Brasilien gewinnt 3:0 Die «Seleção» steht im Viertelfinale

Brasilien - Chile (Foto)
Brasilianischer Jubelkreis: Die «Selecao» zieht ohne Mühe ins Viertelfinale ein. Bild: ap

Die Elf von Trainer Carlos Dunga spielt sich langsam warm. Gegen den insgesamt harmlosen Geheimfavorit Chile genügten den gnadenlos effektiven Brasilianern einige geniale Momente. Nun wartet Mitfavorit Holland.

Ohne großen Ballzauber ist Brasilien dem angestrebten sechsten Weltmeister-Titel einen weiteren Schritt näher gekommen. Die «Seleção» besiegte ihren Lieblingsgegner Chile im Achtelfinal-Duell am Montagabend glanzlos, aber sicher mit 3:0 (2:0) und hat nun mit den Holländern einen Mitfavoriten vor der Brust. Abwehrspieler Juan (35. Minute), Luis Fabiano mit seinem dritten Turniertor (38.) und Robinho (59.) erzielten vor 54.096 Zuschauern im Ellis Park von Johannesburg die Treffer für den effektiven Rekordweltmeister. Im Viertelfinale der Fußball-WM warten am Freitag die Niederlande mit Bayern-Star Arjen Robben auf die Mannschaft von Trainer Carlos Dunga.

Torschütze Luis Fabiano wollte vom WM-Titel noch nichts wissen. «Wir haben heute sehr gut gespielt - und nun sind wir auf einem guten Weg. Aber es ist noch ein Stück bis dahin. Das war ein schweres Spiel heute, aber gegen die Holländer wird es noch schwerer», sagte der Angreifer vom FC Sevilla. Robinho stimmte seinem Kollegen zu: «Wir haben besser gespielt als in der Gruppenphase. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wir müssen uns steigern. Dann können wir auch gegen die Niederländer bestehen», sagte der Profi vom Pelé-Verein FC Santos.

WM 2010
Die Achtelfinalspiele

Der siebte Sieg der Brasilianer gegen Chile hintereinander war zwar nicht berauschend, die Tore aber durchaus sehenswert: Beim 1:0 glänzten zwei Abwehrspieler. Nach Eckball von Maicon war der frühere Leverkusener Juan mit einem mustergültigen Kopfball zur Stelle, drei Minuten später Luis Fabiano nach Pass von Kaka. Robinho schlenzte die Kugel nach Zuspiel von Ramires aus 16 Metern ins Tor - die Entscheidung. Dani Alves, der überraschend für den zweifachen WM-Torschützen Elano in der Startelf stand, sollte den erneut glanzlosen Kaka als Spielmacher entlasten und kluge Pässe schlagen.

Als das Strohfeuer der Chilenen abgebrannt war, schossen sich die Brasilianer warm - und das aus allen Lagen. Erst vergab Luis Fabiano nach schöner Vorlage von Dani Alves aus guter Position vom Strafraumeck überhastet (5.), bei einem Distanzschuss von Gilberto Silva musste sich Chiles Keeper Claudio Bravo mächtig strecken (9.). Dann versuchte sich erstmals der zuletzt gesperrte Regisseur Kaka (10.). Doch die Spitzen des Rekord-Champions blieben anfangs oft im Doppelriegel der gegnerischen Abwehr hängen.

Anfangs waren die Chilenen bissiger

Die von Lucio und Juan lautstark dirigierte Abwehr musste nur in der Anfangsphase bei schnellen Kontern der Chilenen auf der Hut sein. Vor allem Humberto Suazo, mit zehn Treffern Top-Torjäger der Südamerika-Qualifikation, sorgte in dieser Phase bei Gegenstößen für Gefahr. In Zweikämpfen waren die Chilenen sogar bissiger, von den zwei schnellen Gegentoren ließen sie sich aber den Schneid abkaufen.

In der 27. Minute hatten die Chilenen zudem Glück, als der sonst hervorragende englische Schiedsrichter Howard Webb ein Foul von Pablo Contreras an Lucio nicht ahndete. Wenig später zeigte er Kaka Gelb - der 65- Millionen-Mann von Real Madrid muss sich damit im Duell mit den Holländern in Acht nehmen, um nicht die nächste Sperre zu riskieren. Kaka vergab das 4:0 nach Flankenlauf von Michel Bastos (69.). Elf Minuten später nahm ihn Dunga vom Platz.

Auf der Gegenseite vergab Jorge Valdivia Mitte der zweiten Halbzeit die beste Chance für die Mannschaft von Trainer Marcelo Bielsa: Sein 17-Meter-Schuss ging nur knapp übers Tor (67.). Suazo scheiterte an Brasiliens Keeper Julio Cesar (75.) von Champions- League-Sieger Inter Mailand. Bielsa hatte zur Halbzeit reagiert und die Offensive mit zwei Wechseln gestärkt. Doch die Wende brachte dieser Schachzug auch nicht mehr. In Gary Medel und Waldo Ponce (zweite Gelbe Karte) fehlten dem Coach allerdings die beiden zentralen Figuren der Dreier-Kette.

kru/cvd/news.de/dpa

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