Doping-Kontrolleure betrügen mit Eigenurin
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Auf der heimischen Toilette abgefüllt: Anstatt bei Frauenhandball-Spielen zu testen, blieben zwei Doping-Kontrolleure lieber zu Hause und füllten die Röhrchen einfach selbst. Das Entsetzen ist groß.
Einen bisher noch nie dagewesenen Fall von Betrug bei Doping-Kontrollen in Deutschland hat die ARD öffentlich gemacht. Nach Recherchen der Sportschau und des WDR-Magazins Sport inside sollen Doping-Kontrolleure einer Mannheimer Firma betrogen haben, indem sie beauftragte und abgerechnete Proben mit eigenem Urin abfüllten. Inzwischen ermittelt die Mannheimer Staatsanwaltschaft wegen Leistungsbetrugs und Urkundenfälschung gegen zwei Mitarbeiter der Firma Serco. Laut Staatsanwalt Jochen Seiler haben sowohl die Firma als auch der Deutsche Handballbund am 27. Januar Strafanzeige gestellt.
Die Doping-Redaktion belegt Informationen, nach denen eine Kontrolleurin (geboren 1976) zu Hause blieb, anstatt im Auftrag des Deutschen Handball-Bundes beim Frauen-Pokalspiel FSV Mainz gegen DJK/MJC Trier sowie einem Zweitligaspiel2. Liga Süd: TuS Metzingen gegen HSG Bad Wildungen die bestellten Doping-Proben zu nehmen. Bei dem zweiten verdächtigten Mitarbeiter handelt es sich um einen zwei jahre jüngeren Mann. Zudem sollen von dem Duo die Unterschriften der angeblich kontrollierten Spielerinnen gefälscht worden sein.
Mindestens acht Proben (A- und B-Proben von vier Spielerinnen), die jeweils 434 Euro kosten, wurden demnach wahrscheinlich auf der heimischen Toilette gefüllt und anschließend als angebliche Doping-Proben deklariert und beim Kölner Institut für Biochemie eingereicht. «Die DNA-Proben ergaben, dass ein und die selbe Person die Proben abgegeben hat», sagte Seiler. Zudem hätten die Spielerinnen bestätigt, dass niemand zur Kontrolle dagewesen sei. Beide Verdächtige haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Nada-Mitarbeiterin: «Das kann dem Anti-Doping-Kampf massiv schaden»
Dem Deutschen Handball-Bund (DHB) sind die Vorgänge seit einem halben Jahr bekannt. Er kündigte der betroffenen Mannheimer Firma, verzichtete jedoch darauf, den Fall öffentlich zu machen. «Das ist nach unserer Auffassung - und das ist ja auch der tatsächliche Sachverhalt - ein schlichter Betrugsfall, der eigentlich mit der gesamten Doping-Problematik überhaupt nichts zu tun hat», begründete Berndt Dugall, der Vorsitzende der Frauen-Bundesliga, auf Anfrage der ARD das Schweigen des Verbandes.
«Die erste Sorge von mir war, dass ich eventuell, wenn das nicht alles aufgeklärt werden würde, gesperrt werde», erklärte Nationalspielerin Nadja Nadgornaja, die zum betreffenden Zeitpunkt in Trier spielte und jetzt beim Thüringer HC unter Vertrag steht.
«So ein Fall ist in Deutschland erstmalig und einzigartig», erklärte Anja Berninger, die Justiziarin der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada der ARD. «So etwas kann dem Anti-Doping-Kampf in Deutschland massiv schaden», fügte sie hinzu. Die Mannheimer Firma war zuletzt auch mit Kontrollen in den Sportarten Schwimmen, Hockey, Tennis, Baseball und bis 2009 auch im Männer-Handball betraut.
kru/ruk/ivb/news.de/dpa
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Unabhängig vom Tatbestand, fiel mir auf, dass in letzter Zeit die Redakteure der Seite einer sprachlichen Unsitte frönen, die sich auf diese Weise stark verbreitet und die deutsche Sprache verhunzt: Strafanzeigen werden erstattet, nicht gestellt! Gestellt werden Strafanträge! Vielleicht erbarmt sich ja mal einer, das in die Köpfe zu "prügeln" auf dass es dort gespeichert bleibt. ;-)
jetzt antwortenKommentar meldenWenn der Urin von Dopingfahndern zur Vertauschung genügt, warum denn dann nicht unterschobener Urin. Oder dopen mit einem Stoff, den der Dopingexperte eigens deshalb weglässt, bzw. nicht entdeckt. Dann dopt eben der Dopingfahnder. Wenn selbst die Fahnder kriminell sind, dann kann nur gelten: Doping frei oder jeden Sport verbieten.
jetzt antwortenKommentar meldenIch wundere mich schon lange, wie es denn kommt dass Weltrekorde immer wieder übertroffen werden. Nun wird einem manches klar. Wieviel Menschen werden wohl noch wegen Doping sterben? Ist den Geldgier größer und wichtiger als ein Menschenleben ? Nicht nur diejenigen die Doping betreiben sollte man bestrafen sondern auch alle die jenigen die es nicht verhindern !! Mir kommt es schon sehr seltsam vor , dass bei Olympiaden die USA fast immer die meisten Goldmedaillen Gewinnen. Sind die wirklich so gut ?
jetzt antwortenKommentar meldenhmm , sollte es wirklich noch Menschen geben, die das entsetzt ? - Das ist doch klar, das das so läuft. Es geht , um Geld. das ist ähnlich, wie bei den BIO Produkte, die hier kontrolliert werden - aus Süd Ghana (Beipsiel) - der doofe Deutsche kauft und glaubt.... Fussball ? auch
jetzt antwortenKommentar meldenWas für eine Heuchelei!! Da ist dem DHB seit Januar 2010 alles bekannt und was macht er? Schweigen und hoffen, dass es keiner bemerkt! Bei näherer Betrachtung muss man allerdigs auch feststellen, dass es sich um einen reinen Leistungsbetrug handelt und keine einzige Person verletzt wurde.Da kann ich nur festhalten? Wären doch alle Betrugsfälle, über die die Journalisten mehr, oder weniger berichten,nur von dieser Qualität! Was davon übrigbleibt ist die Tatsache, dass der DHB und andere?? die Dopingkontrolle nicht ernst nehmen und die Kontrolle der Dopingprüfer katastrophal ist!
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