Huck bleibt Box-Weltmeister
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Von Günter Schulz
Artikel vom 22.08.2010
Nur fünf Runden hatte Marco Huck gebraucht, um seinen Weltmeistertitel mit einem technischen K.o. zu verteidigen. Mit Schlagstärke und Explosivität hatte er sich durchgeboxt. Jetzt soll er das deutsche Zugpferd für ein Turnier der weltbesten Cruisergewichtler werden.
Box-Weltmeister Marco Huck hat seiner Sauerland-Promotion und der ARD das passende Präsent zur 100. gemeinsamen Veranstaltung bereitet. Der Cruisergewichtler verteidigte seinen WBO-Gürtel Samstagnacht vor 4500 Zuschauern in Erfurt mit einem spektakulären technischen K.o.-Sieg in der fünften Runde gegen den US-Amerikaner Matt Godfrey und hofft nun auf einen weiteren WM-Titel. «Ich will beim geplanten Super-Six-Turnier einen Vereinigungskampf bestreiten», kündigte der 25 Jahre alte Bielefelder nach dem 31. Kampf (30 Siege) seiner Profikarriere selbstbewusst an.
Huck demonstrierte vor 3,8 Millionen TV-Zuschauern (21,8 Prozent Marktanteil) gegen den völlig überforderten Herausforderer vom ersten Gong an, dass er nicht eben ein boxerischer Filigrantechniker ist. Mit seiner Schlagstärke und Explosivität beeindruckte er den US- Amerikaner aber so nachhaltig, dass Godfrey nie auch nur den Hauch einer Chance hatte. «Ich habe die Brechstange herausgeholt. Ich wollte mich nicht zu lange mit ihm aufhalten und habe den Sieg quasi erzwungen», berichtete der Schützling von Trainer Ulli Wegner.
Dem Trainerfuchs standen erneut die Haare zu Berge ob der taktischen Undiszipliniertheiten seines momentan einzigen Weltmeisters. Gegen einen stärkeren Gegner als der limitierte Godfrey hätte das ins Auge gehen können. Der aber war wohl froh, wenigstens bis in die fünfte Runde gekommen zu sein. Dann brach der Ringrichter das ungleiche Duell völlig zu Recht ab. «Da kamen einfach so viele Hände angeflogen. Ich war nicht in der Lage, dagegenzuhalten», gestand Godfrey nach der zweiten Niederlage im 22. Kampf seiner Karriere ein.
Für Huck war das Jubiläumsduell kein Gradmesser für sein wirkliches Leistungsvermögen. Das könnte anders werden, wenn sein Promoter das nächste Super-Six-Turnier in die Tat umsetzt. Analog dem bereits laufenden im Supermittelgewicht mit Arthur Abraham sollen ab Dezember die weltbesten Cruisergewichtler ihren Besten ermitteln. «Mit drei Weltmeistern sind wir uns bereits einig. Wir hoffen, dass wir bis Ende Oktober die Verträge für das Turnier unter Dach und Fach haben», sagte Promoter Wilfried Sauerland.
Ein Widerpart Hucks wäre dann IBF-Weltmeister Steve Cunningham (USA), der ihm die bislang einzige Niederlage beigebracht hat. Dritter Weltmeister im Turnier soll der polnische WBC-Titelträger Krzystof Wlodarczyk sein. Dritter Turnier-Teilnehmer aus dem Sauerland-Stall neben Huck und Cunningham ist der Kubaner Yoan Pablo Hernandez.
amg/news.de/dpa
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