Formel 1 Doppelsieg der Roten Bullen

Grand Prix in Monaco (Foto)
Red Bull vor Red Bull: Mark Webber vor Sebastian Vettel. Bild: ap

Platz eins für Mark Webber, Rang zwei für Sebastian Vettel: Red Bull dominiert den turbulenten Grand Prix in Monaco vom Start weg und stellt jetzt das neue Spitzenreiter-Duo der WM-Wertung. Michael Schumacher machte mit einem Überholmanöver auf sich aufmerksam und wurde Sechster. 

Dramatik, Crashs und Safety-Car-Phasen: Die Red-Bull-Überflieger Mark Webber und Sebastian Vettel haben sich beim turbulenten Formel-1-Klassiker in Monaco durch nichts aus der Erfolgspur bringen lassen und mit einem famosen Doppelerfolg im Fürstentum an der Côte d'Azur die WM-Führung erobert.

Während Michael Schumacher und Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg bei der wilden Hatz durch die Häuserschluchten als Sechster und Achter weit vom Podest entfernt waren, machte Webber in Monte Carlo seinen zweiten Sieg binnen einer Woche perfekt. Vettel musste sich beim Großen Preis von Monaco wieder seinem Stallrivalen geschlagen geben und liegt im WM-Klassement nun punktgleich mit dem Australier auf Platz zwei. «Ich hoffe, dass das im nächsten Rennen wieder andersherum ist», sagte Vettel.

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Für Furore sorgte auch Fernando Alonso. Der aus der Boxengasse als Letzter gestartete Spanier schluckte einen Widersacher nach dem anderen, wobei er bei seiner brillanten Aufholjagd auch von der glänzenden Ferrari-Strategie profitierte. Alonso belegte einen beeindruckenden siebten Platz, nachdem ihn Schumacher nach der letzten Safety-Car-Phase noch überrumpelt hatte. Der Pole Robert Kubica kam im Renault auf Rang drei und feierte damit seinen zweiten Podestplatz hintereinander.

Umstrittenes Überholmanöver: Schumi trickst wieder

Das Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg hatte wie zuletzt in Barcelona nichts mit der Vergabe der Podiumsplätze zu tun. Ihre Silberpfeile konnten bei der spannenden «Hafenrundfahrt» nie das Red-Bull-Tempo gehen. Allerdings ließ der Altmeister in der letzten Sekunde seine alte Klasse aufblitzen, als er Alonso direkt nach der erneuten Freigabe wenige Meter vor der Ziellinie den sechsten Platz noch raubte. Allerdings muss der siebenmalige Champion noch um sein Resultat bangen, da die Rennleitung den Vorfall untersucht.

Webber ließ sich weder von den vier Safety-Car-Phasen noch von Vettel aus dem Rhythmus bringen. Mit fast stoischer Ruhe fuhr der 33- Jährige auf dem engen, nur 3,340 Kilometer langen Stadtkurs einen überlegenen Start-Ziel-Sieg heraus. Der Red-Bull-Pilot benötigte für die 78 Runden 1:50:13,355 Stunden. Vettel wies nach insgesamt 260,520 Kilometern voller Spannung 0,448 Sekunden Rückstand auf. Adrian Sutil zeigte im Force India als Neunter eine gute Vorstellung.

Nach sechs Rennen führt Webber die WM mit 78 Zählern vor dem punktgleichen Vettel an. Alonso (73) ist Gesamtdritter vor Jenson Button (70). Der Titelverteidiger rollte schon nach drei Runden wegen eines Motorschadens an seinem McLaren-Mercedes aus. Eine defekte Ölleitung hatte zur Überhitzung des Triebwerks geführt. Durch seinen ersten Saisonausfall verlor Button die Spitzenposition in der Fahrer-WM.

Seite 2: Der Grand Prix in Zahlen

Hülkenberg eröffnete die Crash-Serie

Beim Start blieb das befürchtete Chaos noch aus, aber kurz danach knallte es erstmals richtig heftig: Nico Hülkenberg prallte in der ersten Runde im Tunnel in die Leitplanken und schlitterte mit seinem Williams dann der Mauer entlang ins Freie. Um den demolierten Wagen bergen und die Trümmerteile wegräumen zu können, musste das Rennen fünf Runden lang hinter dem Safety Car neutralisiert werden. «Bei mir ist alles in Ordnung», gab Hülkenberg Entwarnung.

Webber nutzt wie schon zuletzt bei seinem Sieg in Spanien die Pole-Position, um sich einen beruhigenden Vorsprung zu verschaffen. Vettel düpierte mit einer beherzten Attacke Kubica und preschte sofort auf Platz zwei vor. Aber seinen australischen Teamkollegen musste er nach der erneuten Freigabe des Rennens ziehen lassen.

Webber blieb auch nach dem ersten Reifenwechsel, den er einen Umlauf nach Vettel absolvierte, souverän vorn. Der 33-Jährige kontrollierte locker das Geschehen: Weit und breit war auf dem engen Straßenkurs kein Konkurrent in Sicht. Vettel wies als erster Verfolger nach rund einem Drittel der Distanz schon über zehn Sekunden Rückstand auf.

Lockerer Kanaldeckel: dritte Safety-Car-Phase

Nach der zweiten Safety-Car-Phase in der 33. Runde war Webbers Vorteil jedoch wieder weg: Rubens Barrichello drehte sich in seinem Williams wegen einer gebrochenen Radaufhängung beim Casino und blieb mitten auf der Strecke stehen. Das Red-Bull-Duo konnte sich jedoch sofort wieder absetzen, wobei Vettel erneut Webbers Tempo nicht halten konnte.

Neutralisation Nummer drei dann zehn Umläufe später: In einer Kurve hatte sich ein Kanaldeckeldeckel gelockert. Damit war Webbers Vorsprung wieder weggeschmolzen. Aber wieder meisterte der Spitzenreiter die zusätzliche Herausforderung problemlos.

Timo Glock schied als zweiter Deutscher aus: Wegen einer gebrochenen Aufhängung musste der Wersauer seinem Virgin in der 25. Runde abstellen.

 

In Zahlen: Der Grand Prix von Monaco

1. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:50:13,355 Std. (Schnitt: 141,814 km/h)

2. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull + 0,448 Sekunden

3. Robert Kubica (Polen) Renault + 1,675

4. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari + 2,666

5. Lewis Hamilton (England) McLaren- Mercedes + 4,363

6. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes + 5,712

7. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari + 6,341

8. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes + 6,651

9. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force India + 6,970

10. Vitantonio Liuzzi (Italien) Force India + 7,305

11. Sébastien Buemi (Schweiz) Toro Rosso + 8,199

12. Jaime Alguersuari (Spanien) Toro Rosso + 9,135

13. Witali Petrow (Russland) Renault + 5 Runden

14. Karun Chandhok (Indien) Hispania + 8 Runden

15. Jarno Trulli (Italien) Lotus + 8 Runden

Ausfälle: Nico Hülkenberg (Emmerich) Williams (1. Runde/Unfall); Jenson Button (England) McLaren-Mercedes (3. Runde/Motorschaden); Pedro de la Rosa (Spanien) Sauber (22. Runde/Defekt); Timo Glock (Wersau) Virgin (23. Runde/Defekt); Lucas di Grassi (Brasilien) Virgin (26. Runde/Defekt); Kamui Kobayashi (Japan) Sauber (27. Runde/Defekt); Rubens Barrichello (Brasilien) Williams (31. Runde/Unfall); Heikki Kovalainen (Finnland) Lotus (59. Runde/Defekt); Bruno Senna (Brasilien) Hispania (59. Runde/Defekt)

kru/news.de/dpa

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