Gruppe G Drogba ist heiß auf Brasilien

Didier Drogba (Foto)
Didier Drogba hat mit den Brasilianern noch eine Rechnung offen. Bild: ap

Von Ulrike John und Sebastian Stiekel
Es wird das Top-Duell der Gruppe G: Rekordweltmeister Brasilien trifft auf die Elfenbeinküste. Superstar Didier Drogba steht bei den Afrikanern erstmals in der Startelf. Und bei Brasilien gilt es für Kaká, endlich zu überzeugen.

Die Inter-Mailand-Abwehr um Kapitän Lucio, Torwart Julio César und Maicon soll Superstar Didier Drogba stoppen und Regisseur Kaká endlich die Offensiv-Abteilung der Brasilianer in Szene setzen: Der Rekordweltmeister will mit einem Sieg gegen die Elfenbeinküste (20.30 Uhr/ARD und Sky) im Soccer-City-Stadion von Johannesburg vorzeitig ins Achtelfinale einziehen. Doch die Ivorer strotzen vor Selbstbewusstsein. «Ich habe Respekt, weil sie die vielleicht beste Mannschaft der Welt haben. Aber ich fürchte mich nicht vor ihnen», sagte der ansonsten so zurückhaltende Coach Sven-Göran Eriksson.

Dabei schätzt der Schwede seinen brasilianischen Kollegen Carlos Dunga, den er vor über 20 Jahren eine Saison lang beim AC Florenz trainierte, über die Maßen: «Er wusste schon als Spieler damals alles über den Fußball, alles. Er ist sehr intelligent.»

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Das 0:0 zum Auftakt gegen Portugal hat die Elfenbeinküste in ihrer Überzeugung, das beste afrikanische Team bei der WM zu stellen, nur bestärkt. «Jeder von uns ist sehr, sehr gut drauf. Wir wissen, dass Brasilien sehr gute Angreifer hat. Aber die haben wir auch», sagte Emmanuel Eboué vom FC Arsenal.

Ist Drogbas Schiene eine Gefahr für seine Gegenspieler?

Die Hoffnungen der Ivorer ruhen vor allem auf Drogba: Der Angreifer vom FC Chelsea soll in die Startelf zurückkehren, nachdem er gegen Portugal infolge seines Ellbogenbruchs nur zu einem Kurzeinsatz kam.

Brasiliens Mannschaftsarzt José Luis Runco kündigte derweil an, dass sie die Schiene, die Drogba wegen seines verletzten Ellbogens gegen Portugal trug, begutachten lassen werden. «Wenn sie ein Metallteil enthält, kann man sie nicht benutzen», sagte der Mediziner. Allerdings hatte der Weltverband Fifa bereits vor dem Kurzeinsatz Drogbas im ersten Spiel den Armschutz des Stürmerstars genehmigt. «Die Fifa hat das angeschaut, der Referee auch. Der Schutz ist nicht gefährlich. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das kein Problem sein wird», sagte Eriksson.

Kaká kleinmütig: «Ich will mich steigern»

Drogba ist für Brasilien kein Schreckgespenst. «Gegen Drogba habe ich letzte Saison gespielt, als Inter Mailand im Achtelfinale der Champions League auf Chelsea getroffen ist. Im ersten Spiel hat er eigentlich gar nicht gespielt, weil ihn Lucio total zugedeckt hat. Und im zweiten hatte er auch nur wenige Chancen und flog dann vom Platz», sagte Brasiliens Keeper César. Der Ivorer hatte beim Aus seines Premier-League-Klubs wegen einer Tätlichkeit gegen Thiago Motta in der 86. Minute vom deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark die Rote Karte gesehen.

Für Inter-Schlussmann César steht ohnehin Portugals Cristiano Ronaldo, auf den die «Seleção» im letzten Gruppenspiel trifft, über Drogba. «Ronaldo ist technisch besser, geschickter und schießt gut. Aber bei Freistößen wissen beide, wie sie den Torhütern Schwierigkeiten bereiten können», sagte César. «Es wird jedenfalls ein schwieriges Spiel, weil die Elfenbeinküste ein körperlich starkes Team ist und wir bei Kontern aufpassen müssen.»

Obwohl Drogba und Kaká auf unterschiedlichen Positionen spielen, wird die Partie auch ein Duell der beiden Offensivstars: Für sie soll die WM jetzt richtig losgehen. Brasiliens Spielmacher Kaká steht in seinem 80. Länderspiel unter besonderer Beobachtung. Die Schonfrist für den zuletzt enttäuschenden 65-Millionen-Mann von Real Madrid läuft auch innerhalb der Mannschaft ab. Stürmer Robinho hat sich schon angeboten, notfalls die Regie zu übernehmen. «Ich habe lange nicht gespielt. Aber ich bin sicher, dass ich mich im Laufe des Turniers steigern kann», versprach Kaká.

mik/kru/news.de/dpa

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