WM 2010 Die halbe Liga ist dabei

Nur die Premier League ist besser: Mit 61 Legionären stellt die Bundesliga bei der WM die zweitmeisten Spieler. Allein für die Schweiz treten sieben Akteure aus deutschen Klubs an. Dazu sorgt ein Bundesligaverein aus dem Keller für eine Überraschung.

Franck Ribéry (Foto)
Neben Arjen Robben prominentester Bundesliga-Legionär bei der WM: der Franzose Franck Ribéry (FC Bayern München). Bild: dpa

Die WM wird zur großen Bühne der Bundesligen. Mit 61 Legionären stellt der deutsche Profi-Fußball die zweitmeisten Akteure beim Welt-Turnier in Südafrika und wird einzig von England (96) überflügelt. Nur acht von 31 Trainern der WM-Teilnehmer rekrutieren keine Spieler, die in Deutschland ihr Geld verdienen.

Von den potenziellen Superstars Arjen Robben oder Franck Ribéry vom FC Bayern München über hoffnungsvolle Jung-Talente wie Joel Matip (FC Schalke 04) bis zu Zweitliga-Absteigern wie dem Slowenen Matej Mavric vom TuS Koblenz - die deutsche Delegation bietet Masse und Klasse. Dabei stieg die Zahl der Legionäre in den vergangenen Jahren stetig an - von 39 (WM 2002) und 54 (2006) auf nun 61 Profis.

Die Schweiz hat die meisten Bundesligaspieler dabei

WM 2010: Wer wird der Star in Südafrika?

Für den Mitfavoriten Niederlande tritt gleich ein Bundesliga-Quintett bestehend aus Robben, Mark van Bommel (beide Bayern), Eljero Elia, Joris Mathijsen (beide HSV) und Khalid Boulahrouz (VfB) an. «Wir haben viele Spieler, die schon einige Jahre auf sehr hohem Niveau in Europa spielen», sagte van Bommel nach dem 4:1 gegen Ghana in Rotterdam am Dienstag zuversichtlich.

Nur der Schweizer Nationalcoach Ottmar Hitzfeld vertraut noch mehr Deutschland-Legionären als Bondscoach Bert van Marwijk und nominierte sieben Profis aus seiner Heimat. «Nicht unbedingt gut spielen, aber trotzdem gewinnen», hatte Hitzfeld die deutschen Tugenden bereits vor seiner Kader-Entscheidung gerühmt. Auch beim DFB-Gruppengegner Serbien und der Slowakei stehen jeweils fünf Akteure aus den Bundesligen im Kader.

Bei der EM 2008 hatte das deutsche Oberhaus mit insgesamt 57 Spielern die Premier League (43) noch ausgestochen. Nach Deutschland und England sind Profis aus Italien (57) und Spanien (39) bei den WM-Teilnehmern heiß begehrt.

Überraschung: Hannover 96 stellt die größte Abordnung

Vor allem die Teams aus Afrika setzen auf Kräfte aus den europäischen Top-Ligen: Im Kader von Nigeria findet sich kein einziger Profi, der im eigenen Land beschäftigt ist. «Unser Vorteil ist, dass wir afrikanischen und europäischen Fußball spielen können, denn die meisten unserer Nationalspieler stehen in Europa unter Vertrag», sagte Stürmer Obafemi Martins vom VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen bieten mit neun WM-Fahrern nach dem Double-Sieger FC Bayern München (11) die größte Abordnung aus der Bundesliga auf.

Nur zehn Wackelkandidaten aus den vorläufigen Kadern mussten ihre Hoffnung auf der Zielgerade begraben. Neben dem DFB-Trio Heiko Westermann, Andreas Beck und Christian Träsch, bleiben auch die Schweizer Christoph Spycher und Fabian Lustenberger, Marcel Ndjeng aus Kamerun, der Algerier Chadli Amri, Miroslav Karhan (Slowakei) und der Brasilianer Carlos Eduardo zu Hause. Nur wenige Stunden vor Nominierungsende platzte der WM-Traum auch für Torhüter Rowen Fernandez (Bielefeld) vom Gastgeber Südafrika.

Hier finden Sie alle Bundesliga-Legionäre, die zur WM fahren.

kru/news.de/dpa

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