Debütantenball mit 700 PS
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Es wird die spektakulärste Formel-1-Saison aller Zeiten. Die großen Teams wollen Rekordweltmeister Michael Schumacher um die Ohren fahren. Aber auch ein Blick auf die kleinen und neuen Teams lohnt. Wir stellen vor: Virgin, Sauber und Hispania.
Virgin Racing
Virgin Racing gilt als ein neuer Hingucker in der Formel 1. Das liegt aber nicht unbedingt am sportlichen Potenzial des englischen Rennstalls. Vor allem Eigentümer und Weltraumvisionär Richard Branson sorgt für die Aufregung. Der erfolgreiche Unternehmer, der mit dem Musikstore Virgin den Durchbruch schaffte und Betreiber der gleichnamigen Fluglinie ist, weiß seine Engagements immer medienwirksam umzusetzen. Eines scheint klar: Langweilig dürfte es in der Box des bekannten Lebemanns nicht werden.
Bei allem zu erwartenden Trubel: Es gibt auch ein klares Saisonziel. Virgin will sich besser positionieren als der wieder belebte Rennstall Lotus. Der Kampf Tradition gegen Moderne soll gewonnen werden. Das komplett am Computer entwickelte Auto VR-01 von Technikdirektor Nick Wirth wies allerdings viele Kinderkrankheiten auf. Vor allem die Hydraulik machte den Technikern zu schaffen. «In allen anderen Autos stecken mehrere Jahre Entwicklungszeit. Dieses Auto ist in nur sechs Monaten entstanden», gab Branson zu bedenken. Er wolle mit Virgin beweisen, dass man mit einem Mini-Budget Erfolg haben kann. «Wir werden den anderen F1-Teams zeigen, dass sie ihre Budgets auf 40 Millionen reduzieren können. Man muss nicht hunderte Millionen ausgeben, um Spaß zu haben.»
Zunächst kommt auf das Fahrerduo in dem rot-schwarz lackierten Renner allerdings auch während der Saison eine Menge Entwicklungsarbeit zu. Der Wersauer Timo Glock schätzte die Lage realistisch ein. In den anstehenden Meetings müsse eine deutliche Sprache gesprochen werden, das könne auch manchmal wehtun. Der ehemalige Toyota-Pilot sieht den Neueinsteiger aber nicht als bloßes Kunstprodukt: «Man muss immer realisieren, wo man anfängt. Man kann nicht von uns erwarten, dass wir um die WM mitfahren.» Zur Seite steht dem bodenständigen Piloten der Neuling Lucas die Grassi aus Brasilien. Beide kennen sich aus der GP-Serie.
Fahrer/Startnummer:
Timo Glock/24 (Deutschland)
Lucas di Grassi/25 (Brasilien)
Testfahrer:
Luiz Razia (Brasilien)
Álvaro Parente (Portugal)
Andy Soucek (Spanien)
Teamchef:
John Booth
Technischer Direktor:
Nick Wirth
Stammsitz:
London (Großbritannien)
Bolide:
VR-01
Motor:
Cosworth CA2010
F 1 Debüt:
2010 Bahrain
Sauber Formel 1
Auch nach dem Formel-1-Ausstieg von BMW sieht sich der Nachfolge-Rennstall Sauber bereit für die neue Saison. «Wir haben sehr intensive Monate hinter uns, in denen wir erst um das Überleben des Teams kämpften und anschließend eine solide Aufstellung für die Zukunft erarbeitet haben», sagte Teamchef Peter Sauber bei der Vorstellung des neuen Rennwagens C29.
Autobauer BMW hatte zum Ende der Vorsaison sein Engagement in der Königsklasse beendet. Nach langem Tauziehen erhielt Sauber den Startplatz. Peter Sauber hatte den Rennstall einst gegründet und in die Formel 1 geführt. Nun kehrt er wieder als Eigentümer an die Boxenmauer zurück, muss aber künftig ohne die BMW-Unterstützung und - nach eigener Aussage - «mit 40 Prozent weniger Budget als im letzten Jahr» auskommen. Neuer Motorenpartner des Teams, das von 390 auf 260 Mitarbeiter schrumpfte, ist Ferrari. «Die technische Vorbereitung des Fahrzeugs für 2010 lief seit dem Frühjahr 2009 ungebremst durch alle Wirren nach Plan», erklärte Sauber, der damit nicht bei Null anfangen muss.
Als Fahrer sind der Japaner Kamui Kobayashi und der Spanier Pedro de la Rosa an Bord. «Ich wollte einfach frisches Blut im Team haben», begründete Sauber die Verpflichtung des relativ unerfahrenen Japaners. Kobayashi sprang 2009 bei Toyota als Ersatzfahrer für den verletzten Glock ein und konnte in seinen zwei Rennen mit mutiger Fahrweise überzeugen. Die fehlende Erfahrung macht Routinier de la Rosa wett. Der 39-Jährige zählt nach sieben Jahren als McLaren-Testpilot zu den besten Entwicklern unter den Fahrern. «Ich traue den beiden 2010 einiges zu. Entscheidend ist natürlich, dass wir ihnen ein gutes Auto zur Verfügung stellen, und auch diesbezüglich sehe ich die Entwicklung im Haus sehr positiv», so Sauber.
Fahrer/Startnummer:
Pedro de la Rosa/22 (Spanien)
Kamui Kobayashi/23 (Japan)
Teamchef:
Peter Sauber
Technischer Direktor:
Willy Rampf (ab April James Key)
Stammsitz:
Hinwil (Schweiz)
Bolide:
C 29
Motor:
Ferrari 056
F 1 Debüt:
1993 Südafrika
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