Holländische Festspiele und spanisches Feuer
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Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
Artikel vom 11.03.2010
«Alarmstufe Ruud»: Van Nistelrooy und sein Landsmann Joris Mathijsen schießen den Hamburger SV zum Sieg gegen Anderlecht. Wolfsburg erkämpft in der russischen Kälte ein Remis und Bremen verspielt trotz Überzahl den Triumph über Valencia.
Wer hätte das gedacht. Ausgerechnet zwei Holländer verschaffen dem Hamburger SV eine solide Basis für das zweite Achtelfinalspiel der Europa League. Mit zwei Treffern in der ersten Halbzeit stellen Ruud van Nistelrooy und Joris Mathijsen in der Partie gegen den belgischen RSC Anderlecht die Weichen auf Sieg.
Die Hanseaten erwischen in diesem vierten direkten Duell beider Vereine den besseren Start. Doch Mladen Petric und Eljero Elia verpassen die erste Großchance nach einer Flanke von Marcell Jansen (17.). Wenige Minuten später ist es Mathijsen, der richtig steht und die Kugel nach einer Ping-Pong-Aktion der belgischen Hintermannschaft im Strafraum eiskalt ins Netz schiebt.
Die Gäste aber sind keineswegs ungefährlich, warten auf Fehler des HSV. Die Gastgeber versuchen ihrerseits, das Spiel an sich zu reißen und erarbeiten sich immer wieder gute Chancen. Fünf Minuten vor der Pause ist es wieder ein Holländer, der den Hanseaten zu Freudentänzen verhilft. Van Nistelrooy, der erstmals seit seiner Verpflichtung vor knapp sechs Wochen in der Startelf stand, erzielt sein erstes Tor in der Europa League.
Nicht zu Unrecht warnt ein Plakat in der Zuschauermenge vor «Alarmstufe Ruud». Der Holländer wirbelt und drückt. Doch Anderlecht beweist Geduld - und nicht völlig unverdient fällt noch vor der Pause der Anschlusstreffer. Jonathan Legear hält die Gastgeber im Spiel und zirkelt den Ball nach einem direkten Freistoß aus 22 Metern gekonnt über die Hamburger Mauer ins Tor.
Auch nach dem Wiederanpfiff bleibt es spannend. Vor allem van Nistelrooy beweist zunächst abermals seinen Torinstinkt. Doch sein zweiter Treffer aus sechs Metern Entfernung fällt aus einer klaren Abseitsposition (56.). Auch Sturmpartner Petric bemüht sich in der zweiten Hälfte vergebens. Obwohl der Kroate immer wieder den Abschluss sucht und bisweilen freistehend zum Schuss kommt, ein Treffer bleibt ihm versagt.
Am Ende sorgt Kapitän David Jarolim mit einem klasse Distanzschuss für die endgültige Entscheidung. Aus 17 Metern versenkt er den Ball per Volley zum 3:1 (76.). Anderlecht setzt zwar alles auf eine Karte und drängt bis zum Schluss auf Ergebniskorrektur, doch die Hanseaten bewahren den Sieg und fahren kommende Woche mit einer guten Ausgangslage zum Rückspiel nach Belgien. Selbst eine Niederlage mit einem Tor Differenz würde den HSV nicht von seinem Ziel abbringen, das Europa-League-Finale am 12. Mai vor heimischer Kulisse zu bestreiten.
Wolfsburg besteht Kälteschlacht auf russischem Acker
Nicht ganz so glücklich läuft es für den deutschen Meister. Bei minus zehn Grad Celcius und erbärmlichen Platzverhältnissen fällt es dem VfL Wolfsburg lange schwer, bei Rubin Kasan zum Zug zu kommen. Zwar versuchen Edin Dzeko und Co. von Beginn an, Akzente zu setzen. Doch der Bosnier scheitert schon nach zehn Minuten am Rubiner Keeper Sergej Ryzhikov.
Wenige Minuten, nachdem der HSV erstmals Grund zum Jubeln hat, kassiert der VfL seinen ersten Gegentreffer. Beim Kopfball von Christian Noboa aus fünf Metern (29.) ist VfL-Keeper Marwin Hitz machtlos. Ärgerlich für die Gäste, denn kurz zuvor vergab Obafemi Martins eine gute Chance.
Nur drei Minuten später haben die Russen mit ihrer dritten guten Aktion die Möglichkeit, auf 2:0 zu erhöhen, aber Alexander Bukharov scheitert diesmal aus zwölf Metern am gut reagierenden Hitz. Bis zur Pause laufen die Wölfe mehr oder weniger verdient dem Rückstand hinterher. Der deutsche Meister ist zwar nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft. Allein, es fehlt das letzte Quäntchen Glück - und die nötige Kreativität in der Offensive.
Nach dem Wiederanpfiff schaltet der russische Meister einen Gang zurück, verlegt sich mehr aufs Abwehren. Doch die Wolfsburger Offensive findet die Lücken nicht, obwohl der deutsche Meister mehr Ballbesitze vorweisen kann. Öfter aufs Tor aber schießen die Gastgeber - und abermals Bukharov hat noch einmal das 2:0 auf dem Fuß. Glück für VfL-Keeper Hitz, der bei dem Schuss aus drei Metern als Zielscheibe dient.
Schließlich sind es doch die Wolfsburger, die ihrem Trainer ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Dzeko legt mustergültig auf Zvjezdan Misimovic ab, der vollendet zum verdienten Ausgleich (67.). Tolle Zusammenarbeit der beiden Torjäger, die die Wölfe mit diesem wichtigen Auswärtstreffer im Spiel halten. Dass die Niedersachsen in Folge noch einen Zahn zulegen und Rubin immer wieder in Bedrängnis bringen, kommt allerdings zu spät. Es bleibt beim letztlich gerechten Remis.
Die Höhepunkte der Achtelfinalspiele zum Nachlesen im news.de-Liveticker.
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