Südafrika 2010
rückwärts
vorwärts
Die WM in Bildern (Bild 1/88)
Spanien - Chile (Foto)
Foto: ap
11.06.2010

Der Weltmeister und der Vize-Weltmeister sind bereits gescheitert. Die chilenischen Fans hofften auch auf ein Ausscheiden des Europameisters Spanien.

Unmut über Vuvuzelas

Fifa prüft Tröten-Verbot

Von Laszlo Trankovits

Wie in einem Bienenschwarm fühlen sich manche Fernsehzuschauer bei den Übertragungen von der Fußball-WM. Auch die Spieler beschweren sich zunehmend über den Lärm. Schuld daran: die Plastiktröten mit dem lustigen Namen Vuvuzelas. Ein Verbot scheint nicht mehr ausgeschlossen.

Lester Maul (Was ist das?)

Jetzt will die Fifa das Tröten verbieten. Genauso gut können sie den Elefanten verbieten, ihre Hintern an den Akazienbäumen zu reiben.

Das Unbehagen über die Vuvuzelas wächst:  ARD und ZDF haben nach zahlreichen Beschwerden von Zuschauern über die Tröten bei der Fußball-WM in Südafrika die TV-Produktionsfirma HBS über die Proteste informiert. «Auch andere europäische TV-Sender finden das nervig», sagte am Sonntag ARD/ZDF-Teamchef Dieter Gruschwitz.

Das Organisationskomitee (OK) der Fußball-WM schließt angesichts der anhaltenden Kritik an den Vuvuzelas ein Verbot in den Stadien nicht mehr völlig aus - obwohl der Weltverband Fifa schon mehrfach betont hatte, dass eine solche Maßnahme nicht in Frage komme. «Wenn es Gründe gibt, dann ja», sagte OK-Boss Danny Jordaan dem britischen Sender BBC auf die Frage nach einem möglichen Trötenverbot.

Jordaan bestätigte demnach, dass mehrere Sendeanstalten und Personen sich über die Tröten beklagt hätten. «Wir überprüfen das laufend.» Spiegel Online zitiert ihn mit den Worten: «Wir haben immer gesagt, wenn ein Land auf dem Platz darüber verärgert ist, werden wir handeln.» Jordaan erklärte, dass, «solange der Lärm einige Spieler irritiert, wir alles dafür tun werden, die Auswirkungen zu minimieren».

«Wir sind Gast in einer anderen Kultur und müssen damit leben»

Frankreichs Mannschaftskapitän Patrice Evra hatte bereits die Vuvuzelas für das schwache Auftreten seines Teams mitverantwortlich gemacht. Die Franzosen seien von den Tröten frühmorgens geweckt worden. Ähnlich hatte sich laut Spiegel Online bereits Lionel Messi geäußert: «Es ist unmöglich, sich mitzuteilen, wenn man wie taub ist», sagte der argentinische Star nach dem 1:0-Auftaktsieg seines Teams gegen Nigeria.

ZDF-Sportchef Gruschwitz betonte, dass es sich nicht um eine offizielle Protestnote handle. Es stehe deutschen Sendern nicht zu, ein Verbot der Vuvuzelas von der Fifa und den WM-Gastgebern in Südafrika zu fordern. «Wir sind Gast in einer anderen Kultur und müssen damit leben», erklärte er.

Die Firma HBS produziert im Auftrag der Fifa die WM-Übertragungen aus Südafrika. Eine Sprecherin des Unternehmens machte gegenüber Spiegel Online wenig Hoffnungen auf eine Besserung des Vuvuzela-Problems: «Eine Eliminierung oder Filterung des Vuvuzela-Geräuschpegels ist technisch ohne eine Beeinflussung des Gesamtsignals nicht möglich.»

Die deutschen TV-Sender rüsten ihre WM-Reporter inzwischen mit älteren Lippenmikrofonen statt mit modernen Headsets (Kopfhörer) aus. Dadurch sollen weniger Umgebungsgeräusche aufgenommen werden. Trotz einer Verbesserung der Ton-Qualität ist das permanente Bienenschwarm-Gesumme aber weiterhin bei jeden WM-Spiel zu hören.

bla/phs/news.de/dpa
Zum Thema Thema verfolgen » Newsletter abonnieren Artikel kommentierenArtikel kommentieren
Vuvuzelas (Foto)
Vuvuzelas

Aufstand gegen die Plastiktröten

Sie klingen wie ein riesiger Bienenschwarm! Im Netz hat ein Aufstand gegen die Vuvuzelas mehr ...

Ullrich Kroemer (Foto)
Vuvuzela-WM

Nervtötendes Getröte

Töröööö! Der Benjamin-Blümchen-Sound prägt die WM in Südafrika. News.de empfiehlt: Ton mehr ...

Vuvuzela (Foto)
Vuvuzela

Das Plastikhorn von Afrika

Die Vuvuzela ist der Exportschlager der Fußball-WM - zwei Unternehmer verkaufen sie auch bei mehr ...

WM Vuvuzelas (Foto)
WM macht Quote

Über elf Millionen trotzen dem Getröte

Traumstart: Mit Marktanteilen weit über 50 Prozent starten die TV-Sender in die mehr ...

Südafrika-Lexikon (Foto)
Südafrika-Lexikon

Von A wie Apartheid bis Z wie Zuma

Land, Leute und Fußballkultur: 29 unverzichtbare Vokabeln für den Aufenthalt in mehr ...

Mdu (Foto)
Fußball-WM

Die Vuvuzela als Geheimwaffe

Mdu trägt die Fußball-WM im Herzen - wie viele Südafrikaner in Deutschland. Sein mehr ...

Unmut über Vuvuzelas: Fifa prüft Tröten-Verbot » Sport » Nachrichten
URL : http://www.news.de/sport/855061004/fifa-prueft-troeten-verbot/1/
Schlagworte:
Leserkommentare (2)
jetzt kommentieren
  • Kommentar: 2
  • 14.06.2010 20:16
von
Medinilla

zu 1 Hallo Sensibelchen, wenn Sie die Kultur des Landes nicht zu würdigen wissen, schalten Sie bitte den Fernseher aus und beschränken sich nur auf Zeitungsinformationen. Und - schön aufpassen, dass Sie beim obligatorischen Bierchen in gepflegter Runde nicht dem "klönie Driss" anheimfallen. Die Medien als Großverdiener haben es übrigens nötig sich über solche Gepflogenheiten zu beschweren. Noch eine Anmerkung: Ich nehme mir heraus, Sie werden nicht krank, Sie sind es schon, GNÄ... FRAU!

jetzt antworten Kommentar melden
  • Kommentar: 1
  • 13.06.2010 16:32
von
Weber Regine

Hallo, hatte mich richtig auf die WM gefreut. Inzwischen ist aber die ganze Familie nur noch genervt! Kaum zappt man mal kurz auf einen anderen Kanal ist ein einhelligs: "endlich Ruhe" zu hören. Es kommt leider einfach keine gute Stimmung auf und auch kein Fußball-Fieber. Bitte nie wieder! Auch wenn es zur Kurltur Afrikas gehört/gehören soll - die ganze Welt ist an diesem Turnier beteiligt es kann sich aber keiner mehr richtig freuen und feiern, Hymnen anstimmen, seine Mannschaft anfeuern oder mit ihr leiden. Man hat nur noch Ohrensausen und Kopfschmerzen - bitte abschalten - wir werden krank!

jetzt antworten Kommentar melden
Kommentar schreiben
Netiquettelink | AGB
Ihr Name
Ihre Emailadresse
noch 600 Zeichen übrig
Ihr Kommentar
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.

Zum Thema
Anzeige
Dossier: Südafrika 2010
Bundesliga-Tippspiel
Meistgelesene Artikel
Fotostrecken
Videos
zurück
vor
Merkzettel
Hier können Sie Artikel ablegen, die Sie später lesen wollen.
Wie geht das?
Anzeige