Joachim Löw Stur und blauäugig

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News.de-Redakteur Ullrich Kroemer. Bild: news.de

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Auch nach dem Ausfall von Christian Träsch ist die Tür für Nachrücker in den WM-Kader zu. Falls Schweinsteiger oder Khedira ausfallen, will Löw lieber mit Aogo oder Westermann im Mittelfeld spielen, als einen Spezialisten nachzunominieren. Dabei würde der im Ernstfall dringend gebraucht.

Simon Rolfes hat abgesagt, Michael Ballack trägt Gips und Defensiv-Allrounder Christian Träsch wird gerade wegen einer Sprunggelenksverletzung vom Trainingslager nach Hause chauffiert. Auf der Sechser-Position, wichtigste Schnittstelle im modernen Fußball, liegt vor der Weltmeisterschaft ein Fluch. Nun ruht die Last allein auf den Schultern von Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira. Was aber, wenn das Sechser-Sterben weitergeht und einer der beiden ebenfalls ausfällt?

Hans-Dieter Flick, erster Getreuer von Bundestrainer Joachim Löw, hat so beiläufig und selbstverständlich verkündet, als ginge es um die Auswahl der Erwärmungsübung für die nächste Trainingseinheit, dass kein Spieler für das defensive Mittelfeld nachnominiert werden soll. Punkt. Statt einen gelernten Mittelfeldspieler dazuzuholen, wollen Löw und Flick eher einen der Akteure umschulen, denen sie ihr Vertrauen geschenkt haben. Sie hätten da so ihre Alternativen im Kopf, sagt Flick. Aha.

Der WM-Kader
Auf diesen Jungs ruht die Hoffnung

Doch diese Haltung ist stur, die Entscheidung blauäugig. Denn falls Schweinsteiger oder Khedira passen müssen oder nach der langen Saison einen schwachen Tag erwischen, sind die vom DFB für das Mittelfeld ins Gespräch gebrachten Nationalverteidiger Dennis Aogo oder Heiko Westermann dieser Aufgabe nicht gewachsen. Und Philipp Lahm würde auf den Außenpositionen fehlen, wo er einer der weltbesten Spieler ist. Zudem fehlt ihm auf der Position im Mittelfeldzentrum jede Erfahrung.

Weil Löw dem zwar stets schlecht gelaunten, aber bissigen Torsten Frings schon frühzeitig einen Korb gegeben hatte, gäbe es nun nur durchschnittliche Ersatzkandidaten für die Position: Sebastian Kehl, Christian Gentner, Hanno Balitsch, Gonzalo Castro oder Thomas Hitzlsperger. Offenbar will Joachim Löw das Niveau nicht weiter mit mittelmäßigen oder formschwachen Bundesligaakteuren verwässern, denn davon hat er schon genug im Kader. Besser allerdings als Aogo oder Westermann, die sich innerhalb von 14 Tagen auf einer für sie relativ neuen Position zurechtfinden müssten, würde sich einer der Genannten im Ernstfall mit Sicherheit machen.

kas/ivb/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Formschwach13
  • Kommentar 1
  • 27.05.2010 18:57

ne ne, die hier Genannten Nachnominierungswünsche sind außer vielleicht C. Gentner auch nicht das Gelbe. Aber wir haben doch Toni Kroos und sogar Podolski könnte Mittelfeldaufgaben übernehmen (wie bei Köln). Er ist doch sowieso immer eine hängende Spitze gewesen. Schweinsteiger und Khedira könnten dann etwas mehr aus der Abwehr heraus spielen. Das wär zumindest für die ersten Spiele in der WM eine gelungene Alternative.

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