Zweitligapartie unter Manipulationsverdacht
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat einen Hinweis, dass die Begegnung Anfang Februar zwischen 1860 München und Rot Weiss Ahlen manipuliert oder zumindest versucht wurde zu manipulieren. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt.
Zwar seien im Vorfeld der Partie vom 8. Februar keine signifikanten Auffälligkeiten auf dem internationalen Wettmarkt ausgemacht worden. In der Nachbereitung habe sich dann aber für den Dienstleister Sportradar ein Hinweis ergeben, über die der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) am 6. März informiert wurden.
Die Staatsanwaltschaft Bochum konnte den Eingang der DFB-Nachricht noch nicht bestätigen. «Es liegt uns noch nicht vor», sagte der Sprecher der Abteilung für Wirtschaftskriminalität, Bernd Bienioßek. Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt seit Anfang 2009 gegen eine international agierende Bande, der fortgesetzte gewerbsmäßige Wettbetrügereien zur Last gelegt werden. Im vergangenen November waren die Ermittler an die Öffentlichkeit gegangen. 200 Partien in Europa stünden unter Manipulationsverdacht, 200 Verdächtige seien ausgemacht und 15 festgenommen worden.
Die Partie zwischen dem Münchner Traditionsclub und Schlusslicht Ahlen endete am 21. Spieltag mit einem 1:0-Erfolg der Gäste aus Westfalen. Besondere Auffälligkeiten gab es in dem Abendspiel vor der Geisterkulisse von nur 14.800 Zuschauern in der Allianz Arena nicht. Benjamin Kern erzielte Mitte der ersten Hälfte das entscheidende Tor und beendete damit die Serie der Hausherren von sieben Spielen ohne Niederlage.
«Da kann nichts gewesen sein. Wenn unser Torhüter Sascha Kirschstein nicht so gut gehalten hätte, hätten wir dort nicht gewonnen. Und unser 1:0 durch Benjamin Kern war ein Glücksschuss», erinnerte sich im Westfälischen Anzeiger Ahlens Vizepräsident Jörg Hellwig. «Außerdem sind uns keine offensichtlichen Fehlleistungen der Schiedsrichter aufgefallen.» Torhüter Kirschstein war bereits im Herbst ins Visier der Ermittler geraten. Damals ging es um eine angeblich geplante Manipulation bei der Zweitligapartie der Ahlener im Oktober gegen Hansa Rostock. Nach Angaben von Kirschsteins Anwalt Horst Kletke konnte der Keeper die Vorwürfe im Dezember aber entkräften.
Seit dem Skandal um den Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer und manipulierte Fußballspiele im Jahr 2005 arbeiten DFB und DFL mit dem Unternehmen Sportradar zusammen. Der Dienstleister agiert nach eigenen Angaben international «mit einem ausgeklügelten System, an dem mehrere hundert Mitarbeiter beteiligt sind». Unter anderem werden die Quotenveränderungen der Wettanbieter in bestimmten Zeitintervallen untersucht. Verändern sich diese auffällig, werden automatisch Warnhinweise versendet.
hem/news.de/dpa
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