Schumis Rituale Des Meisters Aberglaube

Schläfchen und Glücksbringer: Schumachers Rituale (Foto)
Michael Schumacher startet diese Saison mit einem knallrotem Helm. Bild: dpa

Das Schläfchen vor dem Rennen musste sein. Die Auszeit - mal kürzer, mal länger - wurde für Michael Schumacher zum Ritual. «Ja, das habe ich immer gemacht», erzählte der mittlerweile 41-Jährige einmal. Der Rekordweltmeister setzt auch in Sachen Aberglaube unerreichte Maßstäbe.

«Manchmal war ich nur eine ganz kurze Phase eingeschlummert, aber das reichte dann schon. Manchmal schlief ich auch tief und fest für eine halbe Stunde.» Seit 1998 zelebrierte Schumi sein Mittagsschläfchen. «Es war mir wichtig.»

Genau wie eine ungerade Startnummer. Eigentlich sollte die einstige Nummer Eins der Königsklasse mit der 4 auf dem neuen Silberpfeil ins Rennen gehen. Doch tauschte er mit Erlaubnis der Rennstall-Leitung die Startnummer mit Rivale Nico Rosberg. Teamchef Ross Brawn wisse eben, «dass ich ungerade Startnummern lieber mag», erklärte Schumacher. Schließlich brachten sie ihm bislang Glück: Bei allen sieben WM-Titeln trug er eine ungerade Startnummer; fünfmal die 1 und je einmal die 3 und die 5. Schumacher steigt auch nie von rechts ins Rennauto ein.

Die Formel 1 2010
Alle Teams und Fahrer

Chinesische Schriftzeichen mit den Namen seiner beiden Kinder auf seinem knallroten Helm, ein Armband von Gattin Corinna, ein Haifischzahn um den Hals, den er einst von einem Tauchlehrer geschenkt bekam. Schumacher, der Perfektionist, der nichts dem Zufall überlässt, und seine Glücksbringer. Rückblende: Bahrain 2004. Schumacher findet sein Amulett nicht. Vor der Rennpremiere des Wüstenkurses in Sachir stellt der damalige Ferrari-Pilot fest: Er hat den Glücksbringer im Hotel vergessen. Das Amulett muss herbei. Schumachers damaliger Masseur Balbir Singh eilte in die Unterkunft, holt es, Schumacher gewinnt das Rennen und am Ende zum bislang letzten Mal die Weltmeisterschaft.

So ist es mit den Glücksbringern - auch Schumachers Rivale, Vizeweltmeister Sebastian Vettel, hat für gewöhnlich einen an Bord. Sein Glückscent ist schon jetzt legendär. «Ich habe sogar sehr viele Glücksbringer, auch wenn ich nicht allzu abergläubisch bin», erklärte Vettel einmal. Sie entscheiden nicht über Sieg und Niederlage, geben ihrem Besitzer aber ein besseres Gefühl. So war es wohl auch mit Schumachers Schläfchen. «Es war einfach angenehmer, wenn ich es geschafft habe - ob ich es wirklich gebraucht habe, weiß ich selber nicht.»

oro/cvd/news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
++ Fußball-Liveticker ++
 

Live-Ticker powered by live-ticker.com

Fußball im Überblick
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige