... und dann kam Poldi
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Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Artikel vom 07.03.2010
Liga-Jubel nach Länderspielfrust – vom «Prinz Peinlich» zum gefeierten Held, vielleicht gar zum Meistermacher. News.de widmet sich am Morgen danach dem Mann des Tages: Lukas Podolski.
Normalerweise ist die Nationalmannschaft der Hort, an dem gefallene Helden wieder aufgebaut werden und zu sich selbst finden. Bei Miroslav Klose funktioniert das regelmäßig. Bei Lukas Podolski dagegen potenzierte sich am Mittwoch nach dem schlechten Länderspiel gegen Argentinien der Frust.
Berichte über Wortgefechte mit einem DSF-Journalisten beherrschten tags darauf die Gazetten, Gerüchte über angebliche Handgreiflichkeiten wurden kolportiert und der 24-Jährige als «Prinz Peinlich» gebrandmarkt. Das anstehende Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Bayern München, bei dem er nie glücklich geworden war, nie zum Stammspieler, nie zum Liebling wie in Köln, rückte in den Hintergrund.
Doch auch am Rhein war die Euphorie um den zurückgekehrten verlorenen Sohn merklich abgeebbt. 20.000 Zuschauer waren im Sommer zum ersten öffentlichen Training mit Podolski gekommen, in der Erwartung dass er den FC in eine rosige Zukunft führe. «Poldi schießt 40 Tore für den FC pro Saison und es wird der Himmel auf Erden für Köln», sagte damals etwa die ehemalige rechte Hand von Harald Schmidt Manuel Andrack im Interview mit news.de.
Einen Messias hatten sie erwartet, in Podolski jedoch nicht gefunden. Ihm schien jegliche Treffsicherheit abhanden gekommen zu sein. Doch Poldi wäre nicht Poldi, wenn er über solche Dinge lange nachdenken würde. Druck ist für den in Polen geborenen Stürmer ohnehin ein Fremdwort. Wo andere zögerlich werden und blockieren, schaltet er einfach ab und konzentriert sich auf das Fußballspielen. Dadurch entstehen Geschichten wie diese:
Wegen Prellungen an Fuß und Oberschenkel war Podolskis Einsatz bis kurz vor dem Anpfiff fraglich gewesen, und als er in der 7. Minute mit einem strammen Linksschuss die Latte traf, schien ihm auch das Pech wieder gefolgt zu sein. Doch dann kam Poldi: in der 31. Minute schlug sein Freistoß aus 25 Metern im linken Eck ein.
Nach über 1420 Minuten ohne Torerfolg legte Podolski ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Bayern die Ladehemmung ab. Es war sein erstes Saisontor und auch sein erster Treffer für Köln nach seiner Rückkehr. Wäre Kumpel Bastian Schweinsteiger nicht noch der Ausgleich zum 1:1-Endstand geglückt, Podolski wäre als Bayern-Bezwinger gefeiert worden.
Doch auch so jubelt die Konkurrenz im Rennen um die Meisterschaft. Schalke 04 ist nach einem 4:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt nur noch drei Punkte von der Spitze entfernt. Gewinnt heute Bayer Leverkusen beim 1. FC Nürnberg droht Bayern München sogar der Verlust der Tabellenführung. Was noch viel wichtiger ist: die Poldi-Mania in Köln ist zurück - und das ist besser als Karneval!
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Das hat dieses blinde Huhn halt auch mal ein Korn gefunden. Mehr nicht.
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