Europa League Abenteuer in der Kältekammer

Fast 3000 Kilometer muss der VfL Wolfsburg zum Achtelfinale der Europa League ins russische Tatarstan reisen. Auf Werder Bremen und den Hamburger SV warten zwei alte Bekannte. Beide Teams haben an die vergangenen Duelle gute Erinnerungen.

Köstner (Foto)
Auf Lorenz-Günther Köstner (rechts) und seine Wölfe wartet im russischen Tatarstan eine eisige Kälte. Bild: dpa

33 Jahre nach seinem ersten Europapokal-Triumph kreuzt der Hamburger SV wieder die Klingen mit dem damaligen Endspielgegner RSC Anderlecht - und will beim Wiedersehen wie beim 2:0 am 11. Mai 1977 erneut jubilieren. Gute Erinnerungen hat auch Werder Bremen vor dem Hinspiel an den FC Valencia. 2004 schoss sich der Bundesligist gegen die Spanier in einem hitzigen Duell ins Achtelfinale der Champions League. Danach kam es allerdings zu Ausschreitungen.

Während HSV-Stürmer Ruud van Nistelrooy auf einen Platz in der Startelf hofft und Werder mit den genesenen Abwehrspielern Petri Pasanen und Clemens Fritz Valencias Top-Stürmer David Villa in Schach halten will, ist der deutsche Meister VfL Wolfsburg mit großen Sorgen auf seinen 2870 Kilometer langen Trip zum russischen Meister Rubin Kasan gestartet. Neben der kräftezehrenden Reise bereitet der Ausfall von sechs verletzten Profis Trainer Lorenz-Günther Köstner erhebliche Probleme. «Für uns kommt es knüppeldick», sagte der 58-Jährige.

Besonders in der Abwehr drückt nach den Ausfällen von Andrea Barzagli (Rippenprellung) und Jan Simunek (Oberschenkelverhärtung) der Schuh. Mittelfeldspieler Sascha Riether muss notgedrungen in der Innenverteidigung aushelfen. Auch der Ausfall von Torgarant Grafite (Adduktoren) wiegt schwer.

Zur Sicherheit hat Köstner die Amateure Daniel Reiche und Julian Klamt in die Millionenstadt an der Wolga mitgenommen. Dort erwartet der Coach bei eisigen Temperaturen eine heiße Partie. «Wir haben zwei Spiele, nicht nur eins», sagte Köstner. «Wir müssen alles investieren für ein gutes Ergebnis, um dann im Heimspiel bei hoffentlich besseren Temperaturen eine Runde weiter zu kommen.»

Fans träumen vom deutsch-deutschen Finale

Mit dem Royal Sporting Club Anderlecht hat der HSV ein ähnliches Kaliber wie den PSV Eindhoven eine Runde zuvor erwischt. Der belgische Tabellenführer fegte zuletzt Spaniens Tabellensiebten Athletic Bilbao mit 4:0 vom Platz. «Anderlecht war in den letzten Jahren in den europäischen Wettbewerben weg vom Fenster. Jetzt haben sie alten Glanz aufpoliert», äußerte sich der Niederländer van Nistelrooy mit viel Respekt über den Gegner. Er will endlich mehr sein als nur Teilzeit-Arbeiter. «Ich fühle mich gut», sagte der Torjäger vor der Partie in der Hamburger Nordbank-Arena.

Dort findet am 12. Mai auch das Endspiel der Europa League statt. Viele Fans im Norden träumen bereits von einer Partie HSV gegen Werder. Die Bremer sind mit großem Respekt nach Valencia geflogen. «Sie gehören zu den Top-Ten-Teams in Europa», sagte Nationalspieler Per Mertesacker über den Dritten der spanischen Liga.

«Wenn du auf diesem Niveau zu viele Fehler machst und defensiv nicht konsequent stehst, dann hast du keine Chance.» Auch Trainer Thomas Schaaf lobte den Gegner: «Valencia steht für Qualität. An dem Spiel sieht man, auf was für starke Mannschaften man auch in der Europa League treffen kann.»

mas/phs/reu/news.de/dpa

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