WM 2010 Ottos alte Griechen verlieren

WM in Südafrika (Foto)
Hoch das Bein: Südkoreas Yeom Ki-hun gegen den Griechen Vassilis Torosidis. Bild: ap

Pleite für das Rehhagel-Team: Die überalterten Hellenen waren Südkorea in allen Belangen unterlegen. Im dürftig besetzten Stadion in Port Elizabeth wirbelten nur die Asiaten. Das Team von ManU-Profi Ji-Sung Park bot die bislang beste Vorstellung bei der WM.

Otto Rehhagels Gesichtsausdruck sprach Bände - so hatte sich der 71-jährige Trainer seine WM-Premiere mit Griechenland nicht vorgestellt. Nach einer schwachen Vorstellung verlor der Europameister von 2004 in Port Elizabeth sein Auftaktspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft mit 0:2 (0:1) gegen Südkorea und kann die Hoffnung auf das Achtelfinale fast schon begraben. «Vor dem zweiten Gegentor war das ein kapitaler Abwehrfehler. Wir werden uns morgen zusammensetzen und nüchtern und gründlich analysieren», kündigte Rehhagel an. Nach dem punkt- und torlosen Abschied bei der WM 1994 gingen die Griechen auch beim Start in Südafrika leer aus.

Mit den Gegentoren durch Lee Jung-Soo (7. Minute) und Park Ji-Sung (52.) waren die Hellenen vor lediglich 31.513 Zuschauern im spärlich besetzten Nelson-Mandela-Bay-Stadion noch gut bedient, denn der WM-Vierte von 2002 war im ersten Spiel der Gruppe B weiteren Treffern näher als die behäbigen Griechen dem Anschluss. «Wären wir etwas besonnener gewesen, hätten wir noch mehr Tore geschossen. Wir haben gut gespielt, aber das war erst der Anfang des Turniers», richtete Südkoreas Coach Huh Jung-Moo gleich eine Kampfansage an die weiteren Gruppengegner Argentinien und Nigeria.

Südafrika 2010
Die WM in Bildern

Bundesliga-Legionär Gekas blieb wirkungslos

«König Otto» Rehhagel hatte seiner Mannschaft bei ihrem WM-Comeback nach 16 Jahren das erwartete Defensivkonzept verordnet, doch die Marschroute ging nicht auf, weil ausgerechnet die Abwehr in den entscheidenden Momenten patzte. Im Spiel nach vorn präsentierte sich die Mannschaft lange Zeit arm an Ideen und schwerfällig. Der künftige Frankfurter Theofanis Gekas - in der Qualifikation mit zehn Treffern bester Torschütze in Europa - war in der Spitze praktisch wirkungslos. Seinen ersten Schuss aufs Tor gab Gekas in der 81. Minute ab. Auch der im rechten Mittelfeld aufgebotene Angelos Charisteas vom 1. FC Nürnberg blieb blass.

Die flinken Asiaten, WM-Vierter 2002 und inzwischen längst Stammgast bei WM-Endrunden, erwischten mit der frühen Führung einen Auftakt nach Maß. Der bei den Kashima Antlers in Japan spielende Lee Jung-Soo hatte in der 7. Minute keine Mühe, den Ball über die Linie zu drücken, nachdem ein Eckball von Ki Sung-Yueng an Freund und Feind vorbeigeflogen war. Auch Charisteas machte dabei keine glückliche Figur. Neun Minuten später hätten sich die Hellenen nicht über einen Elfmeterpfiff beklagen dürfen, als Vasilios Torosidis im Strafraum Lee Chung-Yong mit rustikalen Mitteln am Abschluss hinderte.

WM 2010
Wer siegt, wer fliegt!
Video: news.de

Freiburgs Cha Du-Ri glänzte

Gegen die überfallartigen Angriffe der Südkoreaner, die häufig von dem eifrigen Freiburger Bundesligaprofi Cha Du-Ri eingeleitet wurden, fand die Abwehr um Senior Georgios Katsouranis auch weiterhin kein Rezept. In der 28. Minute musste Torwart Alexandros Tzorvas die Nachlässigkeiten seiner Vorderleute ausbügeln, als er gegen den allein auf ihn zustürmenden Park Chu-Young rettete.

Sieben Minuten nach dem Wiederanpfiff leitete ein Ballverlust von Loukas Vyntra im Mittelfeld die Entscheidung ein. ManUnited-Profi Park Ji-Sung schnappte sich die Kugel, schüttelte zwei Gegner ab und bewies bei seinem eiskalten Abschluss ein gutes Auge, als er den Ball an Tzorvas vorbei schob. Park Chu-Young (63.) vergab per Kopf die große Möglichkeit, das Resultat weiter auszubauen. Erst in der Schlussphase stemmten sich die Griechen energisch gegen die Schlappe. Die beste Chance bot sich Pantelis Kapetanos in der 70. Minute, der Schuss ging aber über das Tor.

kru/phs/news.de/dpa

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