Wir haben gewonnen!
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Artikel vom 22.05.2010
Das Spiel ist aus, Russland bleibt auch im 37. WM-Spiel gegen Deutschland ungeschlagen. Aber nur auf dem Papier. Mit der besten Partie, die die deutschen Cracks je gegen die Sbornaja bestritten haben, muss auch der Rekordweltmeister anerkennen: Die wahren Sieger sind wir.
Auch wenn wirklich nur die Wenigsten an den ersten deutschen Finaleinzug seit über 70 Jahren geglaubt haben, sitzt die Enttäuschung, das Spiel erst nach 57 Minuten verloren zu haben, tief. Verständlich.
Doch es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil: Die deutschen Kurvenflitzer haben etwas geschafft, was bisher keiner anderen Mannschaft gegen die Russen gelang - die Führung. Spitzenmannschaften wie Finnland und vor allem Olympiasieger Kanada waren in den letzten Partien meilenweit davon entfernt.
Außerdem - wenn Russlands Coach Wjatscheslaw Bykow schon seine komplette Mannschaft auf drei Reihen umstellen muss, spricht das Bände. Noch besser: Wenn ein Nationalspieler wie Justin Krüger, der bis zur WM nur im amerikanischen Universitätshockey zum Einsatz gekommen ist, selbst die russischen Weltstars Jewgeni Malkin und Alexander Owetschkin in ihre Schranken weist, macht das deutlich, welche Glanzleistung unsere Eis-Cracks abgeliefert haben.
Und für alle Statistik-Fans sei gesagt: Alle vier Turnierniederlagen wurden mit einem Tor Unterschied verloren. Wann hat es das jemals zuvor gegeben? Letztendlich haben heute nur zwei deutsche Fehler sowie die Kaltschnäuzigkeit und die individuelle Klasse der Sbornaja den Unterschied gemacht.
Selbst wenn Deutschland auch in der morgigen Partie um WM-Bronze gegen Schweden verlieren sollte, diese Turnierleistung ist gar nicht hoch genug zu bewerten. Es zeigt, dass der deutsche Eishockeysport wieder lebt – und das ist der größte Sieg überhaupt.
news.de
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren