Deutscher WM-Auftritt Die ewige Turniermannschaft

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Von news.de-Redakteur Philip Seiler
Vor der WM waren viele deutsche Fans nicht gerade optimistisch. Ob man ohne Michael Ballack die schwere Vorrunde überstehe? Doch die deutsche Elf hat ihrem Ruf als Turniermannschaft mal wieder alle Ehre gemacht.

Es war vor knapp zwei Monaten, als eine Schreckensmeldung nach der anderen die Runde machte. Erst mussten die Leverkusener René Adler und Simon Rolfes ihre WM-Teilnahme absagen, dann fiel mit Michael Ballack auch noch der Kapitän aus. Später folgten Heiko Westermann und Christian Träsch. Noch dazu sollten es mit Miroslav Klose, Lukas Podolski und Arne Friedrich Spieler richten, die in ihren Bundesligaklubs eine Seuchensaison hinter sich hatten. Wie soll diese deutsche Mannschaft ernsthaft um den Titel mitspielen? - war eine weit verbreitete Meinung.

Dabei hätte ein Blick auf die vergangenen WM-Turniere genügt. Denn seit der WM 1954 scheiterte das deutsche Team nie vor dem Viertelfinale. Den Ruf als Turniermannschaft bestätigten Schweinsteiger & Co. nun auch diesmal bravourös. Und das, obwohl man die gewohnte Niederlage bei der Generalprobe gegen Bosnien ausließ (3:1). Die WM-Quali absolvierte das Team von Jogi Löw zwar souverän als Gruppenerster, der große Fußballzauber blieb dabei aber noch aus. Stattdessen gab es hart umkämpfte Siege gegen Russland, zwei Remis gegen Finnland oder auch mal ein mühsames 2:0  gegen Aserbaidschan. Den großen Prüfstein vor der WM konnte man ebenfalls nicht besiegen: Gegen Argentinien gab es eine 0:1-Niederlage - nach einem dicken Abwehrbock von Adler und Per Mertesacker.

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In Südafrika schien es nun teilweise so, als habe sich die deutsche Mannschaft das Beste mal wieder aufgehoben und zuvor nur mit angezogener Handbremse gespielt. Alle Spieler waren auf den Punkt genau fit und hoch motiviert. Miro Klose feierte ein unglaubliches Comeback, die zuvor hart kritisierten Verteidiger wie Friedrich und Mertesacker wurden zu einer defensiven Bank. Die jungen Spieler wie Thomas Müller und Mesut Özil wuchsen über sich hinaus, selbst Lukas Podolski spielte wieder Fußball und erzielte zwei Tore.

«Der WM-Kader ist jung und teilweise unerfahren, besitzt aber eine hohe Qualität», hatte Jogi Löw vor der WM einmal gesagt. Er sollte Recht behalten. Dieses junge Team, das vor dem Turnier teilweise neu zusammengewürfelt wurde, begeisterte die ganze Welt mit seiner Spielfreude. Und das ist zu einem Großteil der Verdienst von Jogi Löw, der Spielern wie Klose und Podolski trotz Formkrisen weiter vertraute und junge Spieler behutsam integrierte. Warum die Mannschaft ihre Topform aber immer hauptsächlich bei Turnieren zeigt, bleibt wohl weiter ein gut behütetes Geheimnis.

cvd/news.de

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