Golf Woods erlebt Desaster

Tiger Woods (Foto)
Mit einer 79er Runde scheiterte Tiger Woods am Cut. Bild: ap

Die pure Verzweiflung stand dem Superstar ins Gesicht geschrieben: Den Tränen nahe, rang Tiger Woods nach Worten für eines der größten Desaster seiner einmaligen Golfkarriere. In Charlotte scheiterte der 34-Jährige am Cut.

Mit 153 Schlägen nach zwei Runden war der Weltranglisten-Erste bei der Quail Hollow Championship in Charlotte/North Carolina geradezu jämmerlich am Cut gescheitert. Vor 14 Tagen erst hatte der Branchen-Riese nach fünfmonatiger Auszeit wegen privater Skandale beim US Masters auf Rang vier ein beachtliches Comeback gefeiert.

«Es ist wie es ist. Was auch immer ich angestellt habe. Es war einfach nicht gut genug.» Mehr wollte der 34-jährige Kalifornier nach seiner 79er Runde am Freitag (Ortszeit) zunächst nicht sagen. Es war die höchste Schlagzahl für 18 Löcher in seiner fast 14-jährigen Profi-Karriere auf der US-PGA-Tour in Amerika. Nur bei den British Open 2002 hatte ihm der Sturm eine 81er Runde beschert. Wie um Hilfe suchend, drehte sich der Tiger vom TV-Mikrofon weg und schlich - begleitet von seinen sechs Bodyguards - in die Umkleide.

Ehebrecher Woods
Das Comeback eines Tigers

241 Turniere hat Woods seit 1996 gespielt, unter anderem 14 Majors gewonnen. Aber an diesem «Schwarzen Freitag» scheiterte Woods zum sechsten Mal überhaupt erst an der Qualifikation für die Schlussrunden - wie 2005 zuletzt in USA und 2009 bei der British Open im schottischen Turnberry.

«Ich werde es alles nicht los»

Die mangelnde Wettkampfpraxis, der öffentliche Druck nach seinem Bekenntnis zum Ehebruch, die vom Boulevard betriebene Hatz hatten den Sünder wieder eingeholt. «Fragen über Fragen jeden Tag. Es geht nicht weg. Selbst zu Hause nicht. Überall Paparazzi. Hubschrauber über meinem Haus. Ich werde es alles nicht los», sagte Woods später. «Aber ich stelle mich. Ich habe die selbe Chance wie jeder andere auch.»

In einer Woche steht die US PGA Championship auf dem Turnierkalender. Für diese Meisterkür der US-PGA-Tour hat Woods gemeldet und kann sich selbst beweisen, ob er dem psychischen Druck wieder standhält.

In Quail Hollow hatte es nicht gereicht. Abschläge wie die eines Amateurs links und rechts der Fairways, schlecht getimte Putts, die reihenweise ihr Ziel verfehlten und mangelndes Ballgefühl machten Woods schwer zu schaffen. Spätestens am 14. Grün, als der Tiger den Ball bei der Annäherung auf das Grün ins Wasser rollen ließ, raubten ihm den Nerv.

Mayfair an der Spitze

Der mit 136 Schlägen auf dem Par 72-Kurs im Quail Hollow CC führende Billy Mayfair lag nach zwei 68er Runden um einen Schlag besser an der Spitze. Hinter dem argentinischen Major-Sieger Angel Cabrera (137) lauerten vier Amerikaner mit Masters-Sieger Phil Mickelson, J.P. Hayes, Dustin Johnson und Paul Goydos (alle 138).

Nur zehn der 144 gestarteten Konkurrenten waren überhaupt schlechter platziert als Woods. Selbst Alexander Cejka hatte sich mit 146 Schlägen vor dem Kalifornier eingereiht, aber um einen Zähler den Cut verpasst. Bis zum 16. Grün lag der gebürtige Tscheche mit deutschem Pass bei eins unter Par voll auf Kurs für die Finalrunden. Aber mit der Serie Triple-Bogey (drei über Par), Bogey, Bogey machte sich Cejka die Chance auf eine Top-Ten-Platzierung auf den letzten drei Löchern zunichte.

phs/news.de/dpa

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