Tops & Flops des Spieltages Tag der offenen Tore

Mainzer Aufholjagd in Wolfsburg (Foto)
Szalai, Schürrle, Holtby (von links): Ein Tänzchen hatten sich die Mainzer Himmelstürmer verdient. Bild: dpa

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Favoritenstürze, Torefestivals und Senkrechtstarter: Dieses Bundesliga-Wochenende wird in Erinnerung bleiben. News.de stellt Ihnen Gewinner und Verlierer des zweiten Spieltags der Saison vor.

Die Gewinner des zweiten Spieltags:

Die Fans: Die ARD-Hörfunk-Reporter kamen bei der Bundesliga-Konferenz gar nicht mehr nach: Tor in Wolfsburg, Tor in Bremen, Tor in Frankfurt und so weiter. Insgesamt fielen von Freitag bis Sonntag 39 Tore in neun Spielen - eine starke Quote, die jedes Fanherz höherschlagen lässt. Während vor einigen Jahren in der Bundesliga noch «die Null» stehen musste, lieferten sich beinahe alle Teams einen rasanten Schlagabtausch. Ausgerechnet die TSG Hoffenheim spielte beim Gastspiel beim FC St. Pauli als einziges Team ohne Gegentreffer und erzielte auch nur ein Tor - untypisch für Hoffenheim und für den zweiten Spieltag. Vom torreichsten Spieltag der Ligahistorie ist das vergangene Bundesliga-Wochenende allerdings noch ein ganzes Stück entfernt: In der Saison 1983/84 fielen am 32. Spieltag insgesamt 53 Tore!

Bundesliga
Die Bilder des 2. Spieltags

Hamburger SV und TSG 1899 Hoffenheim: Unspektakulär gespielt, auswärts verdient gewonnen - Tabellenspitze. Während auf den anderen Plätzen die Tore am Fließband fielen, konzentrierten sich Hamburg und Hoffenheim nicht nur auf die Offensive, sondern warteten geschickt ab, bis sich die Chancen zum Sieg boten. Hoffenheim erzielte in der 87. Minute das Siegtor (Vorsaah) und der HSV in der 81. (van Nistelrooy) beziehungsweise 89. Minute (Guerrero). Der Lohn: Beide Teams gehören gemeinsam mit den Überraschungsteams Hannover 96, Mainz 05 und 1. FC Kaiserslautern zu den Teams an der Tabellenspitze.

Der Betzenberg: Der «Betze» bebte wieder mal - und wie. Nach über zehn Jahren gelang es dem 1. FC Kaiserslautern - den man jetzt wieder als Angstgegner des FC Bayern bezeichnen darf - wieder einmal, den Ligakrösus zu bezwingen. Knapp 50.000 Zuschauer im legendären Fritz-Walter-Stadion trieben ihr Team nach vorn, die ganze Pfalz drückte die Daumen für den Aufsteiger. Letztlich siegte der 1. FCK mit 2:0 und die Fans verabschiedeten das weiße Bayern-Ballett mit weißen Taschentüchern - der Mythos Betzenberg lebt.

Patrick Herrmann: Er machte es einfach wie früher beim Tipp-Kick. Patrick Herrmann, 19-jähriges Talent von Borussia Mönchengladbach, bekam in der 44. Minute irgendwie den Ball vor die Füße, holte mit dem rechten Bein weit aus und drosch die Kugel unhaltbar in die Maschen: 3:1 für Gladbach. Auch den ersten Treffer hatte der gebürtige Saarbrücker bereits erzielt. Am Ende stand es bekanntlich 6:3 für Borussia Mönchengladbach. Weil auch noch der 21-jährige Marco Reus begeisternd wirbelte, darf man getrost auf eine Renaissance der legendären «Fohlen-Elf» der 1970er Jahre hoffen.

Marko Arnautovic: Der Österreicher hatte in Bremen schon seinen Stempel weg. Bis vor kurzem konnte keiner verstehen, weshalb Klaus Allofs und Thomas Schaaf knapp sieben Millionen für diesen hüftsteifen und disziplinlosen Stürmer ausgegeben haben. Nun wird der «Null-Bock-Ösi» (Bild) zum Voll-Bock-Knipser. Gegen den 1. FC Köln bereitete Arnautovic ein Tor vor und schoss gleich zwei Treffer selbst. Eine hervorragende Image-Kampagne in eigener Sache gegen den schlechten Start an der Weser.

Papiss Demba Cissé: Zwei Spiele, drei Tore. Gemeinsam mit Ruud van Nistelrooy, Edin Dzeko und Srdjan Lakic steht der 25 Jahre alte Senegalese an der Spitze der Torjägerliste. Im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg traf der in der vergangenen Winterpause vom FC Metz zum SC Freiburg gewechselte Stürmer gleich zwei Mal und führte die Breisgauer zum ersten Saisonsieg.

Adam Szalai: Schon im ersten Saisonspiel gegen den VfB Stuttgart hatte der Ungar nach seiner Einwechslung eine Riesengelegenheit. Diesmal krönte Adam Szalai vom FSV Mainz 05 seine Leistung mit dem Siegtor beim 4:3-Auswärtserfolg der Rheinhessen in Wolfsburg. Der beidfüßige 1,93-Meter-Mann, der von Real Madrid II gekommen war, könnte zu einer der Entdeckungen der Saison werden. 

Seite 2: Die Verlierer des 2. Spieltags

Der Heimvorteil: Wo ist er nur geblieben, der Heimvorteil? Sieben Auswärtssiege in neun Spielen gab es in der Ligageschichte noch nie. Trotz Führung gaben Wolfsburg, Frankfurt und Nürnberg ihren Vorsprung noch aus der Hand. In Wolfsburg war das besonders ärgerlich: Zwei Tore von Edin Dzeko und eines von Diego genügten nicht - Mainz drehte das zwischenzeitliche 0:3 noch in ein 3:4. Andere Teams wie Leverkusen und Stuttgart ließen sich von Beginn an regelrecht auseinandernehmen.

Raúl und der FC Schalke: Der Spanier fand sich schon am letzten Spieltag in dieser wenig schmeichelhaften Gesellschaft wieder. Doch weil Raúls Auftritte einfach so traurig sind, müssen wir ihn erneut hier aufführen. Ohne Bindung zu Mannschaft und Spiel irrte der einstige Superstar auf dem Platz umher. Warum, muss sich Trainer Felix Magath fragen lassen, stellt er seinen formschwachen und wenig fitten Stürmer überhaupt auf? Dabei ist Raúls Leistung ein Spiegelbild der Leistung der gesamten Schalker Mannschaft. Weil das Team von Magath in der neu formierten Abwehr wenig solide steht, kann es keinen Druck nach vorn aufbauen - und das war das Erfolgsrezept der Vorsaison.

Michael Ballack: Als Jupp Heynckes den «Capitano» in der 63. Minute vom Platz nahm, schüttelte Ballack nur ungläubig den Kopf. Im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach stand es zu diesem Zeitpunkt bereits 2:5 für die Gäste vom Niederrhein. Wie die gesamte Leverkusener Mannschaft hatte es auch Ballack nicht vermocht, dem Team in der Defensive Stabilität zu verleihen, mal ein Zeichen zu setzen und dem Spiel System zu geben. Nicht gerade ein Bewerbungsvideo für die Rückkehr in die Nationalmannschaft.

sca/ivb/news.de

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