Mercedes GP Die Silber-Krise

Michael Schumacher (Foto)
Den Stern im Rücken: Mercedes kann mit der Leistung von Michael Schumacher nicht zufrieden sein. Bild: dpa

Die Bilanz ist mager: Inzwischen mehren sich die Zweifel an Michael Schumacher und die Aussicht auf Besserung ist vage. Das Formel-1-Abenteuer mit dem ersten eigenen Team seit 55 Jahren ist für Mercedes bisher alles, nur keine Erfolgsgeschichte.

Daran hat auch Rekordweltmeister Michael Schumacher bisher nichts ändern können. McLaren und Red Bull sind weit voraus, auch Ferrari liegt noch vorne. «Wir sind seit Rennen eins im Aufholprozess, und wir werden sukzessive aufholen - zweimal in acht Rennen waren wir auf dem Podium, und diese Trefferquote genügt uns keineswegs», räumte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ein.

Dennoch sieht er sein neu formiertes Team vor dem Großen Preis von Europa am 27. Juni im Hafen von Valencia im Aufwärtstrend, auch wenn Mercedes vor dem neunten Rennen derzeit nur die vierte Kraft in der Formel 1 ist: «Wir kommen noch - garantiert.»

Die Marke mit dem Stern sucht nach ihrer Erfolgsspur. Zuletzt zeigte das der Grand Prix in Kanada. Nico Rosberg schönte das Ergebnis in Montréal als Sechster. Doch Rang elf für Schumacher im Rennen und Platz 13 zuvor in der Qualifikation waren ernüchternd und ließen prompt Zweifel vor allem an der Leistungsfähigkeit des 41 Jahre alten Rückkehrers aufkommen.

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Kritik an Schumacher wächst

Ex-Kollege David Coulthard, im Deutschen Tourenwagen Masters für Mercedes unterwegs, nannte ihn in einem Zeitungsbeitrag einen «Schatten seiner Selbst». Martin Brundle, 1992 bei Benetton chancenlos gegen den noch jungen Deutschen, mäkelte: «Wenn er ein Neuling wäre, dann würde man knallhart sagen, dass er nicht bereit ist für die Formel 1.» Schumacher-Chef Haug nahm den siebenmaligen Champions aber in Schutz und verwies auf die schwierigen Umstände in Kanada mit einem Plattfuß und abgefahrenen Reifen: «Wir wissen, dass Michael das unter den Umständen Mögliche möglich gemacht hat.»

Dennoch bleibt kurz vor Saisonhalbzeit als Zwischenfazit: Das Rezept «Man nehme ein Weltmeister-Team, eine Edelmarke, einen Rekordweltmeister und ein großes Talent» ist noch nicht aufgegangen. In der Fahrerwertung rangiert Rosberg als Sechster mit 74 Punkten 35 Zähler hinter dem führenden McLaren-Piloten Lewis Hamilton, Schumacher ist gar 75 Punkte hinter dem WM-Ersten. Und im Teamklassement hat Mercedes GP vor der «Hafenrundfahrt» in Valencia mit 108 Punkten beinahe halb so viel wie McLaren (215).

Konkurrenz hat Vorsprung

Noch scheint das Team im Selbstfindungsprozess zu sein. Von Saisonbeginn an war der Rennstall mit seinem Wagen der Konkurrenz unterlegen. Ein Rückstand, der nur schwer aufzuholen ist. Zumal McLaren, Red Bull und Ferrari wesentlich mehr Möglichkeiten haben.

Dennoch will niemand bei Mercedes die Saison abschreiben. «Wir geben ganz sicher niemals auf und werden uns fortlaufend steigern - unser Team ist noch jung und arbeitet in der Konstellation als Mercedes GP Petronas erst seit acht Rennen zusammen, aber unser Team ist auch stark und hochmotiviert», versprach Haug. Wann Mercedes siegfähig sei, mag er aber nicht voraussagen: «Arbeiten ist besser als ansagen.»

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oro/kru/ivb/news.de/dpa

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