Wieder Gold für Braxenthaler
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Whistler taut auf, doch Deutschlands alpine Ski-Stars bleiben bei den Paralympics in Vancouver mächtig in Fahrt. Trotz widriger Witterungsverhältnisse behielt Martin Braxenthaler die Nerven und raste mit seinem Mono-Ski zum Sieg im Riesenslalom.
Kein Tag ohne Medaille - die Serie hielt, die internen Turbulenzen in der Mannschaft des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) nach öffentlicher Schelte und Sabotage-Vorwürfen flauen ab. Frank Höfle, mit 20 Medaillen Deutschlands erfolgreichster Starter bei den Winter-Paralympics, distanzierte sich von seiner Kritik an der Förderung des Behindertensports durch Sponsoren.
«Ich habe es in dieser Form nicht gesagt und werde größtenteils falsch wiedergegeben, diese negativ wirkende Aussage ist zusammenhangslos», wehrte sich der 42-Jährige. «Ganz im Gegenteil» sei er den DBS-Partnern sehr dankbar: «Denn ohne ihre Förderung hätte ich mich nie so intensiv auf die Paralympics vorbereiten können.»
Athletensprecher Höfle war in Medienberichten zitiert worden, er fühle sich «gekauft», weil er als Mitglied des Top-Teams, das maßgeblich von zwei Groß-Sponsoren finanziert wird, monatlich 1500 Euro bekomme. Das «gekauft» wies er nun energisch von sich und betonte vielmehr, «wie elementar wichtig» diese Förderung sei.
Fernab dieser Diskussion bestimmte unterdessen auch am Dienstag wieder Martin Braxenthaler die sportlichen Schlagzeilen. Zwei Tage nach Gold im Slalom blieb der Routinier aus Surberg kalt wie eine Hundeschnauze. Am Hang herrschten offiziell 3,7 Grad Celsius, ein paar hundert Zuschauer verloren sich dort, unter ihnen zahlreiche Schulkinder. «Es war wahnsinnig schwierig, ein Feeling aufzubauen. Schon oben raus, an den ersten Toren, gab es viele Schläge», klagte Braxenthaler bereits nach Lauf eins. Und: «Es herrscht sehr schlechte Sicht.»
Doch einen Tag nach Slalom-Silber für Andrea Rothfuß und Gerd Schönfelder im Stehend-Wettbewerb biss sich «der wilde Hund» Braxenthaler durch: Der Gesamt-Weltcupsieger ließ bei starkem Regen, dichtem Nebel und am Schluss heftigem Wind keinem den Vortritt und fing den Schweizer Christoph Kunz mit einem Traumlauf noch ab. Es ist sein neuntes Gold, seine zehnte Medaille insgesamt.
Debütantin Anna Schaffelhuber fuhr derweil nach Rang vier im Slalom als Siebte klar an Edelmetall vorbei. Die 17-Jährige fiel als Sechste nach dem ersten Lauf bei extrem schlechter Sicht noch um einen Rang zurück. «Sie ist so jung, sie kann noch viel holen in der Zukunft», sagte der deutsche Chef der Mission Karl Quade.
Die Athletin war trotzdem genervt: «Ich habe bestenfalls ein Tor weit gesehen», klagte sie über mangelnden Durchblick und etliche andere Probleme. «Ich habe extremes Pech gehabt. Im nächsten Rennen sieht es wieder ganz anders aus. Vielleicht habe ich dann wieder Glück» - der Neuling blickte nach dem Sieg von Alana Nichols (USA) mutig nach vorn.
cvd/ivb/news.de/dpa
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren