Deutschland - England «Ein besonders großes Spiel»

Zittern um Schweinsteiger und Boateng bis Anpfiff (Foto)
Bastian Schweinsteiger trainiert mit dem Team, trägt später das Trikot der besten Elf. Bild: dpa

Cacau fällt aus, das Bangen um Bastian Schweinsteiger geht weiter - doch das deutsche Team ist zuversichtlich und übt Elfmeter. Geht es nach der Statistik, ist die DFB-Elf der klare Favorit. Die ganze Welt wartet auf den Klassiker.
 

«Alle Spieler sind heiß zu spielen. Das ist eine große Herausforderung», erklärte Kapitän Philipp Lahm vor der 32. Auflage des Klassikers gegen die «Three Lions». Meistert das DFB-Team diese hohe Hürde, könnte im WM-Viertelfinale in Argentinien ein weiterer heißer Turnier-Favorit warten.

Keine Tore schießen kann Cacau. Der 29-jährige Angreifer hatte sich im Training eine Bauchmuskelzerrung zugezogen, die einen Einsatz unmöglich macht. «Wir sind aber zuversichtlich, dass er im übernächsten Spiel wieder dabei ist», sagte Teammanager Oliver Bierhoff und machte damit die optimistische Stimmung im jungen deutschen Team deutlich. Zwar gehe England «ein bisschen favorisiert» in das Duell der beiden Fußball-Traditionsnationen, meinte Bierhoff und verwies auf die größere Erfahrung von Terry, Lampard, Gerrard und Rooney. «Das kann vielleicht ein bisschen helfen.»

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Bei einem deutschen K.o. wäre ein ganz großes Ziel verfehlt. «Sie geht nicht entspannter ins Spiel, weil sie sagt, im Achtelfinale gegen England kann man ausscheiden», betonte der Manager vor seinem möglicherweise letzten Länderspiel in dieser Funktion. Denn wie bei Bundestrainer Joachim Löw ist auch bei Bierhoff die berufliche Zukunft nach einem WM-Ausscheiden offen.

Bis zum Anpfiff zittern um Schweinsteiger

Mediziner und Physiotherapeuten werden indes bis zum Anstoß am Sonntag um 16 Uhr (ARD und Sky) intensiv den verletzten Oberschenkel von Bastian Schweinsteiger und die Wadenblessur von Jérome Boateng behandeln. Beide Akteure nahmen zwar am Abschlusstraining auf dem Platz der Technischen Universiät von Bloemfontein teil, absolvierten aber wegen ihrer muskulären Probleme nur ein «reduziertes Programm», wie Torwart-Trainer Andreas Köpke anschließend in Vertretung von Bundestrainer Joachim Löw auf der Fifa-Pressekonferenz berichtete.

«Wir werden definitiv erst relativ kurz vor dem Spiel sehen können, ob sie dabei sind», sagte Köpke. Die Entscheidung über einen Einsatz werde Löw nach Rücksprache mit den Ärzten und nach «einem weiteren Test» am Spieltag treffen. «Beide müssen hundert Prozent fit sein», betonte Köpke. Auf die Ersatzlösungen habe man sich noch nicht festgelegt: «Wir haben gute Alternativen, denn die Jungs, die hinten dran sind, haben super trainiert.» Der 20 Jahre junge Toni Kroos gilt als erster Schweinsteiger-Vertreter. Marcell Jansen wird für Boateng als linker Verteidiger erwartet.

Jugendliche Frische und Unbekümmertheit kontra Erfahrung und englische Härte heißt die Ausgangsposition für das auch international mit viel Spannung erwartete Duell. In der Heimat werden bei bestem Sommerwetter Millionen vor großen Videowänden die Daumen drücken, die TV-Anstalten hoffen auf neue Rekord-Quoten. «In ganz Deutschland kursiert ja schon Ausnahmezustand», kommentierte Köpke im fernen Südafrika. «Jeder weiß, dass es ein besonders großes Spiel ist. Es ist eine große Anspannung da», bemerkte Bierhoff.

Spannung steigt in Südafrika und Deutschland

«Wir kennen die Engländer gut, ich habe viele Spiele der Premier League gesehen. Ich bin immer begeistert vom Tempo und der Eigenschaft, nie nachzulassen», lobte Löw den Kontrahenten. Allerdings machte der DFB-Chefcoach auch klar: «Angst haben weder wir noch die Engländer.»

Die stetig wachsende deutsche Fan-Gemeinde hofft auf die Fortsetzung der Achtelfinal-Erfolge bei Weltmeisterschaften auch in Südafrika. Von acht wurde erst eines verloren. «Ein Spiel gegen England ist immer wieder ein Highlight», betonte Sami Khedira, der im Sommer des Vorjahres beim 4:0-Finalsieg der Junioren-EM schon einmal geprobt hatte, wie man Engländer schlägt. Seit dem WM-Triumph 1966 im eigenen Land warten die «Three Lions» auf einen großen Titel.

Zur Not gibt es ja noch das Elfmeterschießen und den psychologischen Vorteil, England bei der WM 1990 und bei der EM 1996 jeweils im Nervenduell vom Punkt bezwungen zu haben. Vorbereitet wäre man jedenfalls. «Wir haben unser Scouting auf alle Bereiche ausgedehnt, von den Schiedsrichtern bis zu den Torhütern und Schützen», sagte Bierhoff. Und im Training wurde Elfmeterschießen bereits geübt - für alle Fälle.

Zum Nachlesen: Alle Daten und Statistiken zur WM

 

heh/oro/news.de/dpa

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