Biathlon-Duo tritt ab
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Nach Kati Wilhelm werden auch Simone Hauswald und Martina Beck ihre Karrieren beenden. «Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist», sagt Hauswald. Die deutschen Hoffnungen ruhen nun auf Magdalena Neuner.
In der Kälte Sibiriens wird eine außergewöhnliche Biathlon-Generation nächste Woche ihre Gewehre für immer in die Ecke stellen - Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner will die deutsche Erfolgsstory trotzdem fortschreiben. Nachdem Kati Wilhelm bereits in der Vorwoche das Ende ihrer Laufbahn verkündet hatte, zogen in Oslo nun Simone Hauswald und Martina Beck nach. Auch die beiden Staffel-Bronzemedaillen-Gewinnerinnen von Kanada ziehen in zehn Tagen in Khanty-Mansiysk einen Schlussstrich unter ihre erfolgreichen Karrieren. Glamour Girl Neuner und Andrea Henkel heißen fortan die Zugpferde im deutschen Biathlon.
«Wie heißt es so schön: Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist», sagte Hauswald, die in Oslo im Sprint über 7,5 Kilometer den fünften Weltcupsieg ihrer Laufbahn feierte und im Ziel von Beck als erster Gratulantin empfangen und umarmt wurde. «Gerade Simone hat mit ihrem Sieg hier in Oslo bewiesen, dass sie noch einige Jahre in der Spitze mitlaufen könnte», sagte Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang. «Natürlich ist es schade, dass sie aufhören. Zusammen mit Kati Wilhelm werden sie eine große Lücke im Team hinterlassen.»
Neuaufbau mit Neuner und Henkel
Auch der Sportdirektor des Deutschen Skiverbandes, Thomas Pfüller, erwartet, dass das Abtreten der jahrelangen Medaillensammler «ein Loch hinterlassen wird». Pfüller blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft. «Wir müssen mit Blick auf Sotschi 2014 jetzt den Neuaufbau einleiten. Mit Magdalena Neuner und Andrea Henkel haben wir aber weiter zwei Topathleten, die im kommenden Jahr stabile Ergebnisse für uns bringen müssen.»
Spätstarterin Hauswald errang ihren größten Erfolg bei der Weltmeisterschaft in Südkorea im vergangenen Jahr, als sie im Sprint Silber gewann. Ausgerechnet in der Heimat ihrer Mutter gelang der Gosheimerin damit der Durchbruch. «Die Weltmeisterschaften in Südkorea und die Olympischen Spiele in Vancouver waren für mich noch einmal ganz persönliche Highlights in meinem Sportlerleben», sagte Hauswald, die in den Bergen von Whistler Bronze im Massenstart gewonnen hatte.
Beck holte Silber in Turin
Beck feierte ihre größten Erfolge noch unter ihrem Mädchennamen Glagow. Bei den Turin-Spielen holte die Frohnatur vor vier Jahren Silber im Einzel und in der Verfolgung und feierte auch in der Staffel einen tollen zweiten Platz. Beim diesjährigen Olympia- Spektakel in Kanada erlebte die dreimalige Weltmeisterin ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem es in den Einzeldisziplinen nicht nach Wunsch gelaufen war, profitierte die Mittenwalderin von Neuners Staffel-Verzicht und schaffte mit dem Gewinn der Bronzemedaille einen traumhaften Abschluss ihrer Karriere.
«Die Medaille in Vancouver war für mich noch einmal die Erfüllung eines sportlichen Traums», sagte die 15-fache Weltcupsiegerin. «Aber ich denke, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um sich neuen Zielen zu widmen. Jetzt freue ich mich auch darauf, mehr Zeit für mich, meine Familie und meine Freunde zu haben», meinte die Gesamtweltcup-Gewinnerin von 2003.
Neuner baut Führung im Gesamtweltcup aus
Im kommenden Winter wird der Fokus nach den Rücktritten des Erfolgstrios Wilhelm, Beck, Hauswald umso mehr auf Neuner gerichtet sein. Die 23-Jährige musste sich nach zwei Patzern im Stehend-Schießen mit Platz sechs begnügen, baute ihre Führung in der Gesamtweltcupwertung aber weiter aus, weil ihre schärfste Konkurrentin Helena Jonsson aus Schweden nur Rang 24 belegte. «Ich bin im Moment auf dem Höhepunkt meiner Karriere. Es wäre toll, wenn ich jetzt auch noch die große Kugel gewinnen würde», sagte die sechsfache Weltmeisterin.
Die Männer laufen der Spitze im Weltcup hingegen weiter hinterher. Im Sprint über zehn Kilometer kam Simon Schempp beim Sieg des Franzosen Martin Fourcade als bester Deutscher auf Rang neun, der dreimalige Olympiasieger Michael Greis wurde Zwölfter.
phs/oro/news.de/dpa
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