Wo bleibt der Schumi-Boom?
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Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer
Artikel vom 25.07.2010
Die Fans sind enttäuscht, Zuschauer- und TV-Quoten stagnieren. Der Hysterie um das Comeback von Michael Schumacher folgte die Ernüchterung. Auch der Ticketabsatz für das Rennen auf dem Hockenheimring lief schleppend.
«Many» Lohmer und sein Fanklub kommen nicht. Der Chef des 1. Internationalen Michael und Ralf Schumacher Fanklubs «Die Rotkäppchen» und dessen Mitglieder haben am Wochenende Wichtigeres zu tun, als das Formel-1-Rennwochenende am Hockenheimring zu verfolgen. Statt an der Strecke mit ihrem Star Michael Schumacher bei dessen Comeback in Deutschland mitzufiebern, bleiben die Motorsportfans lieber daheim. Weil einige Rotkäppchen als Streckenposten bei einem Truck-Rennen arbeiten, fährt kein einziger des 92-köpfigen Vereins zum Großen Preis von Deutschland. Bei Schumachers Comeback hatte Lohmer noch aufgeregt gejubelt: «Jetzt springen die deutschen Fans aus der Hose.»
Ähnlich wie die Rotkäppchen setzen derzeit wohl viele Schumi-Fans ihre Prioritäten. Denn anders als zur Hochzeit der «Schumi»-Mania als 2002 über 90.000 Tickets abgesetzt wurden, wollen in diesem Jahr nur etwa 62.000 Zuschauer live dabei sein, genau wie beim letzten Hockenheimring-Rennen vor zwei Jahren. Damals war Michael Schumacher noch Rentner.
Dabei waren Ende des vergangenen Jahres so viele Ticketanfragen eingegangen, dass die Telefonanlage am Hockenheimring zusammenbrach. Als Michael Schumacher seinen Fans ein Weihnachtsgeschenk machte und sein Comeback bekanntgab, boomte der Kartenvorverkauf. Doch das hielt nicht lange an. Schon bald nach dem Weihnachtsgeschäft sackte die Nachfrage stark ab. «Das Überraschende am Schumacher-Effekt war, dass es ihn wohl gar nicht gab», sagte Karl-Josef Schmidt, Geschäftsführer am Hockenheimring, der Süddeutschen Zeitung.
In gleichem Maße wie der Kartenverkauf sank, verebbte auch die Hysterie um den Rekord-Weltmeister. Weil Schumi nur hinterherfährt, sind die Fans ernüchtert. «Das Ding läuft einfach nicht», sagt «Many» Lohmer. «Damit müssen wir uns alle abfinden.»
Diese Ernüchterung spiegelt sich auch in den Einschaltquoten bei RTL wider. Den Auftakt in Bahrain und den Klassiker in Monaco einmal ausgenommen, liegen die Quoten in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Beim letzten Rennen in Silverstone, als Sebastian Vettel von der Pole Position startete, schauten im Vergleich gar fast eine Million weniger Menschen zu (2010: 5,35 Millionen Zuschauer/2009: 6,27). «Die Deutschen verlieren die Formel 1 wieder aus den Augen», analysierte das Kölner Institut Sport+Markt in einer Studie zur «Entwicklung der Formel 1». «Von der anfänglichen Euphorie ist auf sportlicher Ebene viel verflogen.» «Many» Lohmer und viele weitere Fans haben die Hosen längst wieder angezogen.
oro/news.de
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In den Bildunterschriften zu Schumi's Karriereentwicklung hat sich ein Fehler eingeschlichen. Ferrari hat sehr wohl nach 1972 noch einen Weltmeister gestellt, nämlich 1979 Jody Scheckter. http://de.wikipedia.org/wiki/Jody_Scheckter
jetzt antwortenKommentar meldenDer gute Sebastian hats mal wieder versemmelt. Er ist ja noch Jung und kann noch einiges bei den "älteren Herren" lernen. Seine Zeit kommt bestimmt in ein paar Jahren...
jetzt antwortenKommentar meldenDas war doch abzusehen. Und Schumacher hat sich damit keinen guten Dienst erwiesen. Die Glorifizierung des 7-maligen Weltmeisters hat darunter gelitten. Aber, nichts hält ewig, wir haben neue Stars. U.a. Vettel, der durchaus das Zeug hat hier anzuknüpfen. Wir drücken fest die Daumen!!! Leere Ränge sind doch eher die Frage der Preispolitik! Ich war nahe dran mit Sohn das Spektakel am nahen Hockenheimring life mitzuerleben. Aber min. 200,- EUR dafür? Da muss eine alte Frau lange stricken!!!! Wir schauens also im TV und setzen auf unseren neuen und regionalen Champion Vettel.
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