Thomas Müller «Ich grüße meine Omas»

Thomas Müller (Foto)
Thomas Müller machte gegen England seine WM-Tore zwei und drei. Bild: ap

Es müllert wieder gewaltig in der Fußballwelt. Mit 20 Jahren ist Thomas Müller schon so cool vor dem Tor wie kaum ein anderer. Gegen England war er der überragende Mann und erinnert nicht nur wegen seines Namens an den «Bomber der Nation».

Wieder einmal hat ein Müller Fußball-England in Verzweiflung gestürzt. Wie einst der «Bomber der Nation» Gerd Müller zeigte dieses Mal der junge Thomas Müller dem Erzrivalen von der Insel die Zähne. Gleich zwei Treffer steuerte der erst 20-jährige Münchner am Sonntag im Free State Stadium von Bloemfontein zum deutlichen 4:1-Sieg im WM-Achtelfinale gegen die «Three Lions» bei. «Das ist natürlich ein wahnsinniges Glücksgefühl, wenn man die Tore macht, die das Team erlösen und den Druck wegnehmen», erklärte Müller, der vom Weltverband Fifa zum «Mann des Spiels» gekürt wurde.

Noch mit durchgeschwitztem Trikot, schmutzigen Stutzen und Fußballschuhen war Müller vor der Weltpresse erschienen. «Man muss nicht mich loben, sondern das Team», erklärte der Offensivmann. «Sensationell» sei es gewesen, wie seine Mannschaft die Konteraktionen eiskalt in Treffer verwandelt habe. Ja, jetzt sei alles möglich bei dieser WM, meinte Müller: «Das war schon so, bevor wir hier angereist sind.»

Der Triumph über England
Die DFB-Helden in der Einzelkritik

Drei Tore und drei Assists in Südafrika

Müller hat in Südafrika schon jetzt drei Tore und drei Assists auf dem Konto und ist damit bisher der erfolgreichste deutsche Torschütze. Obwohl er gegen England erst sein siebtes Länderspiel absolvierte, könnte er zum besten Nachwuchsspieler des Turniers gekürt werden. «Ich habe noch Platz in der Vitrine», sagte er in der ARD auf die Frage, ob der Bayern-Spieler das Zeug dazu habe und wollte zum Schluss noch einen ganz besonderen Gruß loswerden: «Liebe Grüße an meine beiden Omas und den Opa. Das war lange überfällig.»

«Sehr viel Ruhe und sehr viel Klasse», hatte Kapitän Philipp Lahm seinem Münchner Klubkollegen schon nach dem ersten spektakulären WM-Auftritt gegen Australien (4:0) bescheinigt, bei dem Thomas Müller erstmals für die deutsche Nationalmannschaft getroffen hatte. Gegen England schaltete der Bayern-Youngster noch einmal zwei Gänge hoch, sorgte in der 67. und 70. Spielminute für Hochstimmung bei den deutschen Fans in Südafrika und in der Heimat.

WM 2010
Die Achtelfinalspiele

«Nach dem Glück beim Wembley-Tor mussten wir gewinnen»

«Dass dies so klappt, da braucht man auch Glück», bemerkte Müller bescheiden, die Partie habe lange «auf Messers Schneide» gestanden. Vom nicht gegebenen «Wembley-Treffer» der Engländer hatte er in der Kabine gehört. «Wenn wir schon das Glück hatten, haben wir gewusst, dass wir jetzt gewinnen müssen», sagte Müller.

1970 bei der Weltmeisterschaft in Mexiko hatte Gerd Müller das legendäre 3:2 nach Verlängerung im Viertelfinale gegen England mit seinem Tor entschieden. 40 Jahre später «müllerte» es bei einem Weltchampionat wieder. Gerd Müller ist mit 68 Toren in 62 Länderspielen noch immer der mit Abstand erfolgreichste deutsche Stürmer.

Löw von Müllers Aufstieg verblüfft

Schon nach dem Australien-Spiel hatte der Youngster Müller mutig davon gesprochen, dass er die Rückennummer 13 rechtfertigen müsse, die einst der «Bomber» getragen hat und nun er trägt. Nach seiner starken Leistung gegen England sagte Thomas Müller: «Wenn man in so einem Spiel das dritte und vierte Tor macht, fällt einem schon ein Stein vom Herzen».

Müller wirkt unter den vielen «Frischlingen» im DFB-Teams schon wie ein Alteingesessener und nicht wie ein Aufsteiger: Abgeklärt und reif wie andere erst mit Ende 20. Nervosität kennt Thomas Müller nicht. «Wie kaltschnäuzig er seine Chancen verwertet als 20-Jähriger, das ist schon imponierend», lobte Bundestrainer Joachim Löw den neuen Müller, dessen kometenhafter Aufstieg auch ihn selbst verblüfft: «Manchmal geht mir das selbst alles ein bisschen zu schnell.»

phs/heh/reu/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Hartmuth Möhse
  • Kommentar 2
  • 28.06.2010 14:23

Ich habe selten so einen überkandiedelten Quatsch wie die des Kommentartors 1 gelesen! Ich glaube jetzt beinahe anden erfolg unserer "Gurkentruppe"! Jungs - bombt die Argentienier mit ihrem übertriebenreligiösen Maradonna zurück nach Südamerika. Mein Vaforit war eigentlich Argentienien, aber nachdem ich gestern diess dämliche Spiel gesehen haben, das die auch noch unverdienter weise gewonnen haben, traue ich dennen nichts mehr zu. Oder beherrscht Koksnäschen Maradaonna nach seier Heilung auf Cuba plötzlich WUDU? Schrecklich...

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  • SonyaFan
  • Kommentar 1
  • 28.06.2010 13:23

Ich denke mal dass das Märchen beim nächsten Spiel vorüber ist.Wenn das Ausgleichtor gezählt worden wäre,hätte das Spiel einen ganz anderen Verlauf genommen.Aber bei einer WM ist man erst mal perplex wenn ein 100% iges Tor nicht gegeben wird.Ich würde sehr zufrieden sein wenn alle diese Länder die bei der Auslosung immer getrennt werden nach Hause müssten.Denn so macht eine WM bald wirklich keinen Spass mehr wenn sich immer die gleichen Länder ab den 1/4 Finalen treffen.Sie sollen doch endlich mal die Auslosung korrekt vornehmen.

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