Schafft's München ins Finale?
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Zittern für den Olympia-Bewerber: München darf am Dienstag bei der Kandidaten-Kür nicht scheitern. Zu schmachvoll waren für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) die gescheiterten Bewerbungen Berlins (2000) und Leipzigs (2004).
Im millionenschweren Prestigekampf um die Olympischen Winterspiele 2018 steht München vor dem Einzug ins Bewerbungsfinale. «Das ist keine Formalie», warnte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), vor der offiziellen Ernennung durch das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) an diesem Dienstag in Lausanne. «Wir sind jedoch zuversichtlich, dass München die Hürde nehmen kann.»
Kaum Zweifel besteht auch am Aufstieg von Mitbewerber Pyeongchang (Südkorea) zur «Candidate City». Dagegen muss Annecy (Frankreich) etwas bangen, weiter im Rennen bleiben zu dürfen.
Willy Bogner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchener Bewerbergesellschaft, erwartet nicht, dass eine der Städte auf der Strecke bleibt. «Ich gehe davon aus, dass alle drei Kandidaten die nächste Runde erreichen werden», meinte der Modeunternehmer. «Auch für das IOC wäre das sicher wünschenswert.» Verkündet wird die live auf den Münchner Marienplatz übertragende Entscheidung um 13.30 Uhr von IOC-Olympiadirektor Gilbert Felli.
Vesper und Bach warnen: «Das ist kein Selbstläufer»
«Das ist kein Selbstläufer, wie wir aus der leidvollen Erfahrung mit Leipzig wissen», erinnerte Michael Vesper, Aufsichtsrat der Bewerbungsgesellschaft, an den «schwarzen Tag» für den deutschen Sport. Am 18. Mai 2004 hatte das IOC Leipzig die Ernennung zur Kandidatenstadt für die Olympischen Spiele 2012 verweigert. Zuvor war Berlin in der Endausscheidung für die Sommerspiele 2000 gescheitert.
«Sicher ist man erst, wenn entschieden ist, aber ich bin optimistisch, weil wir eine gute Bewerbung abgegeben haben», sagte Vesper. «Ich denke, dass München, Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und Schönau am Königssee in der Lage sein werden, gute Spiele durchzuführen.» Allerdings ist die Ernennung zur Kandidatenstadt nur der Startschuss für den Konkurrenzkampf um die Gunst der 114 IOC-Mitglieder, die am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban über die Vergabe der Winterspiele 2018 entscheiden werden.
«Am Tag nach der Wahl der Kandidatenstädte heißt es für München: Jetzt geht's los! Von da an müssen wir Gas geben», sagte IOC-Vizepräsident Bach, der innerhalb des olympischen Ordens viel Anerkennung für die Bewerbung der Isar-Metropole ausgemacht hat. «Ich glaube, München hat den Boden sehr gut bereitet mit einem Konzept, dass weithin als sehr modern und nachhaltig eingeschätzt wird», sagte Bach. «Und es ist gelungen, Sympathie zu schaffen.»
In Deutschland glaubt Bogner schon viele Befürworter animiert zu haben. «Die Ausgangsposition ist gut, wenn man die Begeisterung für die Olympischen Winterspiele in Vancouver und für unsere Mannschaft gesehen hat», sagte er. Allerdings hat sich auch Widerstand von Naturschützern und einem Bürgerbündnis («NOlympia») gegen das rund drei Milliarden Euro teure Winterspiele-Projekt formiert.
Nach der Ernennung sind es noch 379 Tage bis zur Entscheidung
«In einer lebendigen Demokratie wird eine solche Großveranstaltung auch Widerspruch auslösen. Wir wollen die Kritiken und Einwände aufnehmen», erklärte der einstige Grünen-Minister Vesper. «Vielleicht haben wir noch nicht hinreichend klar gemacht, welche hohen ökologischen Ansprüche wir verfolgen.»
Wenn München die Anerkennung als Kandidatenstadt bekommt, kann es offiziell auch international werben und die Olympischen Ringe in das Bewerber-Logo aufnehmen. «Die Uhr tickt. Bis zur Entscheidung sind es dann noch 379 Tage», erklärte Vesper. In dieser Zeit muss nicht nur «Außenpolitik» betrieben, sondern die Zustimmung in Deutschland für die Spiele weiter verstärkt werden. «Der Kern aber ist, die IOC-Mitglieder zu überzeugen», weiß der DOSB-Generaldirektor.
Besonders Pyeongchang ist ein Schwergewicht im olympischen Kandidatenkampf. Die Südkoreaner bewerben sich nach 2010 und 2014 zum dritten Mal. Hinter der Bewerbung steht der Weltkonzern Samsung, der schon die beiden vorherigen Kandidaturen finanzierte. Annecy, das mit dem Mont Blanc den höchsten Berg Europas zu bieten hat, hat dagegen die geringsten Aussichten, am Ende den Zuschlag zu bekommen.
oro/kru/reu/news.de/dpa
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