WM-Skandal Anelka provoziert weiter

Nicolas Anelka (Foto)
Enfant terrible Anelka: «Es musste irgendwann explodieren.» Bild: dpa

Frankreichs Nationalteam blamierte sich bei der WM bis auf die Knochen. Die peinlichen Höhepunkte waren der verbale Ausraster und der darauffolgende Rausschmiss von Stürmer Nicolas Anelka. Nun meldete der sich erstmals seit der WM zu Wort.

Keine Einsicht, dafür neue Attacken von Frankreichs Skandalstürmer Nicolas Anelka. Im ersten Interview rund vier Wochen nach seiner wüsten Schimpfkanonade gegen den damaligen Nationalcoach Raymond Domenech rechtfertigte Anelka seinen Aussetzer bei der Fußball-WM in Südafrika.

«Das musste irgendwann einmal explodieren», sagte der 31 Jahre alte Chelsea-Profi der französischen Zeitung France Soir. Hätte er nicht geschimpft, hätte das ein anderer getan. Alle in der «Équipe Tricolore» seien einer Meinung gewesen, versicherte Anelka.

Der Stürmer widersprach Medienberichten, wonach die «Rädelsführer» im französischen Team in Südafrika jüngere Kollegen zu jenem berüchtigten Trainingsboykott genötigt hatten, mit dem die «Bleus» in Knysna gegen den Anelka-Ausschluss protestiert hatten. «Alle waren solidarisch. Wenn es Spieler gab, die damals doch trainieren wollte, dann sollen die jetzt reden», forderte Anelka, der seinen Vertrag mit Chelsea jüngst bis 2012 verlängert hatte. Laut France Soir ist Anelka immer noch sichtlich wütend, obwohl er mit Frau und zwei Kindern zur Zeit auf Bali Urlaub macht.

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Anelka schimpft weiter: «Lizarazu, wer ist das schon?»

Der Weltmeister von 1998 war in Südafrika nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden schon nach der Vorrunde ausgeschieden. Aber das Team um Bayern-Star Franck Ribéry und Rekordtorjäger Thierry Henry blamierte sich nicht nur auf dem Rasen. Vor allem die vielen Skandale abseits des Platzes mit der Tirade Anelkas in der Halbzeit des Mexiko-Spiels (0:2), dem Ausschluss des Stürmers, dem Trainingsstreik und einer Cliquenbildung sorgten für Empörung.

Obwohl es in Frankreich Kritik hagelte und auch Politiker bis hinauf zu Staatspräsident Nicolas Sarkozy das Team an den Pranger stellten, knöpft sich Anelka bei seiner Verteidigung einen früheren Berufskollegen vor, und zwar den ehemaligen Bayern-Außenverteidiger Bixente Lizarazu. Lizarazu hatte erklärt, in Südafrika hätten alle den Kopf verloren. «Er soll den Mund halten», sagte Anelka und fragte ironisch: «Lizarazu, wer ist das schon?».

Den umstrittenen und inzwischen von Laurent Blanc abgelösten «verrückten Professor» Domenech wollte Anelka im Interview nicht weiter kritisieren. Dafür ging er mit Lizarazu hart ins Gericht. Der heutige TV-Mitarbeiter sei lediglich «ein Ex-Profi, dem es an Anerkennung mangelt». Lizarazu sei beim WM-Fiasko 2002 dabei gewesen, als Frankreich ebenfalls nach der Vorrunde ausgeschieden sei. «Ich war damals nicht im Kader, habe aber keine Kommentare abgegeben», sagte Anelka.

kru/news.de/dpa

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