Olympische Gleichung Aus Gold wird selten Geld

XXI. Olympische Winterspiele (Foto)
Stephanie Beckert holte bei den Olympischen Winterspielen in Kanada zweimal Silber und eine Goldmedaille. Reicher und berühmter wird die Eisschnellläuferin dadurch aber wohl nicht. Bild: ddp

Wer nicht gerade Maria Riesch oder Magdalena Neuner heißt, hat nur selten lange Freude an seiner Goldmedaille. Einer Studie zufolge bleiben Olympiasieger nur wenigen Deutschen im Gedächtnis. Auch das große Geld bleibt oft nur ein Traum.

Lediglich jene Sportstars mit dem höchsten Bekanntheitsgrad und permanenter Medienpräsenz können ihre Medaillen veredeln. Zu diesem Schluss kommen die Experten von Sport+Markt in einer Studie. Bei guter Vermarktung könnten nach den Winterspielen nur die Vancouver-Olympiasiegerinnen Maria Riesch (Ski alpin) und Magdalena Neuner (Biathlon) ihr Gold zu Geld machen. «Für alle anderen gilt: Eine Goldmedaille macht nicht reich», sagte Sport+Markt-Vorstand Hartmut Zastrow. Die Erhebung stützt sich auf Telefoninterviews mit 500 Bundesbürgern im Alter zwischen 14 und 69 Jahren.

«Seit jeher sind es in Deutschland bei Olympischen Spielen zwei bis drei Athleten, die im kollektiven Sportgedächtnis haften bleiben. Diese Sportler können ihre Medaillen bei guter Vermarktung auch zu Geld machen», betonte Zastrow, der sich von den neuen Zahlen bestätigt sehen dürfte: 30 Medaillen hatte das deutsche Team bei den Winterspielen in Kanada erkämpft, nur fünf Gewinner von Edelmetall haben einen Bekanntheitsgrad von mindestens zehn Prozent. Alpin-Königin Riesch (2x Gold) war immerhin 54 Prozent der Befragten bekannt, Biathlon-Ass Neuner (2x Gold/1x Silber) folgt mit 52 Prozent knapp dahinter.

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Keine Werbeverträge für stille Stars

André Lange (1x Gold/1 x Silber), den erfolgreichsten Bob-Piloten der Welt, kannte gerade einmal jeder dritte (32 Prozent) Sportfan. Skilangläufer Axel Teichmann (12 Prozent), der zweimal Silber holte, und selbst Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg (10 Prozent) gehen fast schon in der Masse der glücklichen Medaillensammler unter.

Und auch bei potenziellen Sponsoren stehen die stillen Stars sicher nicht ganz oben auf der Liste. «Es ist ein lang gehegter Irrglaube, dass Olympia-Gold automatisch viele Werbeverträge nach sich zieht», erklärte Marketing-Experte Zastrow. Der Bekanntheitsgrad der anderen deutschen Medaillengewinner ist ernüchternd: Zwischen 0 und 9 Prozent weist die Sport+Markt-Studie aus.

Doppel-Olympiasiegerin Maria Riesch ist im Skiparadies Whistler dagegen zum Sport- und Medienstar aufgestiegen. Bei Sponsoren und Medien ist die 25-Jährige nun gefragt wie nie zuvor. Am Samstag kommt sie als Star-Gast von Thomas Gottschalk zu Wetten, dass ...? nach Salzburg. Gold ist ihr wichtiger als Geld, versichert Riesch in einem Bild-Interview. «Aber wenn man Medaillen gewinnt, zahlt sich das meistens auch finanziell aus.» Wenn man Maria Riesch heißt.

mas/oro/reu/news.de/dpa

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