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Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Artikel vom 29.08.2010
Es hakt, rattert und quietscht. Bei vielen Bundesligisten ist mächtig Sand im Getriebe. Doch noch ist die Chance zum «Ersatzteilkauf» da. Erst am Dienstag endet die Transferfrist. News.de sagt am Morgen danach, wo es bei welchem Klub klemmt.
Am lautesten ist das Rattern auf Schalke. Deutlich war es bei der 1:2-Heimpleite gegen Hannover 96 zu vernehmen. Felix Magath hat sich als Team-Ingenieur in diesem Sommer mächtig ins Zeug gelegt, aber scheinbar auch übernommen. Rädchen rein, Rädchen raus: Viele Stammspieler mussten den Verein aus Kostengründen verlassen. Vor allem für die Topverdiener Kevin Kuranyi, Rafinha und Heiko Westerman war kein Platz mehr bei dem nun schlanken Klub. Insgesamt und inklusive der ausgeliehen Spieler gingen 13 Profis weg.
Die neuen Räder des Schalke-Getriebes greifen noch nicht recht ineinander. Es fehlt das Spielverständnis und das Auge für den Nebenmann. Christoph Metzelder und Spanien-Star Raul taugen bisher nur zum Ankurbeln der Trikotverkäufe. Magath ist angeschmiert, weiß längst, dass etwas wichtiges fehlt: ein Spielmacher à la Zvjezdan Misimović oder Rafael van der Vaart. Die Zeit läuft gegen Magath und Schalke. Wie es ausschaut, schenkt der Fußballlehrer dem eher unbekannten rumänischen Offensiv-Allrounder Ciprian Deac das Vertrauen - oder kommt van der Vaart doch noch?
Bremen hat da auf dem Transfermarkt cleverer agiert. Lange bevor der Transfer von Mesut Özil nach Madrid unter Dach und Fach gebracht wurde, hatte sich Manager Klaus Allofs schon die Dienste seines potenziellen Nachfolgers gesichert. Doch der Austausch verlief dennoch nicht reibungslos. Özil-Nachfolger Wesley musste beim 4:2-Sieg gegen Köln zuschauen, weil nach wochenlangem Transferhickhack noch keine Spielgenehmigung vorlag.
Und Köln, ja Köln - Zvonimir Soldo sollte wirklich überlegen, ob sich an dem Getriebe noch irgendwas reparieren lässt. Nach dieser schlechten Saison 2009/10 sieht es wieder so aus, als wird der FC gegen den Abstieg spielen. Lukas Podolski ist zwar made in Cologne, funktioniert aber bloß in der Nationalmannschaft. Neue Teile kann sich Soldo nicht mehr leisten. Der «Prinzenraub» vergangen Sommer, zehn Millionen teuer, hat alles Ressourcen aufgebraucht.
Geld hat Wolfsburg dagegen im Überfluss, das Problem hier: Magath hatte sich eine schöne perfekte Mannschaft zusammen gekauft. Seit seinem Weggang repariert man an der alten «Maschine». Grafité ist nicht mehr der, der er unter Magath war. Misimović ist aussortiert, gehörte beim 3:4 gegen Mainz nicht mal mehr zum Kader. Und Diego hatte nur Luft für 45 Minuten. Immerhin fehlt in Wolfsburg wie auch beim FC Bayern München nur ein Feintuning. Meistermacher Magath hat da ganz andere Sorgen.
cvd/news.de
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