Paralympics Die Flamme ist zurück

Im Rollstuhl-Curling, Sledge-Hockey und anderen Disziplinen kämpfen ab heute körperbehinderte Sportler um eine Medaille bei den X. Winter-Paralympics. Die Eröffnungsfeier bot eine Zeitreise durch die Entwicklung der Spiele.

Mit einer emotionalen und mitreißenden Show haben in Vancouver die X. Winter-Paralympics begonnen. Zwölf Tage nach dem Verlöschen der olympischen Flamme entzündete am Freitag (Ortszeit) der 15-jährige beinamputierte Kanadier Zach Beaumont im BC Place Stadium das Feuer für die Leistungsschau der Behindertensportler. Angeführt von Fahnenträger Frank Höfle kam die 20 Athleten starke deutsche Mannschaft als 17. der 44 teilnehmenden Nationen in die Arena.

Im Beisein von Jacques Rogge und Thomas Bach, Präsident und Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), erklärte Generalgouverneurin Michaelle Jean die Spiele unter dem Motto «Mit glühenden Herzen» um 19.55 Uhr (Ortszeit) für eröffnet. «Es war grandios. Es war ein einzigartiger Moment», sagte der sehgeschädigte Langläufer Höfle zum Einmarsch ins Stadion. Der 42-Jährige ist mit 14 Siegen erfolgreichster deutscher Paralympics-Starter.

Bis zum 21. März werden in Vancouver und Whistler 64 Medaillensätze vergeben. Bei den Paralympischen Winterspielen wetteifert die Rekordzahl von 506 seh- und körperbehinderten Sportlern um die besten Platzierungen in den Sportarten Ski nordisch, Ski alpin, Biathlon, Rollstuhl-Curling und Slegde-Hockey. Vor vier Jahren in Turin belegte die Mannschaft des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) mit achtmal Gold sowie je fünfmal Silber und Bronze Platz zwei in der Nationenwertung hinter Russland.

Hip-Hop beim Defilee

«Die Show wird ein Lächeln in die Gesichter zaubern und zu Tränen rühren», hatte John Furlong, Chef des Organisationskomitees VANOC, vor der Eröffnungsfeier versprochen. Und er behielt Recht. Vor 60.600 begeisterten Zuschauern im ausverkauften BC Place Stadium zeichnete das bunte, berührende und ergreifende Programm mit typisch kanadischen Elementen die Entwicklung der Paralympics nach.

Getaucht in die Farben grün, weiß und blau und mit Hilfe der ins Programm integrierten Zuschauer strahlte die riesige Stadion-Halle am Pazifik eine faszinierende Vitalität aus. Beim Defilee der Mannschaften wurde jede Abordnung mit Jubelstürmen empfangen. Zu Klängen von Rap- und Hip-Hop-Musik verlief die Parade der Athleten kurzweilig. Von der grandiosen Stimmung ließen sich auch Generalgouverneurin Jean und Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper anstecken, die beim Einzug ihres Teams in den Dome auf der Ehrentribüne mittanzten.

Paralympics: Von Rollstuhl-Curling bis Sledge-Hockey

Die deutschen Sportler hatten es sich trotz der bereits an diesem Samstag im 120 Kilometer entfernten Whistler anstehenden ersten Wettkämpfe nicht nehmen lassen, zur Eröffnungsveranstaltung zu kommen. Nachdem der erneute Ausfall des Trainings am Alpinhang feststand, waren auch die Aktiven um die Gesamt-Weltcupsieger Gerd Schönfelder (Kulmain) und Martin Braxenthaler (Surberg) mit in die Westküsten-Metropole gefahren.

hav/cvd/news.de/dpa

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