WM 2010 Ist Afrika reif für den Titel?

Erstmals wird die Fußball-WM auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. Die 53 Staaten hoffen auf einen überraschenden Titelerfolg eines der sechs afrikanischen Länder. Haben Kamerun, Nigeria oder Südafrika eine realistische Chance?

Samuel Eto'o (Foto)
Samuel Eto'o ist der Superstar der Kameruner. Bild: imago

Südafrika, Gruppe A

«Wir haben uns vorbereitet, als ginge es in den Krieg», sagte Südafrikas Coach Carlos Alberto Parreira kürzlich einmal. Staatspräsident Jacob Zuma erwartet nichts Geringeres als den WM-Titel. Doch das südafrikanische Team ist neben Algerien die Mannschaft mit den geringsten Chancen der sechs afrikanischen Teilnehmer.

Erst zum dritten Mal ist die «Bafana Bafana» (die Jungs) nach 1998 und 2002 bei einer WM-Endrunde dabei. Die Bilanz: ein Sieg gegen Slowenien, drei Remis, zwei Niederlagen und jeweils das Aus in der Vorrunde. Zudem ist Südafrika in der Fifa-Weltrangliste von allen sechs Teams mit Abstand am schlechtesten platziert (82).

Die Elf um Mittelfeldstar Teko Modise hinterließ zwar zuletzt in den Testspielen einen guten Eindruck und ist seit zwölf Spielen ungeschlagen. In der Vorrundengruppe warten aber mit Frankreich, Mexiko und Uruguay drei schwere Brocken, die allesamt stärker einzuschätzen sind.

WM 2010: Wer wird der Star in Südafrika?

Dass mit dem Heimpublikum im Rücken dennoch viel möglich ist, hat bei der WM 2002 Südkorea gezeigt, das erst im Halbfinale scheiterte. Ein gutes Omen ist außerdem, dass der Gastgeber einer WM noch nie in der Vorrunde gescheitert ist.

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Nigeria, Gruppe B

Auch auf dem Team von Nigeria ruhen in Afrika große Hoffnungen. Der Verband hat als Ziel das Halbfinale ausgerufen. Dieses Ziel ist aber eher utopisch. In der WM-Qualifikation konnte man sich nur knapp gegen Tunesien durchsetzen. Zudem fällt mit John Obi Mikel vom FC Chelsea der Star der Mannschaft aus.

Doch der Kader ist auch ohne Mikel gut besetzt. Alle WM-Helden der «Super Eagles» spielen bei ausländischen Klubs. Mit Obafemi Martins (VfL Wolfsburg) und Chinedu Obasi (Hoffenheim) setzt Trainer Lars Lagerbäck auch auf zwei Bundesligaprofis, die ihr Können in Deutschland bereits unter Beweis gestellt haben.

Bisher erreichten die «Super Eagles» bei ihren drei WM-Teilnahmen zweimal das Achtelfinale. Die Runde der letzten 16 ist auch diesmal möglich. Argentinien ist in der Gruppe B trotz durchwachsener WM-Quali der Favorit. Gegen Griechenland und Südkorea muss sich das Team aber nicht verstecken.

News.de-Prognose: Nigeria erreicht das Achtelfinale!

Algerien, Gruppe C

Algerien ist das Team, mit dem vor der WM-Quali wohl keiner gerechnet hätte. Doch überraschend setzte man sich gegen den aktuellen Afrikameister Ägypten durch und nimmt nun zum ersten Mal seit 1982 an einer WM teil.

«Einer unserer Trümpfe könnte es sein, dass man unser Nationalteam vielleicht nicht so kennt, möglicherweise sind wir schwerer einzuschätzen als andere», sagte Nationalspieler Karim Matmour gegenüber sport1.de.

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In der Gruppe C ist für «Les Fennecs» (die Wüstenfüchse) jedenfalls nichts unmöglich. England ist zwar der klare Favorit. Doch mit Slowenien und USA ist man sportlich auf einem Level und könnte für eine echte Überraschung sorgen.

Der Star der algerischen Mannschaft verdient sein Geld im Übrigen auch in der Bundesliga: Karim Ziani. Allerdings kam der 1,69 Meter große Dribbelkönig beim VfL Wolfsburg erst auf zehn Einsätze und konnte sich aufgrund von Anlaufschwierigkeiten und Verletzungsproblemen noch nicht durchsetzen. Ein weiterer Bundesligaprofi brachte Algerien erst zur WM: Anthar Yahia (VfL Bochum) schoss das 1:0-Siegtor im Entscheidungsspiel gegen Ägypten.

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Ghana, Gruppe D

Bei der WM in Deutschland sorgte das Nationalteam Ghanas als Neuling für eine echte Überraschung, indem es als einzige afrikanische Mannschaft die Vorrunde überstand. Brasilien war im Achtelfinale allerdings noch eine Nummer zu groß.

Diesmal lösten die Ghanaer als erstes aller afrikanischen Teams das WM-Ticket und kassierten in den vier Spielen bis zur feststehenden Qualifikation keinen Gegentreffer. Doch auch die «Black Stars» mussten kurz vor der WM eine Hiobsbotschaft verkraften. Mit Michael Essien (FC Chelsea) fällt der absolute Superstar des Teams aus.

Ghana ist zwar mittlerweile im Aufschwung und gewann als erste afrikanische Nation im vergangenen Jahr den Titel bei der U-20-WM. In der Gruppe mit Deutschland, Australien und Serbien wird es aber ganz schwer.

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Kamerun, Gruppe E

Bei der WM 1990 sorgten die «Unbezähmbaren Löwen» für eine echte Sensation. Sie erreichten das WM-Viertelfinale und scheiterten erst im Elfmeterschießen an England. Nur Senegal konnte diesen Erfolg 2002 für Afrika wiederholen.

Bei den restlichen vier WM-Teilnahmen scheiterte Kamerun aber in der Vorrunde. Das gleiche Schicksal könnte diesmal auch wieder blühen. Mit Samuel Eto'o steht zwar ein aktueller Champions-League-Gewinner im Team. Doch das alleine könnte nicht genug sein.

Denn in der Breite ist der Kader nicht stark genug besetzt. So stehen relativ unerfahrene Bundesliga-Legionäre wie Joel Matip (FC Schalke 04), Eric Choupo-Moting (1. FC Nürnberg) oder Georges Mandjeck (1. FC Kaiserslautern) im Aufgebot. Die Gruppengegner Niederlande und Dänemark sind daher stärker einzuschätzen. Japan ist in Gruppe E der klare Außenseiter.

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Elfenbeinküste, Gruppe G

Die Elfenbeinküste wäre mehr als nur ein Geheimfavorit, wäre da nicht das erneute Pech in der Gruppenauslosung gewesen. Wie bei der WM 2006 erwischte man auch diesmal mit Portugal, Brasilien und Nordkorea die sogenannte Todesgruppe. Noch dazu ist unklar, ob der Superstar und Leader der Mannschaft, Didier Drogba, nach einem Ellbogenbruch voll einsatzfähig sein wird.

Dennoch sind die «Elephants» das Team mit den größten Ambitionen der sechs afrikanischen Teilnehmer. Mit fünf Siegen, einem Remis und 19:4 Toren marschierte man durch die WM-Quali. Der Kader ist gespickt mit hochkarätigen Stars wie Salomon Kalou (FC Chelsea), den Touré-Brüdern Kolo (Manchester City) und Yaya (FC Barcelona) oder Emmanuel Eboué (FC Arsenal).

Mit Sven-Göran Eriksson sitzt außerdem ein echter Trainerfuchs auf der Bank, der auf nationale und internationale Erfolge im Klub zurückblicken kann. «Wir sind stark genug, um das Achtelfinale zu erreichen», sagt er. Wenn er die Vorrunde übersteht, ist sogar noch mehr drin.

News.de-Prognose: Elfenbeinküste erreicht das Viertelfinale!

ivb/kru/news.de

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Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • SonyaFan
  • Kommentar 2
  • 08.06.2010 17:27

Nein solange die Auslosungen so manipuliert werden können solche Mannschaften nicht durchkommen.Wenn immer und ewig die selben um den Weltmeistertitel spielen wird das eh langweilig.Habe es schon mal gesagt.Eine faire Auslosung wäre alle in einen Topf und dann Gruppe für Gruppe ausgelost.Wer da durchhält und am Ende gewinnt kann sich wirklich Weltmeister nennen.Aber dieses Trennen der grossen nur damit die bloss nicht gleich rausfallen finde ich unfair gegenüber den kleineren Mannschaften.Ich schau nicht mal mehr zu.Hab die Nase voll von solchen Praktiken.

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  • Hartmuth Möhse
  • Kommentar 1
  • 08.06.2010 13:44

Nöö - eher nich ... Argentinen wir WM und Yogi-Bärs Gurkentruppe schafft vielleicht, aber nur vielleicht, das Halbfinale!

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