So., 12.02.12

Trendsport 2010 Wir sind Golf!

Von news.de-Redakteur Oliver Roscher

Artikel vom 16.04.2010

Ein Volk strömt aufs «Green». Golf erfreut sich zunehmender Beliebtheit in Deutschland. Die ehemalige Nischensportart für Wohlverdienende und Senioren ist in der Mitte der Bevölkerung angekommen. News.de zeigt, wie man zum Golfspieler wird.

Die Blumen blühen, die Vögel zwitschern – der Lenz ist da und mit ihm die Zeit für eine neue sportliche Herausforderung. Fällt die Entscheidung auf Golf, sollte man sich nicht vom althergerbrachten Image abschrecken lassen. Golf liegt im Trend und ist inzwischen auch bezahlbar geworden.

Fabian Bünker ist Akademieleiter des renommierten Golfclubs St. Leon-Rot. Er sieht drei Gründe für den Zulauf: «Erstens ist Golf ein Sport für alle Altersgruppen und sogar als Familiensport geeignet. Zweitens wird der Golfsport in den Medien als Lifestyle vermarktet und strahlt somit eine hohe Attraktivität aus und drittens haben durch die öffentlichen Golfplätze nun alle gesellschaftlichen Schichten einen Zugang zum Golf.» 

Also, auf zum nächsten «Green» - und so geht's:

Der Anfang

Als Novize sollte man sich zunächst einem Schnupperkurs im nahegelegenen Golfclub anschließen oder seine ersten Schläge auf einer öffentlichen Golfanlage durchführen. Der Schnupperkurs im Club hat den Vorteil, dass der Anfänger von einem Trainer ins Spiel eingewiesen und die Ausrüstung gestellt wird. Voraussetzung ist lediglich sportliche Kleidung. Und keine Sorge, es muss nicht gleich die Luxus-Edition sein.

Der öffentliche Golfplatz bietet den Vorteil, sich von Trainers Anweisungen ungestört in die neue Sportart hineinstürzen zu können. Auch hier ist sportliche Kleidung wünschenswert. Bei der Wahl der öffentlichen Golfanlage ist darauf zu achten, dass keine Platzreife (Platzerlaubnis) verlangt wird, also ein Mindestmaß an spielerischem Können. Fabian Bünker sieht in den öffentlichen Golfplätzen keine Gefahr für die traditionellen Golfclubs, im Gegenteil: «Diese Plätze sorgen schließlich dafür, dass neue Leute dem Golfsport zugeführt werden.»

Die Platzreife

Die sogenannte Platzreife ist der Führerschein eines jeden Golfspielers. Nur mit der Erlangung dieser, ist es dem Spieler gestattet einen Kurs zu spielen. Die Platzreife garantiert einen halbwegs reibungslosen Ablauf auf der Golfanlage. Spieler ohne die geforderte Qualität würden nachfolgende Golfer unnötig aufhalten. Der Deutsche-Golf-Verband hat kürzlich eine Norm zur Durchführung der Platzreife beschlossen, an der sich die Golfclubs orientieren können.

Um die Platzreife zu erlangen, muss zunächst ein Regeltest absolviert werden. Dann folgt eine Platzbegehung und schließlich der Praxistest. Ein Anwärter auf die Platzreife muss neun Löcher spielen und sechs davon mit der erforderlichen Schlagzahl oder darunter bestehen. Wie hoch die erforderliche Schlagzahl ist, hängt vom Kurs und dem jeweils zu spielenden Loch ab.

«Bei der Wahl der Kurse sollte auf die Qualitätssiegel der Professional Golfers Association of Germany e.V. (PGA) und die Platzerlaubnis des Deutschen Golf-Verbandes (DGV) geachtet werden», empfiehlt Fabian Bünker. Diese garantieren eine hohe Qualität der Golflehrer und der Ausstattung.

Migliedschaft erforderlich

Nach Erlangung der Platzreife kann es losgehen, oder auch nicht, denn neben der Platzreife verlangen die meisten Golfclubs eine Mitgliedschaft in einem Club. Es gibt vier Möglichkeiten der Mitgliedschaft. Am naheliegensten ist die Mitgliedschaft im örtlichen Golfclub. Gegen einen Jahresbeitrag, steht den Mitgliedern der örtliche Kurs so das ganze Jahr offen. Durch Erhalt des Ausweises des DGV-Ausweises ist es außerdem möglich, gegen eine Gebühr auf anderen Plätzen zu spielen.

Wer nicht einem Golfclub beitreten will, kann sich der Vereinigung clubfreier Golfspieler (VcG) anschließen. Der Vorteil dieser Mitgliedschaft liegt in dem niedrigeren Jahresbeitrag als bei besagter Club-Mitgliedschaft, allerdings muss der Spieler auf jedem Kurs jede Runde einzeln zahlen.

Ähnlich verhält es sich bei der Fernmitgliedschaft bei einem Club, der nicht am Wohnort liegt. Dort erhält man vergünstigt den DGV-Ausweis, zahlt aber bei den anderen Golfclubs oben drauf, da diese Form nicht gerne gesehen ist.

Einen schlechten Ruf genießen ebenfalls die Aulandsmitgliedschaften bei sogenannten «Briefkastengolfclubs». Diese locken mit günstigen Modalitäten und einer raschen Ausstellungen einer Golf-Mitgliedschaft. Davon hat der Spieler hierzulande meist recht wenig, denn häufig wird Spielern mit diesen Mitgliedschaften kein Spielrecht gewährt.

Die Ausrüstung

Anfänger sollten sich nicht schon vor dem ersten Schlag eine Ausrüstung zulegen. Beim Schnupperkurs stellt der Golfclub ohnehin die notwendige Ausrüstung zur Verfügung. Es gilt: erst testen, dann kaufen. Die günstigste Variante ist der Kauf von gebrauchtem Material. Für den Anfang reicht das vollkommen. Gebrauchte Schläger haben allerdings den Nachteil, das diese nicht hundertprozentig den physischen Eigenheiten des Spielers angepasst sind.

Bei der Neuanschaffung eines kompletten Schläger-Sets wird im Gegensatz dazu auf die Größe des Spielers etc. Wert gelegt. Mit dem sogenannten Schläger-Fitting werden die Schläger passend zum Schlagverhalten und zu den körperlichen Eigenheiten ausgerichtet. Ein komplettes Schläger-Set besteht aus bis zu vierzehn Hölzern, Eisen und Puttern. Für Einsteiger reicht aber auch die Hälfte der Schlägerzahl. Weitere Bestandeteile der Ausrüstung sind Bälle, Schuhe, Tasche, Marker, Pitchgabel, Handschuhe und Tee. So viel zum Inhalt, aber wie teuer ist die Ausrüstung eigentlich?

Was kostet der Spaß?

Die Preise für Schnupperkurse variieren zwischen ca. 19 und 79 Euro. Das hängt sowohl vom Renomee des Golfclubs, als auch von der Dauer und Intensität des Kurses ab. Ebenso verhält es sich bei der Erlangung der Platzreife. Bei den Anbietern von Golf -Range beispielsweise, kann der Kurs zur Erlangung der Platzreife ab 149,- Euro gebucht werden. Im renommierten Golfclub St. Leon Roth muss der Anwärter dagegen 1149,- Euro anlegen, Luxusambiente inklusive.

An diesen Preisen lässt sich die Entwicklung des Golfsports augenscheinlich ablesen: Zwischen Pomp und Proletariat. Nicht nur an der Golfclub-Zugehörigkeit lässt sich das mögliche Einkommen erkennen, auch am Material. Die Preise für Komplettsets unterliegen ebenfalls einer breiten monetären Spanne. Als absolutes Minimum sollten 200,- Euro angelegt werden. Komplettsets mit einem Wert von über 1000,- Euro sind aber ebenfalls keine Seltenheit.

cvd/news.de
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