Aufstand gegen die Plastiktröten
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Von news.de-Redakteur Philip Seiler
Artikel vom 12.06.2010
Sie klingen wie ein riesiger Bienenschwarm! Bei den bisherigen WM-Spielen gab es statt Stimmung auf den Rängen nur das Getröte der Vuvuzelas zu hören. In Südafrika tragen die Fans Ohrstöpsel, im Internet hat ein riesiger Aufstand gegen die Nervtöter begonnen.
Normalerweise überwiegen bei Fußball-Weltmeisterschaften die Fangesänge. Doch beim Turnier in Südafrika ist alles etwas anders. Hier übertönen die Vuvuzelas, deren Name in der Zulu-Sprache angeblich für «Krach machen» steht, bisher alles und vermiesen die WM-Stimmung. Vielen Fußballfans geht das so auf die Nerven, dass sie sich für ein Verbot der Plastiktröten einsetzen.
Bei Netzwerken wie Facebook und Twitter sind reihenweise Unmutsbekundungen zu lesen. Auf der Internetseite vuvuzelas.org wurde der Aufruf «Gegen Vuvuzelas – Pro Stimmung!» gestartet. Die Webseite wurde bereits vor dem Turnier ins Leben gerufen, am zweiten WM-Tag sind es nun bereits 200.000 Fans, die unterschrieben haben.
«Wir wollen niemandem seine Kultur oder Tradition absprechen! Aber wir finden: 90 Minuten Tröten ist genauso unsportlich und unspannend, wie jeden Ballkontakt des Gegners auszupfeifen», heißt es auf der Webseite des deutschen Betreibers Stefan Watzinger.
Wenig Aussicht auf Erfolg
Seine Petition hat aber wenig Aussicht auf Erfolg. Fifa-Präsident Sepp Blatter hat ein Verbot bereits ausgeschlossen: «Wir können und wollen die Vuvuzela nicht verbieten. Das wäre Diskriminierung, sie gehört zu Afrika», sagte er der Bild. Bereits nach dem Confed Cup im vergangenen Jahr war ein Streit um den Einsatz der Vuvuzelas aufgekommen. Am 18. Juni 2009 entschied sich die Fifa aber gegen ein Verbot bei der WM.
In Südafrika wappnen sich die Fans dagegen mit Ohrstöpseln gegen das Gedröhn. In den meisten Drogerien und Apotheken waren laut des Argus Weekend vom Samstag die «Vuvuzela-Stopper» so gut wie ausverkauft.
Auf den Fanmeilen hierzulande sind die Meinungen der Veranstalter zumindest geteilt: In Berlin, Nürnberg, Hamburg, Hannover und Köln wurden Vuvuzelas zum Beispiel verboten. Getrötet werden darf dagegen in München, Frankfurt, Wiesbaden und Düsseldorf.
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"Wir können und wollen die Vuvuzela nicht verbieten. Das wäre Diskriminierung, sie gehört zu Afrika" Dass ich nicht lache! Die Vuvuzela gehört zur südafrikanischen Kultur wie der Sombrero zur deutschen. Es war ein Importprodukt aus den USA, das mittlerweile in China hergestellt wird. Tradition ist es zu singen, zu trommeln und schwungvolle Rhythmen zu schlagen. Aber davon ist nix zu hören.Diskrimnierend ist allein das Dauergebläse dieses akustischen Folterinstrumentes, das permanent alle anderen kulturellen und rituellen Ausdrucksformen während eines Spiels gnadenlos unterdrückt!!!
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