Epochentrainer Löw
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Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer
Artikel vom 20.07.2010
Nicht amtsmüde! Im Gegensatz zum aktuellen Trend bringt der Bundestrainer noch genug Energie auf, um sein Amt weiterzuführen. Nun hat Joachim Löw alle Chancen, eine ganze Nationalmannschafts-Ära zu prägen.
Nach der Weltmeisterschaft in Südafrika war Joachim Löw gesundheitlich angeschlagen und müde - amtsmüde befürchteten einige Experten. Doch anders als Ex-Bundespräsident Horst Köhler, Hamburgs erster Bürger Ole von Beust oder Löws Vorgänger Jürgen Klinsmann bringt der Bundestrainer noch genug Energie und Ehrgeiz auf, um sein Amt weiterzuführen.
Und diese Entscheidung macht Sinn, weil Löw bei der Entwicklung seiner Mannschaft gerade erst am Anfang steht. Im Gegensatz zum Motivator Jürgen Klinsmann, dem Projekttrainer, der sein Pulver nach zwei Jahren verschossen hatte, kann der Badener dem DFB-Team noch jede Menge beibringen. Schließlich war Löw schon als Co-Trainer unter Klinsmann derjenige, der täglich im Training mit der Mannschaft arbeitete, das Team taktisch einstellte und das Gros der Trainerarbeit leistete.
Wenn es Löw nun gelingt, seinen Job mit der gleichen Motivation und Sachkenntnis weiterzuführen wie bislang, wird er als einer der Bundestrainer in die DFB-Historie eingehen, die eine ganze Epoche prägten. Genau wie Sepp Herberger, Helmut Schön oder Franz Beckenbauer hat es Löw geschafft, seiner Mannschaft eine eigene Handschrift zu verleihen und sie in ein neues Fußball-Zeitalter zu führen. Ein echter Epochentrainer.
Im Unterschied zu diesen Herren fehlt Löw jedoch noch ein wichtiges Detail: ein WM-Titel. Deshalb wäre es nur konsequent gewesen, wenn Löw und sein gesamter Stab nicht nur bis zur EM 2012 weitermachen, sondern bis zur WM 2014 verlängern würden.
ruk/news.de
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