Das Goldmädchen und der Rekordathlet
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Verena Bentele hat bei den Winter-Paralympics in Kanada beim vierten Start die vierte Goldmedaille gewonnen. In der Nacht krönte sich auch der einarmige alpine Skifahrer Gerd Schönefelder zum 14. Mal zum Paralympicssieger.
Der deutsche Goldrausch in Kanada geht weiter. In den Loipen von Whistler feierte Verena Bentele aus Tettnang im klassischen Fünf-Kilometer-Langlauf mit ihrem vierten Titel bei den Paralympics einen weiteren Triumph. Vier Starts, viermal Gold - «damit ist sie auf jeden Fall legendär», kommentierte Frank Höfle die Serie der 28-Jährigen.
«Auch die vierte Goldmedaille ist absolut schön, es ist einfach sehr gut gelaufen.» Im Ziel fuhr Bentele auf Begleitmann Thomas Friedrich auf und flachste: «Der Guide ist langsam fertig.» Und dass sie jetzt etwa 2,5 Kilogramm an goldenen Plaketten mit nach Hause nimmt, macht sie nicht nervös: «Das Übergepäck zahlt ja der Verband.»
Benteles bisherige paralympische Bilanz: elfmal Gold, zweimal Silber, zweimal Bronze. Ob sie weitermacht? «Ich weiß es noch nicht.» Höfle wurde Siebter im Zehn-Kilometer-Klassiker und wird seine paralympische Karriere beschließen: «Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht.»
Gerd Schönfelder raste wenig später mit nur einem Arm zum Sieg in der Alpin-Abfahrt - es war sein 14. Gold. Der «Stier von Kulmain» ist mit nunmehr 20 Mal Edelmetall gemeinsam mit dem Nordischen Frank Höfle erfolgreichster Deutscher in der Historie der Spiele. Deutschland hat an Kanadas Westküste die acht Paralympics-Titel von Turin 2006 schon jetzt um einen übertroffen.
Pechsträhne in Whistler
In Whistler Creekside wurden die Zuschauer an der «Franz's-Run»-Piste an die dramatischen Stürze bei Olympia erinnert. Die beinamputierte Kanadierin Andrea Dziewior erwischte es heftig - die einbeinigen Skiläuferinnen erreichen auf der 2139 Meter langen Strecke mit einem Gefälle von 600 Metern Geschwindigkeiten um die 87 Kilometer pro Stunde. Dziewior musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden - doch alles ging glimpflich ab: «Es geht allen gut, es gab keine schlimmen Verletzungen und keine Brüche», sagte Steffi Klein, Sprecherin des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC).
Ein Sturz mit dem Monoski verhinderte vorläufig den dritten Gold-Coup des Surbergers Martin Braxenthaler: «Ich bin eine enge Linie gefahren. Dann habe ich einen Schlag bekommen, es hat mich ausgedreht, und ich bin gestürzt.» Aber es ist nichts passiert, er freut sich auf Super-G und die neue Super-Kombination: «Schauen wir vorwärts. Ich habe meinen Erfolg schon gehabt. Deswegen darf ich nicht traurig sein.» Debütant Thomas Nolte vom MTV Braunschweig wurde hervorragender Vierter.
Skischlitten-Fahrerin Andrea Eskau holte über fünf Kilometer «supergeiles Silber». Jeweils Abfahrtsdritte wurden Andrea Rothfuß und Gerd Gradwohl. Auch im Rollstuhl-Curling ging einiges schief: Das 2:9 gegen Südkorea war für Deutschland die fünfte Niederlage im achten Spiel.
Die handbehinderte Mitteltalerin Andrea Rothfuß war «froh, dass ich lebend und heil im Ziel angekommen bin. Das war heute schon ein bisschen ein Höllenritt da runter.» Sie hatte nach zweimal Silber in der Stehend-Kategorie 5,04 Sekunden Rückstand auf die Kanadierin Lauren Woolstencroft, die ihr drittes Gold holte. Dem sehbehinderten Gerd Gradwohl und Begleitläufer Karl-Heinz Vachenauer fehlten 2,17 Sekunden zur Goldmedaille, doch Gradwohl war trotzdem hellauf begeistert: «Absolut genial! Egal, ob Bronze, Silber oder Gold - für mich und den Heinzi ist es super.»
cvd/news.de/dpa
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