat sich zerschlagen. Nach Bild-Informationen flog Misimovic gestern Abend nach Istanbul, wo er bei Galatasaray auf der Wunschliste steht. Der HSV ist damit wohl aus dem Rennen.
Mit ihm würde die Bundesliga einen Zauberfuß verlieren. Misimovic muss den Deal jedoch durchziehen, sonst versauert er in Wolfsburg auf der Tribüne und schaut Diego zu. Gegen Mainz am Wochenende gehörte er schon nicht mehr zum Aufgebot. Undankbar ist die Geschichte trotzdem. Immerhin war «Zwetschge» in der Meistersaison mit 20 Assists Topvorlagengeber der Liga.
Wolfsburg muss sich dafür Anatolij Timoschtschuk aus dem Kopf schlagen. Der Bayern-Reservist, dessen Marktwert aufgrund fehlender Spielpraxis extrem gesunken ist, sei im Moment nicht verkäuflich, erklärte Sportdirektor Christian Nerlinger. Damit bleiben auch Martin Demichelis (Interesse des FC Chelsea) und Mario Gomez (beim FC Liverpool im Gespräch) beim Rekordmeister, der kein Interesse hat, Titelkonkurrenten stark zu machen. Statt Timoschtschuk hat Wolfsburg nun Jean II Makoun (Lyon) im Blick.
Auch der VfB Stuttgart hat Nachholbedarf. Mauro Camoranesi wird von Juventus Turin ausgeliehen. Der 33-jährige Weltmeister von 2006 verstärkt das rechte Mittelfeld. Außerdem sind die Schwaben immer noch an Mladen Petric dran. Der Angreifer schiebt beim Hamburger SV Frust, weil Trainer Armin Veh ihn nur als Außenstürmer zum Einsatz bringen will. In Frankfurt beim 3:1-Sieg am Wochenende spielte er nicht und wurde auch nicht vermisst. Tamas Hajnal - beim BVB aussortiert - ist ebenfalls ein interessanter Mann.
Nach Carlos Eduardo (von Hoffenheim nach Kasan) verlässt auch Stürmer Dimitar Rangelow die Liga. In Dortmund war der durchaus begabte Bulgare nie richtig warm geworden. Jetzt versucht er sein Glück bei Maccabi Tel Aviv. Markus Rosenberg hat bei Werder Bremen ebenfalls keine Zukunft. Für den Schweden interessieren sich verschiedene ausländische Klubs. Jan Schlaudraff teilt dieses Schicksal in Hannover. Beide müssen sich heute noch entscheiden.
kru/ivb/news.de
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