Arminia zieht die Notbremse
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Auf der Bielefelder Alm ist der Tiefpunkt in dieser Saison erreicht. Mit der Entlassung von Cheftrainer Thomas Gerstner hat sich bei dem in Finanznot geratenen Zweitligisten DSC Arminia die Krise weiter verschärft. Nun sitzt der Geschäftsführer vorerst auf der Bank.
«Mir persönlich ist die Beurlaubung sehr schwer gefallen, da er mein Wunschkandidat war», sagte Detlev Dammeier, Sport-Geschäftsführer des Klubs. Der 43-jährige Gerstner, als weitgehend unbekannter Co-Trainer von Sturm Graz gekommen, hatte das Amt erst zu Saisonbeginn übernommen.
Beim Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen wird Dammeier zusammen mit den beiden Co-Trainern Frank Eulenberg und Jörg Böhme als Interimscoach auf der Bank sitzen. «Das ist in meinen Augen die logische Konsequenz, um die Dinge weiterzuentwickeln wie bisher - ohne alles umzukrempeln», meinte Dammeier, der nur für eine kurze Zeit als Trainer einspringen will. «Das ist meine vordergründige Idee. Jetzt geht es darum, kurzfristig Erfolg zu haben.» Dabei seien vor allem die Profis gefordert: «Die Mannschaft steht im Vordergrund. Die Spieler müssen nun zeigen, ob sie Kerle sind.»
Formabstieg nach starkem Saisonstart
Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung der Arminia hatten sich drei Tage nach der blamablen 0:1-Heimpleite gegen den Karlsruher SC für eine Trennung von Gerstner entschieden. Nach einem glänzendem Saisonstart mit zeitweise acht Siegen in Serie und der Tabellenführung an fünf Spieltagen müssen die Ostwestfalen nun um den Wiederaufstieg in die Bundesliga bangen. Nach zuletzt mäßigen Heim-Darbietungen sind die Ostwestfalen mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang nur noch Tabellenfünfter.
Offen ist noch, wer Gerstner auf der Alm folgen wird. «Ich habe noch keine Gespräche mit möglichen Nachfolgern geführt», erklärte Dammeier. Der Spielraum bei der Trainersuche dürfte dabei angesichts der Finanzierungslücke im Vereinsetat in Millionen-Höhe sehr eingeschränkt sein. Nach einem Bericht des Westfalen-Blatts soll das Defizit des Klubs rund 3,5 Millionen Euro betragen und damit eine Million Euro größer sein als zunächst angegeben. Zu dieser Bewertung sei die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach Durchsicht der Konsolidierungsunterlagen gekommen, die Arminia Anfang März vorgelegt hatte.
Arminias kaufmännischer Geschäftsführer Heinz Anders wollte die Zahl zwar nicht kommentieren, bestätigte aber der Zeitung: «Die beiden Beträge liegen in der Tat auseinander.» Unruhige Nächte beschere ihm das aber nicht. Denn die DFL habe inzwischen signalisiert, die an Arminia gestellten Forderungen als erfüllt anzusehen.
Schriftlich, so Anders, liege dem Verein allerdings noch nichts vor. Unter anderem deshalb könne er «noch keine komplette Entwarnung geben». Der Arminia drohen Punktabzug oder Geldstrafe für den Fall, dass die DFL-Vorgaben nicht erfüllt werden können. Dass dies abgewendet werden kann, glaubt Anders: «Wir kommen dem Ziel deutlich näher.»
phs/mas/news.de/dpa
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